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18 Juni 2026

Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre (Juni 2026): Rechtsaußen-Rückgang verstetigt sich

Von Manuel Müller


Linke G/EFA S&D RE EVP EKR PfE ESN fʼlos Sonst.
Wahl 24 46531367718878842533
EP heute 45531367718581852731
April 26 (B) 52391247017378103362124
Juni 26 (B) 4940122711817498391927
Juni 26 (D) 524012474181801013929
Basis-Szenario,
Stand: 15.6.2026.
Grafiken zum Vergrößern anklicken.


Dynamisches Szenario,
Stand: 15.6.2026.
Grafiken zum Vergrößern anklicken.


Trend des Rechtsaußenlagers
(aktuelle Umfragen im Vergleich zum höchsten Punkt zwischen 09/25 und 02/26).

Anfang des Jahres erschien es noch als ungewisse Möglichkeit, inzwischen hat es sich zum Trend verstetigt: Die Zustimmung zu Rechtsaußen-Parteien in Europa hat ihren (vorläufigen) Höhepunkt überschritten und befindet sich in einer Abwärtsbewegung. Im Vergleich zur letzten Sitzprojektion von April mussten die zwei großen Rechtsaußenfraktionen im Europäischen Parlament, PfE und EKR, zuletzt erneut Federn lassen. Zusammen steht das Rechtsaußen-Lager aktuell auf seinem schwächsten Wert seit Anfang 2025, allerdings immer noch deutlich über dem Ergebnis der letzten Europawahl.

Bevor wir im Folgenden wie immer die Entwicklungen der letzten acht Wochen im Einzelnen betrachten, werfen wir deshalb zunächst einen etwas weiteren Blick zurück auf das vergangene halbe Jahr. In welchen Ländern hat sich der Rechtsaußen-Rückgang bemerkbar gemacht, woran mag er liegen, und welche anderen Parteien können davon profitieren?

Ein transnationaler Trend

Wenn einzelne Fraktionen in der EU-weiten Sitzprojektion deutlich zurückfallen, kann das grundsätzlich zwei unterschiedliche Gründe haben: entweder starke Verluste einer Mitgliedspartei in einem einzelnen großen Mitgliedstaat oder eine breite, transnationale Entwicklung. Im Fall des Rechtsaußen-Rückgangs handelt es sich augenscheinlich um Letzteres.

Zwar traf er einzelne Parteien härter als andere; insbesondere die ungarische Fidesz (PfE) stürzte infolge der nationalen Parlamentswahl im April massiv ab. Insgesamt sind aber rund ein Dutzend EU-Länder betroffen, darunter insbesondere auch mehrere mittlere und große Mitgliedstaaten – etwa Spanien, Polen und Rumänien. Deutlich zulegen konnten Rechtsaußenparteien seit Jahresbeginn hingegen nur in vier Ländern: Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Litauen.

In einem weiteren Dutzend Länder – vor allem eher kleineren Staaten – blieben die Umfragewerte der Rechtsaußenparteien im letzten halben Jahr stabil. Zu dieser Gruppe zählen allerdings auch Länder wie Irland oder Malta, in denen es ohnehin keine relevanten Rechtsaußen-Parteien gibt. Teilweise kam es zu Verschiebungen innerhalb des rechten Lagers: etwa in Italien, wo die Regierungsparteien FdI (EKR) und Lega (PfE) an die noch weiter rechts stehende FN (ESN) verloren, oder in Tschechien, wo Verluste der rechtsextremen SPD (ESN) mit Zugewinnen der Rechtskonservativen ODS (EKR) einhergingen.

Einen Sonderfall bildet Frankreich, wo seit Herbst 2025 keine neuen Umfragen für Parlamentswahlen veröffentlicht wurden. In den Umfragen für die Präsidentschaftswahl 2027 war zuletzt aber ein leichter Rückgang des Rechtsaußen-Kandidaten Jordan Bardella (RN/PfE) zu erkennen.

Keine eindeutige Ursache

Nach jahrelangem Aufstieg verlieren Rechtsaußenparteien derzeit also in vielen EU-Mitgliedstaaten an Zustimmung, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und nicht überall. Der genaue Zenit-Punkt, an dem sich die Werte nach unten zu drehen begannen, unterscheidet sich je nach Land: In einigen Fällen setzte die Wende bereits im Herbst 2025 ein, in anderen erst im Frühling 2026.

Auch eine gemeinsame Ursache ist nicht ganz einfach zu finden. Naheliegend erscheint ein negativer Einfluss von US-Präsident Donald Trump (Rep./IDU), der in Europa auf wenig Sympathien stößt und das Rechtsaußenlager insgesamt diskreditiert. Zudem ist den Rechtsaußenparteien ihr bevorzugtes Thema etwas abhanden gekommen: Nach dem jüngsten Eurobarometer steht die Einwanderung unter den Themen, die die Europäer:innen beschäftigen, nur noch auf Platz 7, hinter wirtschafts- und geopolitischen Fragen wie der Inflation und dem Nahostkonflikt.

Kaum einen Unterschied scheint es hingegen zu machen, wie das Mitte-Lager mit den Rechtsaußenparteien umgeht und ob diese in ihrem jeweiligen Mitgliedstaat regieren oder nicht. Rechtsaußenparteien verloren zuletzt sowohl in Ländern mit einer Brandmauer (Portugal) als auch in Ländern, in denen sie in Regierungsmehrheiten einbezogen wurden (Schweden). Umgekehrt gibt es auch unter den wenigen Ländern, in denen Rechtsaußenparteien weiter wachsen, Beispiele für beide Strategien (Brandmauer in Deutschland, Regierungsbeteiligung in Litauen).

Steigende Fragmentierung

Und auch die Parteien, die anstelle der Rechtsaußenparteien in den Umfragen zulegen, können sich je nach Land unterscheiden. In Ungarn oder Rumänien etwa wandten sich die Wähler:innen in den letzten Monaten vor allem den Mitgliedsparteien der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) zu, in Portugal hingegen den Sozialdemokrat:innen. In Bulgarien verzeichnete die linksnationalistische Newcomer-Partei PB, die keiner europäischen Fraktion eindeutig zuzuordnen ist, bei der nationalen Parlamentswahl im April massive Zugewinne. Auch europaweit hat das Lager der „sonstigen“ Parteien seit Jahresbeginn am stärksten in der Sitzprojektion zugelegt.

Die einsetzende Abwendung der europäischen Wähler:innen von den Rechtsaußen-Parteien ist also nicht verbunden mit einem transnationalen Stimmungsumschwung zugunsten einer anderen politischen Bewegung. Stattdessen deuten die fragmentierten nationalen Entwicklungen und die Zugewinne von Newcomer-Parteien eher auf eine gewisse Orientierungslosigkeit hin. Eine weithin überzeugende Strategie, wie Europa mit der zum Alltag gewordenen Polykrise umgehen soll, ist noch keiner Partei zu formulieren gelungen.

EVP gewinnt dazu

Blicken wir genauer auf die Veränderungen der letzten acht Wochen, so kann sich vor allem die EVP über starke Zugewinne freuen. Im Basis-Szenario der Projektion springt sie auf 181 Sitze (+8 gegenüber April) und erreicht damit ihren besten Wert seit fast einem Jahr.

Den größten Einzelgewinn erfährt dabei die ungarische Tisza, die nach der Wahl ihres Vorsitzenden Péter Magyar zum nationalen Regierungschef in den Umfragen noch einmal nach oben schnellt und aktuell die viertgrößte Delegation innerhalb der EVP-Fraktion stellen würde. Zudem profitiert die rumänische Regierungspartei PNL bislang von der – durch den sozialdemokratischen Koalitionspartner herbeigeführten – nationalen Regierungskrise. Auch in Spanien und Polen legen EVP-Mitgliedsparteien zu. In Deutschland, Italien und Griechenland schwächeln sie hingegen.

S&D weiter schwach

Die sozialdemokratische S&D-Fraktion schneidet etwas schlechter ab als im April. Außer an der anhaltenden Schwäche der deutschen SPD liegt das auch an der griechischen PASOK, die auf nationaler Ebene Konkurrenz durch die neugegründete Linkspartei ELAS (Sonstige) bekommen hat. Leicht zulegen können die Sozialdemokrat:innen in Polen.

Insgesamt kommt die S&D-Fraktion nun auf 122 Sitze (–⁠2) und stellt damit ihren Allzeit-Negativrekord vom vergangenen Januar ein. Der Abstand zwischen EVP und S&D steigt auf 59 Sitze und erreicht damit seinen höchsten Wert seit über fünf Jahren.

Liberale in Italien stärker

Leicht dazugewinnen kann die liberale RE-Fraktion (71 Sitze/+1). Das liegt vor allem an Italien, wo ein Bündnis der beiden zentristischen Kleinparteien Italia Viva und Più Europa nun wieder knapp die nationale Vierprozenthürde überschreiten würde. Auch die deutsche FDP kann angesichts der großen Presseaufmerksamkeit um die Wahl ihres neuen Parteichefs Wolfgang Kubicki leicht zulegen. Zudem würden die flämischen Liberalen (die sich im Januar von OpenVLD in Anders umbenannt haben) nun wieder knapp einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen.

Schwächer schneiden die Liberalen hingegen in den Niederlanden ab, wo die seit Februar amtierende Regierungskoalition unter Rob Jetten (D66/RE) schnell an Zustimmung verloren hat. Auch in der Slowakei, Portugal und Rumänien schwächelten RE-Mitgliedsparteien zuletzt.

Grüne legen zu, Linke verliert

Die Fraktion der Grünen/EFA profitiert besonders vom Aufwärtstrend der deutschen Grünen, die in den nationalen Umfragen nun als stärkste Mitte-Links-Partei auf dem dritten Platz liegt. Auch in Schweden und Österreich können die Grünen etwas zulegen. Die litauischen Grünen, die soeben in die nationale Regierungskoalition zurückgekehrt sind, wären aktuell hingegen nicht mehr im Europäischen Parlament vertreten. Insgesamt erreicht die Grünen/EFA-Fraktion in der Projektion nun 40 Sitze (+1) und legt damit zum zweiten Mal in Folge leicht zu.

Zu den Verlierern der letzten Wochen gehört die Linksfraktion, deren Mitgliedsparteien unter anderem in Spanien und Irland leicht an Zustimmung verlieren. Gar nicht mehr ins Parlament einziehen würde die griechische Syriza, die fast ihre gesamte Wählerschaft an die vom früheren Syriza-Parteichef Alexis Tsipras neu gegründete ELAS verloren hat (und sich möglicherweise mit dieser zusammenschließen wird).

Teilweise kompensiert werden diese Verluste durch die verbesserte Lage der portugiesischen CDU, die nun wieder knapp einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen würde. Unter dem Strich steht die Linksfraktion nun bei 49 Sitzen (–⁠3), ihr schwächster Wert seit etwas über einem Jahr.

EKR und PfE fallen deutlich zurück

Auf der rechten Seite des politischen Spektrums erfährt die EKR-Fraktion deutliche Verluste. Ihre Mitgliedsparteien fallen unter anderem in Italien, Rumänien, Belgien und Schweden zurück; in Polen kann sich die PiS nach längerer Talfahrt etwas stabilisieren. Insgesamt steht die EKR-Fraktion in der Projektion nun bei 74 Sitzen (–⁠4) und damit als erste Rechtsaußenfraktion wieder unterhalb ihres Wahlergebnisses bei der Europawahl 2024.

Auch die PfE-Fraktion fällt in der Sitzprojektion deutlich zurück (98 Sitze/–⁠5). Außer in Ungarn, wo Viktor Orbáns Fidesz nach der verlorenen Parlamentswahl weiter abstürzt, erfährt sie unter anderem auch in Polen Einbußen. Leicht zulegen kann nur ihre niederländische Mitgliedspartei PVV, die von der Schwäche der zentristisch-liberalen Regierung profitiert.

ESN gewinnt hinzu

Am äußeren rechten Rand des Parlaments schließlich trotzt die ESN-Fraktion dem Abwärtstrend und stellt mit 39 Sitzen (+3) noch einmal ihren Höchstwert vom Spätherbst 2025 ein. Das liegt zum einen am fortdauernden Aufstieg der deutschen AfD, die nach den aktuellen Umfragen die zweitgrößte Einzeldelegation im gesamten Europäischen Parlament stellen würde (übertroffen nur vom französischen RN/PfE). Zum anderen gewinnt die ESN-Fraktion auch in Italien dazu, wo die seit längerem vorbereitete und am vergangenen Wochenende offiziell gegründete Kleinpartei FN auf Anhieb die nationale Vierprozenthürde überwinden könnte. Vermindert werden die Zugewinne der ESN-Fraktion durch Verluste ihrer polnischen Mitgliedspartei Konfederacja.

Keine Auswirkungen auf die Sitzprojektion hat übrigens das mögliche Verbot der ESN-Partei, das die europäische Parteienbehörde seit Ende Mai prüft. Sollte es dazu kommen, würde die ESN-Partei ihren Anspruch auf Parteienfinanzierung aus dem EU-Haushalt verlieren. Die ESN-Fraktion ist davon jedoch rechtlich unabhängig und würde unverändert weiterbestehen.

Fraktionslose schwächer, „Sonstige“ stärker

Leichte Einbußen erfahren schließlich die fraktionslosen Parteien, bei denen insbesondere das links-konservative BSW aus Deutschland, die rechtsextreme KKP aus Polen sowie die linksnationale PE aus Griechenland etwas schwächer abschneiden als im April. Insgesamt erreichen die Fraktionslosen jetzt noch 19 Sitze (–⁠2).

Ein weiteres Mal dazugewinnen können hingegen die „sonstigen“ Parteien, die bislang nicht im Europäischen Parlament vertreten sind und keiner Fraktion klar zugerechnet werden können (27 Sitze/+⁠3). Neu im Tableau sind zwei Parteien aus Griechenland:

  • Die bereits erwähnte Linkspartei ELAS unter Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras wurde Ende Mai gegründet und in den Umfragen aus dem Stand zur stärksten Oppositionspartei. ELAS ist die De-facto-Nachfolgerin von Tsipras’ früherer Partei Syriza und dürfte sich wie diese im Europäischen Parlament der Linksfraktion anschließen.
  • Politisch schwieriger zu positionieren ist die ebenfalls im Mai gegründete Partei ELPIDA. Ihre Vorsitzende ist die frühere Präsidentin des Vereins der Opfer des Zugunglücks von Tembi, bei dem 2023 fast 60 Menschen starben und das die Europäische Staatsanwaltschaft auch mit Betrug bei der Verwendung von EU-Subventionen in Zusammenhang gebracht hat. Programmatischer Mittelpunkt von ELPIDA ist deshalb die Korruptionsbekämpfung; viele Forderungen in ihrem Programm entsprechen Mitte- oder Mitte-rechts-Positionen. Zugleich präsentiert sich die Partei allerdings auch mit einer scharfen, zuweilen rechtspopulistisch anmutenden Anti-Establishment-Rhetorik. Je nachdem, welcher Charakterzug sich letztlich durchsetzt, könnte sie im Europäischen Parlament entweder in der RE-Fraktion oder in einer der Rechtsaußen-Fraktionen ihren Platz finden.

Die Übersicht

Die folgende Tabelle schlüsselt die Sitzverteilung der Projektion nach nationalen Einzelparteien auf. Die Tabelle folgt dem Basisszenario, in dem die nationalen Parteien jeweils ihrer aktuellen Fraktion (bzw. der Fraktion ihrer europäischen Dachpartei) zugeordnet sind. Parteien, die weder im Parlament vertreten sind noch einer europäischen Partei angehören, verbleiben in der Spalte „Sonstige“.

Das dynamische Szenario der Sitzprojektion baut auf dem Basisszenario auf, ordnet jedoch auch alle „sonstigen Parteien“ jeweils Fraktionen zu, denen diese plausiblerweise beitreten könnten. Im Vergleich zum Basisszenario sind im dynamischen Szenario vor allem die EKR-Fraktion sowie die Gruppe der Fraktionslosen etwas stärker. In der Tabelle sind die Veränderungen vom Basis- zum dynamischen Szenario durch farbige Schrift und durch Hinweise im Mouseover-Text gekennzeichnet. Gegebenenfalls sind im Mouseover-Text zudem noch alternative Zielfraktionen für die betreffende Partei angeführt.

Da es keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basiert die Projektion auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten. Wie die Datengrundlage für die Länder im Einzelnen aussieht, ist im Kleingedruckten unter den Tabellen erläutert. Mehr Informationen zu den europäischen Parteien und zu den Fraktionen im Europäischen Parlament gibt es hier.



Linke G/EFA S&D RE EVP EKR PfE ESN fʼlos Sonst.
Wahl 24 46531367718878842533
EP heute 45531367718581852731
April 26 (B) 52391247017378103362124
Juni 26 (B) 4940122711817498391927
Juni 26 (D) 524012474181801013929

Linke G/EFA S&D RE EVP EKR PfE ESN fʼlos Sonst.
DE 9 Linke
1 Tier
13 Grüne
3 Volt
11 SPD 4 FDP
3 FW
1 PdF
21 Union
1 Familie
1 ÖDP


24 AfD 2 BSW
2 Partei

FR 8 LFI

13 PS 14 RE 12 LR
34 RN


IT 10 M5S
2 SI
3 EV 18 PD 3 IV/+E 6 FI
1 SVP
23 FdI 6 Lega 4 FN

ES 2 Sumar
1 Pod
1 Bildu
2 Sumar
1 ERC

18 PSOE 1 PNV
22 PP
12 Vox
1 SALF

PL

5 Lewica
20 KO
16 PiS 4 Konf 4 Konf 4 KKP
RO

7 PSD
3 USR
1 PMP
8 PNL
1 UDMR
13 AUR



NL
3 PRO
3 PRO 4 D66
5 VVD
4 CDA

5 PVV 3 FvD
4 JA21

BE 2 PTB 1 Groen
2 Vooruit
3 PS
1 Anders
2 MR
2 LE
1 CD&V
1 CSP
3 N-VA 4 VB


CZ
2 Piráti


4 STAN
1 TOP09
4 ODS 8 ANO
1 AUTO
1 SPD

EL

3 PASOK
7 ND 2 EL 1 FL
2 KKE
1 PE
3 ELAS
2 Elpída

HU



15 TISZA

5 Fidesz 1 MHM

PT 1 CDU
1 Livre
7 PS 1 IL 6 AD
5 Chega


SE 2 V 2 MP 7 S 1 C
4 M
1 KD
4 SD



AT
3 Grüne 4 SPÖ 1 Neos 4 ÖVP
8 FPÖ


BG


2 PP
3 GERB
1 DB



1 DPS
10 PB

DK 1 Enhl. 2 SF 4 S 1 V
1 RV
1 M
1 LA
1 K
1 DD 2 DF



SK


3 PS 2 Slov
1 KDH
1 D
1 SaS

2 REP 3 Smer
2 Hlas

FI 2 Vas 1 Vihreät 4 SDP 3 Kesk
3 Kok
2 PS



IE 4 SF


3 FF
1 II
4 FG



2 SD
HR
2 Možemo 4 SDP
5 HDZ



1 Most
LT

2 LSDP 2 LS
4 TS-LKD 1 LVŽS



2 NA
LV
1 Prog

1 JV
1 NA
1 LRA
2 LPV


1 ZZS
1 SV
1 MMN
SI 1 Levica

1 SD 3 GS 3 SDS
1 N.Si





EE

1 SDE 1 RE
1 KE
2 Isamaa 1 KE 1 EKRE


CY 2 AKEL
1 DIKO

2 DISY 1 ELAM



LU

1 LSAP 2 DP 2 CSV


1 ADR
MT

3 PL
3 PN





Verlauf (Basisszenario)


Linke G/EFA S&D RE EVP EKR PfE ESN fʼlos Sonst.
15.06.26 49 40 122 71 181 74 98 39 19 27
20.04.26 52 39 124 70 173 78 103 36 21 24
23.02.26 54 37 124 64 175 83 104 37 24 18
07.01.26 53 37 122 71 177 80 104 38 27 11
10.11.25 51 37 124 71 175 81 105 39 24 13
01.09.25 55 40 123 66 176 85 105 37 21 12
01.07.25 51 44 124 73 181 80 99 36 20 12
19.05.25 49 40 130 76 179 79 100 35 23 9
24.03.25 52 41 131 73 177 79 99 33 24 11
27.01.25 48 43 130 81 185 77 93 29 24 10
02.12.24 43 41 131 83 186 73 100 27 24 12
07.10.24 44 41 136 79 186 74 96 26 29 9
12.08.24 44 45 137 77 191 73 88 25 31 9
Wahl 24 46 53 136 77 188 78 84 25 33

Verlauf (dynamisches Szenario)


Linke G/EFA S&D RE EVP EKR PfE ESN fʼlos Sonst.
15.06.26 52 40 124 74 181 80 101 39 29
20.04.26 53 39 126 72 173 84 106 36 31
23.02.26 55 37 126 65 176 90 104 37 30
07.01.26 54 37 123 73 177 86 106 38 26
10.11.25 52 37 126 73 175 86 109 39 23
01.09.25 56 40 125 68 177 89 107 37 21
01.07.25 52 44 126 75 181 84 101 37 20
19.05.25 49 40 132 78 179 82 101 36 23
24.03.25 52 41 132 74 179 82 103 33 24
27.01.25 49 43 132 82 185 80 96 29 24
02.12.24 43 42 133 82 186 77 104 27 26
07.10.24 46 41 137 79 187 77 97 26 30
12.08.24 45 46 138 78 191 76 89 25 32
Wahl 24 46 53 136 77 188 78 84 25 33

Die Zeile „Wahl 24“ kennzeichnet die Sitzverteilung zum 16. Juli 2024, dem Zeitpunkt der Konstituierung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl im Juni 2024.
Für Übersichten von Sitzprojektionen aus früheren Wahlperioden siehe hier (2014-2019) und hier (2019-2024).

Fraktionszuordnung

Basisszenario: Für die Projektion werden Parteien, die bereits im Europäischen Parlament vertreten sind, jeweils ihrer derzeitigen Fraktion zugerechnet. Nationale Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, aber einer europäischen Partei angehören, werden der Fraktion der entsprechenden europäischen Partei zugeordnet. In Fällen, bei denen sich die Mitglieder einer nationalen Liste nach der Wahl voraussichtlich auf mehrere Fraktionen aufteilen werden, wird jeweils die am plausibelsten scheinende Verteilung zugrundegelegt (siehe unten). Parteien, bei denen die Zuordnung zu einer bestimmten Fraktion unklar ist, werden im Basisszenario als „Sonstige“ eingeordnet.

Für die Bildung einer eigenständigen Fraktion sind nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments mindestens 23 Abgeordnete aus mindestens einem Viertel der Mitgliedstaaten (also 7 der 27 Mitgliedstaaten) erforderlich. Gruppierungen, die diese Bedingungen nach der Projektion derzeit nicht erfüllen, müssten gegebenenfalls nach der Europawahl zusätzliche Abgeordnete für sich gewinnen, um sich (wieder) als Fraktion konstituieren zu können.

Dynamisches Szenario: Im dynamischen Szenario werden alle „sonstigen“ Parteien einer schon bestehenden Fraktion (oder der Gruppe der Fraktionslosen) zugeordnet. Außerdem werden gegebenenfalls Fraktionsübertritte von bereits im Parlament vertretenen Parteien berücksichtigt, die politisch plausibel erscheinen, auch wenn sie noch nicht öffentlich angekündigt wurden. Um diese Veränderungen gegenüber dem Basisszenario deutlich zu machen, sind Parteien, die im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet werden, in der Tabelle mit der Farbe dieser Fraktion gekennzeichnet. Zudem erscheint der Name der möglichen künftigen Fraktion im Mouseover-Text. Die Zuordnungen im dynamischen Szenario basieren teils auf einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung und Strategie der Parteien und können daher im Einzelnen recht unsicher sein. In der Gesamtschau kann das dynamische Szenario jedoch näher an der wirklichen Sitzverteilung nach der nächsten Europawahl liegen als das Basisszenario.

Die vollen Namen der Fraktionen und der nationalen Einzelparteien erscheinen als Mouseover-Text, wenn der Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Bezeichnung in der Tabelle gehalten wird. Bei „sonstigen“ Parteien und Parteien, bei denen nach der nächsten Europawahl ein Fraktionswechsel wahrscheinlich erscheint, nennt der Mouseover-Text zudem die Fraktionen, denen sich die Partei gegebenenfalls anschließen könnte. Dabei wird die Fraktion, der die Partei im dynamischen Szenario zugeordnet ist, als Erstes aufgeführt.

Datengrundlage

Soweit verfügbar, wird bei der Sitzberechnung für jedes Land jeweils die jüngste Umfrage zu den Wahlabsichten für das Europäische Parlament herangezogen. Wo mehr als eine Umfrage erschienen ist, wird der Durchschnitt aller Umfragen aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten Umfrage berechnet, wobei jedoch von jedem einzelnen Umfrageinstitut nur die jeweils letzte Umfrage berücksichtigt wird. Stichtag für die Berücksichtigung einer Umfrage ist, soweit bekannt, jeweils der letzte Tag der Durchführung, andernfalls der Tag der Veröffentlichung.
Für Länder, in denen die letzte spezifische Europawahlumfrage mehr als zwei Wochen zurückliegt oder in den letzten zwei Wochen deutlich weniger Umfragen zur Europawahl als zur Wahl zum nationalen Parlament veröffentlicht wurden, wird stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament bzw. der Durchschnitt aller Umfragen für das nationale oder das Europäische Parlament aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten verfügbaren Umfrage verwendet. Für Länder, in denen es keine aktuellen Umfragen für Parlamentswahlen gibt, wird stattdessen gegebenenfalls auf Umfragen zu Präsidentschaftswahlen zurückgegriffen, wobei die Umfragewerte der Präsidentschaftskandidat:innen jeweils den Parteien der Kandidat:innen zugeordnet werden (dies kann insbesondere Frankreich und Zypern betreffen). Für Mitgliedstaaten, für die sich überhaupt keine Umfragen finden lassen, wird auf die Ergebnisse der letzten nationalen Parlaments- oder Europawahl zurückgegriffen.
In der Regel werden die nationalen Umfragewerte der Parteien direkt auf die Gesamtzahl der Sitze des Landes umgerechnet. Für Länder, in denen die Wahl in regionalen Wahlkreisen ohne Verhältnisausgleich erfolgt (aktuell Belgien und Irland), werden regionale Umfragedaten genutzt, soweit diese verfügbar sind. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Sitzzahl für jeden Wahlkreis einzeln berechnet, dabei aber jeweils die nationalen Gesamt-Umfragewerte herangezogen. Nationale Sperrklauseln werden, soweit vorhanden, in der Projektion berücksichtigt.
In Belgien entsprechen die Wahlkreise bei der Europawahl den Sprachgemeinschaft, während Umfragen üblicherweise auf Ebene der Regionen durchgeführt werden. Für die Projektion werden für die französischsprachige Gemeinschaft gegebenenfalls die Umfragedaten aus Wallonien, für die niederländischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Flandern genutzt. Für die deutschsprachige Gemeinschaft wird das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (1 Sitz für CSP).
In Ländern, in denen es üblich ist, dass mehrere Parteien als Wahlbündnis auf einer gemeinsamen Liste antreten, werden der Projektion plausibel erscheinende Listengemeinschaften zugrunde gelegt. In der Tabelle sind diese in der Regel unter der Bezeichnung des Wahlbündnisses oder der größten dazugehörigen Partei zusammengefasst. Manchmal gehören die Parteien eines Wahlbündnisses im Europäischen Parlament jedoch unterschiedlichen Fraktionen an. In diesem Fall wird (in der Regel auf Grundlage der Europawahl 2024) eine Plausibilitätsannahme über die Verteilung der Listenplätze getroffen. Das betrifft folgende Fälle: Spanien: Sumar: Sumar (1., 6. Listenplatz), CatComù (2.), Compromís (3.), IU (4.) und Más País (5.); Ahora Repúblicas: ERC (1., 4.), Bildu (2.) und BNG (3.); CEUS: PNV (1.) und CC (2.); Rumänien: ADU: USR (1.-2., 4.-5., 7.-9.), PMP (3.) und FD (6.); Ungarn: DK: DK (1.-4., 6., 8.), MSZP (5.), PM (7.); Slowenien: Levica/Vesna: Levica (1.) und Vesna (2.). In manchen Ländern ist die genaue Verteilung der Sitze unter den Parteien eines Wahlbündnisses von Vorzugsstimmen oder regionalen Wahlkreisergebnissen abhängig, sodass sich im Voraus nur eine Plausibilitätsannahme darüber treffen lässt. Dies betrifft folgende Fälle: Italien: AVS: EV (1., 3.-4., 6.-7. etc.) und SI (2., 5., 8. etc.); Polen: Konfederacja: NN (1., 3., 5. etc.) und RN (2., 4., 6. etc.). Vereinzelt kommt es auch vor, dass sich die Abgeordneten einer einzelnen Partei nach der Wahl auf mehrere Fraktionen aufteilen; in diesem Fall wird (in der Regel auf Grundlage des Status quo) eine Plausibilitätsannahme über die Aufteilung nach der nächsten Europawahl getroffen. Dies betrifft derzeit die Parteien PRO aus den Niederlanden und KE aus Estland. In Frankreich erfassen manche Umfragen PS (S&D), EELV (G/EFA), PCF (Linke) und manchmal auch LFI (Linke) zusammen; in diesen Fällen werden die erhobenen Werte zwischen den Parteien entsprechend dem Verhältnis in der letzten Umfrage aufgeteilt, in der diese getrennt ausgewiesen wurden. In Italien können Minderheitenparteien durch eine Sonderregelung auch mit nur recht wenigen Stimmen ins Parlament einziehen, sofern sie mit einer größeren Partei kooperieren. Dies ist der Fall bei der SVP im Bündnis mit FI.
Da es in Deutschland bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können Parteien bereits mit weniger als 1 Prozent der Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen. Da deutsche Umfrageinstitute für Kleinparteien jedoch in der Regel keine Werte ausweisen, wird in der Projektion jeweils das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (je 3 Sitze für Volt und FW, 2 Sitze für die PARTEI, je 1 Sitz für Tierschutzpartei, ödp, Familienpartei und PdF). Falls eine Kleinpartei in aktuellen Umfragen einen besseren Wert erreicht als bei der letzten Europawahl, wird stattdessen dieser Umfragewert genutzt.

Die folgende Übersicht führt die Datengrundlage für die Mitgliedstaaten im Einzelnen auf. Die Daten beziehen sich auf den letzten Tag der Durchführung der Umfragen; falls dieser nicht bekannt ist, auf den Tag der Veröffentlichung:
Deutschland: nationale Umfragen, 1.-12.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Frankreich: nationale Umfragen, 7.-8.10.2025, Quelle: Wikipedia;
Italien: nationale Umfragen, 31.5.-12.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Spanien: nationale Umfragen, 30.5.-12.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Polen: nationale Umfragen, 29.5.-10.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Rumänien: nationale Umfragen, 1.-14.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Niederlande: nationale Umfragen, 23.-25.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Belgien, französischsprachige Gemeinschaft: Umfragen für die nationale Parlamentswahl in der Wallonie, 9.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Belgien, niederländischsprachige Gemeinschaft: Umfragen für die nationale Parlamentswahl in Flandern, 9.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Belgien, deutschsprachige Gemeinschaft: Ergebnisse der Europawahl, 9.6.2024;
Tschechien: nationale Umfragen, 5.-8.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Griechenland: nationale Umfragen, 2.-8.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Ungarn: nationale Umfragen, 3.-8.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Portugal: nationale Umfragen, 14.-24.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Schweden: nationale Umfragen, 17.-28.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Österreich: nationale Umfragen, 20.5.-2.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Bulgarien: nationale Umfragen, 27.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Dänemark: nationale Umfragen, 28.5.-7.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Slowakei: nationale Umfragen, 11.-21.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Finnland: nationale Umfragen, 1.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Irland: nationale Umfragen, 27.5.-5.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Kroatien: nationale Umfragen, 26.5.-7.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Litauen: nationale Umfragen, 30.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Lettland: nationale Umfragen, Mai 2026, Quelle: Wikipedia;
Slowenien: nationale Umfragen, 12.-21.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Estland: nationale Umfragen, 5.6.2026, Quelle: Wikipedia;
Zypern: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 24.5.2026, Quelle: Wikipedia;
Luxemburg: nationale Umfragen, 24.4.2026, Quelle: Wikipedia;
Malta: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 30.5.2026, Quelle: Wikipedia.

Manuel Müller ist Europawissenschaftler und Herausgeber des Blogs „Der (europäische) Föderalist“. Er arbeitet vor allem zu Fragen der supranationalen Demokratie und institutionellen Reform der EU.

Bilder: alle Grafiken: Manuel Müller (Karte erstellt mit MapChart [CC BY-SA 4.0]); Porträt Manuel Müller: Finnish Institute of International Affairs [alle Rechte vorbehalten].

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