Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre: Projektion für das Europäische Parlament

Stand: 14.12.2015
Es ist die letzte Europawahl-Projektion in diesem Jahr, und für die beiden größten Fraktionen im Europäischen Parlament geht 2015 nicht gut aus: Gegenüber der Oktober-Projektion müssen sowohl die christdemokratische EVP als auch die sozialdemokratische S&D deutlich Federn lassen. Der große Gewinner der letzten Wochen ist hingegen die liberale Fraktion ALDE.

GroKo-Mehrheit nur hauchdünn

Sowohl für die EVP (192 Sitze/–12) als auch für die S&D (185/–8) ist es das schlechteste Umfrageergebnis in dieser Wahlperiode; für die Christdemokraten ist es zudem das erste Mal, dass sie unter den symbolischen Wert von 200 Sitzen abrutschen. Zusammen würden die beiden Fraktionen der informellen Großen Koalition nun noch 377 Mandate erreichen – und hätten damit nur noch eine hauchdünne Mehrheit in dem insgesamt 751 Sitze umfassenden Parlament.

Wo dieser Rückgang herkommt, ist allerdings je nach Fraktion etwas unterschiedlich. Im Fall der S&D verteilen sich die Einbußen quer durch die ganze Union: In insgesamt sieben Mitgliedstaaten verlieren die Sozialdemokraten gegenüber der Oktober-Projektion ein oder zwei Sitze; nur in Österreich legen sie minimal zu.

Für die EVP hingegen konzentrieren sich die Verluste vor allem auf Polen: Nach der verlorenen Parlamentswahl im Oktober sacken die Christdemokraten in den Umfragen weiter ab und büßen sechs Mandate ein. Darüber hinaus verschlechtern sie sich noch in acht weiteren Ländern; in Ungarn, Portugal, den Niederlanden und Schweden können sie aber auch Sitze hinzugewinnen.

Gewinne der Liberalen

Während die großen Fraktionen verlieren, erreicht die ALDE mit 87 Sitzen (+12) ihren neuen Bestwert in dieser Wahlperiode. Auch hierfür erschließt sich die Ursache nicht auf den ersten Blick: Ist es eine Reaktion der Wähler, die sich angesichts der scharfen Sicherheitsmaßnahmen, die nach dem Terroranschlag in Paris in etlichen Mitgliedstaaten beschlossen wurden, nun den liberalen Bürgerrechtsparteien zuwenden?

Eher nicht: In Wirklichkeit dürfte der Aufschwung der ALDE wohl eher durch bestimmte nationale Effekte in einigen Mitgliedstaaten zu erklären sein. Allein acht der zwölf zusätzlichen Mandate gehen auf das Konto der polnischen Partei Nowoczesna (.N), die vom Niedergang der dortigen Christdemokraten profitiert. Außerdem setzt sich in Spanien der Höhenflug der Ciudadanos (Cʼs) weiter fort; in Rumänien würde der ALDE erstmals der Sprung über die nationale Fünfprozenthürde gelingen; und auch die tschechische ANO verzeichnet weiterhin sehr gute Umfragewerte.

Bemerkenswert daran ist, dass all diese Parteien noch sehr jung sind; die polnische .N wurde sogar erst in diesem Jahr gegründet. Die ALDE scheint derzeit also vor allem dort zuzulegen, wo sie sich als frische Alternative zu den Parteien der Großen Koalition profilieren kann. Lang etablierte Parteien wie die deutsche FDP und die britischen LibDem, die früher die ALDE dominierten, erlitten hingegen in den letzten Jahren massive Verluste und kommen bis heute nicht auf die Beine. Für den jüngst gewählten neuen ALDE-Parteivorsitzenden Hans van Baalen dürften diese Verschiebungen im parteiinternen Machtgleichgewicht noch einige Herausforderungen bringen.

Schleichender Aufstieg der Rechtsfraktionen

Doch nicht nur die Liberalen konnten ihre Umfragewerte in den letzten Wochen verbessern: Auch die drei Rechtsfraktionen EKR (68 Sitze/+2), EFDD (52/+1) und ENF (53/–1) legen in der Summe noch einmal leicht zu. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits das ganze Jahr anhält – seit Januar waren die Parteien rechts der EVP in jeder Europawahl-Projektion etwas stärker als in der vorangehenden.

Auch der „Schock“, den viele Kommentatoren nach dem Erfolg des Front National (FN/ENF) bei der französischen Regionalwahl vergangene Woche konstatierten, kommt deshalb nicht wirklich überraschend. Der Aufstieg der Rechten in Europa geschieht nicht mit einem Paukenschlag, sondern als schleichender Prozess, und er findet nicht nur in einzelnen Ländern statt, sondern in fast der gesamten Union. Dass sich diese Entwicklung an der Europawahlprojektion besonders gut ablesen lässt, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die eigentliche Gefahr nicht die Rechtsfraktionen im Europäischen Parlament sind, sondern die mögliche Regierungsbeteiligung rechter Parteien in den Mitgliedstaaten.

Wenig Veränderung im linken Spektrum

Nur wenig Veränderungen gibt es schließlich im linken Teil des parlamentarischen Spektrums. Die Linksfraktion GUE/NGL profitiert von ihrer spanischen Mitgliedspartei Podemos, die kurz vor der nationalen Parlamentswahl noch einmal zulegen konnte. Außerdem kam es in Italien zu einem Zusammenschluss mehrerer linker Kleinparteien zur Sinistra Italiana (SI), die nun wieder knapp die nationale Vier-Prozent-Hürde überschreiten würde. In anderen Ländern büßt die GUE/NGL aber auch Sitze ein, sodass sie insgesamt nur minimal hinzugewinnt (52 Sitze/+1).

Bei der Fraktion der Grünen/EFA wiederum kommt es zu keinerlei Veränderung (33/±0): Nach den aktuellen Umfragen würde jede einzelne ihrer Mitgliedsparteien genau auf dieselbe Sitzzahl kommen wie in der Projektion vor acht Wochen.

Fraktionslose und weitere Parteien

Wenig Neues gibt es auch bei den Fraktionslosen, also den Parteien, die sich aufgrund ihrer (meist rechts- oder linksextremen) politischen Ausrichtung keiner Gruppierung im Parlament angeschlossen haben (12/±0). Einen Zuwachs verzeichnen hingegen die „weiteren“ Parteien, die derzeit nicht im Parlament vertreten sind und keiner Fraktion eindeutig zugeordnet werden können (17/+5). Drei von ihnen hätten nun erstmals die Chance, Sitze zu gewinnen:

● die liberalkonservative kroatische Partei Most, die ähnlich den deutschen Freien Wählern aus kommunalen Wahllisten entstanden ist und bei der kroatischen Parlamentswahl im November überraschend drittstärkste Kraft und das Zünglein an der Waage für die Regierungsbildung wurde;
● die rumänische Rechtsaußen-Partei PRM, die schon 2007 und 2009-14 im Europäischen Parlament vertreten war und 2007 mit einigen der heutigen ENF-Parteien die kurzlebige Fraktion Identität, Tradition, Souveränität (ITS) gründete, die aber schon nach wenigen Monaten im Streit auseinanderging;
● die rechtskonservative estnische EKRE, die mit Mitgliedern der EKR und der EFDD Verbindungen unterhält und sich bei einem Einzug ins Parlament wohl einer von diesen beiden Fraktionen anschließen würde.

Die Übersicht

Die folgende Tabelle schlüsselt die Projektion für die Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im nächsten Europäischen Parlament nach nationalen Einzelparteien auf. Da es bis heute keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basiert sie auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten. Wie die Datengrundlage für die Länder im Einzelnen aussieht und nach welchen Kriterien die nationalen Parteien den europäischen Fraktionen zugeordnet wurden, ist im Kleingedruckten unter der Tabelle erläutert.


GUE/
NGL
G/EFA S&D ALDE EVP EKR EFDD ENF fʼlos Weitere
EP heute 52 50 190 70 216 75 45 38 15
Okt. 15 51* 33* 193* 75* 204* 66* 51 54 12 12
Dez. 15 52* 33* 185* 87* 192* 68* 52 53 12 17
DE 9 Linke
1 Tier
9 Grüne
1 Piraten
1 ödp
23 SPD 4 FDP
1 FW
36 Union 8 AfD
1 Familie


1 Partei
1 NPD
FR
2 EELV 18 PS 7 MD-UDI 23 LR

24 FN

GB 1 SF 3 Greens
4 SNP
16 Lab

21 Cons
1 UUP
26 UKIP
1 DUP
IT 3 SI
25 PD
9 FI
1 SVP

21 M5S 11 LN
3 FdI


ES 10 Pod
2 IU
1 ERC 13 PSOE 11 Cʼs
1 CDC
1 PNV
15 PP




PL

3 ZL 12 .N 11 PO 21 PiS


4 Kʼ15
RO

12 PSD 2 ALDE 13 PNL
3 MP




2 PRM
NL 3 SP 2 GL 2 PvdA 3 D66
4 VVD
4 CDA 1 CU
7 PVV
EL 7 Syriza
1 LAE

1 Potami
1 Pasok

5 ND 1 ANEL

2 XA
2 KKE
1 EK
BE
1 Groen
1 Ecolo
2 sp.a
3 PS
2 OpenVLD
3 MR
2 CD&V
1 cdH
1 CSP
4 N-VA
1 VB

PT 1 CDU
2 BE

8 PS
10 PSD-CDS




CZ 3 KSČM
6 ČSSD 7 ANO 2 TOP09
1 KDU-ČSL
2 ODS



HU
1 LMP 2 MSZP
1 DK

12 Fidesz


5 Jobbik
SE 1 V 1 MP 6 S 2 C
1 L
5 M
4 SD


AT
2 Grüne 5 SPÖ 1 Neos 4 ÖVP

6 FPÖ

BG

5 BSP 2 DPS 7 GERB
2 RB




1 PF
DK 1 FmEU
4 S 3 V
1 LA

4 DF



FI 1 Vas 2 Vihr 3 SDP 3 Kesk
1 SFP
2 Kok 1 PS



SK

7 SMER
1 KDH
1 M-H
1 OĽ-NOVA
1 SNS
2 Sieť
IE 3 SF

3 FF 3 FG



2 Unabh.
HR

4 SDP
4 HDZ



3 Most
LT
1 LVŽS 4 LSDP 2 LRLS
1 DP
2 TS-LKD
1 TT


LV

3 Sask 2 ZZS 1 V 2 NA



SI 1 ZL
1 SD 2 SMC
1 DeSUS
2 SDS
1 NSi-SLS





EE

1 SDE 1 RE
2 KE





1 EVA
1 EKRE
CY 2 AKEL
1 DIKO
1 EDEK

2 DISY




LU
1 Gréng 1 LSAP 1 DP 3 CSV




MT

3 PL
3 PN






Verlauf

GUE/
NGL
G/EFA S&D ALDE EVP EKR EFDD ENF fʼlos Weitere
14.12.20155233185871926852531217
17.10.20155133193752046651541212
21.08.20155635190742047047491115
30.06.201561341887320569 43471120
03.05.201560321938020562 4451159
10.03.201560311967721660 4349127
12.01.201565401907021259 4743178
18.11.201460421956921259 4743168
23.09.20145339196672236147401510
28.07.2014564719175215664440134
EP 01.07.14525019167221704837
15

Die Zeile „EP 01.07.14“ kennzeichnet die Sitzverteilung zum 1. Juli 2014, dem Zeitpunkt der Konstituierung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl im Mai 2014. Die Spalte für die ENF-Fraktion gibt bis Mai 2015 die Werte der Europäischen Allianz für Freiheit (EAF) bzw. der Bewegung für ein Europa der Nationen und Freiheiten (BENF) und ihr nahestehender Parteien an, die bis zur Fraktionsgründung im Juni 2015 fraktionslos waren.

Die vollen Namen der Fraktionen und der nationalen Einzelparteien erscheinen als Mouseover-Text, wenn der Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Bezeichnung in der Tabelle gehalten wird. Bei den weiteren Parteien ist zudem die ungefähre politische Ausrichtung angegeben, um ihre Bündnismöglichkeiten auf europäischer Ebene anzudeuten. Da die betreffenden Parteien allerdings oft erst vor kurzer Zeit gegründet wurden, befindet sich ihre Programmatik zum Teil noch im Fluss, sodass die Angabe lediglich zur groben Orientierung dienen kann.

Fraktionszuordnung
Für die Projektion werden Parteien, die bereits im Europäischen Parlament vertreten sind, jeweils ihrer derzeitigen Fraktion zugerechnet, es sei denn, sie haben ausdrücklich ihren Entschluss zu einem Fraktionswechsel nach der nächsten Wahl erklärt. Nationale Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, aber einer europäischen Partei angehören oder ihr in der politischen Ausrichtung sehr nahe stehen, werden der Fraktion der entsprechenden europäischen Partei zugeordnet. In Fällen, bei denen sich die Mitglieder einer nationalen Liste nach der Wahl voraussichtlich auf mehrere Fraktionen aufteilen werden, wird jeweils die am plausibelsten scheinende Verteilung zugrundegelegt. Parteien, die nicht im Parlament vertreten sind und bei denen die Zuordnung zu einer bestimmten Fraktion unklar ist, werden als „Weitere Parteien“ eingeordnet. Diese Zuordnungen folgen zum Teil natürlich auch einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung der Parteien. Jeder Leserin und jedem Leser sei es deshalb selbst überlassen, sie nach eigenen Kriterien zu korrigieren.

Für die Bildung einer eigenständigen Fraktion sind nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments mindestens 25 Abgeordnete aus mindestens sieben Mitgliedstaaten erforderlich. Mit einem Asterisk (*) gekennzeichnete Gruppierungen würden nach der Projektion diese Bedingungen erfüllen. Andere Gruppierungen müssten gegebenenfalls nach der Europawahl zusätzliche Abgeordnete (z. B. aus der Spalte Weitere“) für sich gewinnen, um sich als Fraktion konstituieren zu können.

Datengrundlage
Soweit verfügbar, wurde bei der Sitzberechnung für jedes Land jeweils die jüngste Umfrage zu den Wahlabsichten für das Europäische Parlament herangezogen. In Ländern, wo es keine spezifischen Europawahlumfragen gibt oder wo die letzte solche Umfrage mehr als ein Jahr zurückliegt, wurde stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament verwendet. Wo mehr als eine Umfrage erschienen ist, wurde der Durchschnitt aller Umfragen aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten Umfrage berechnet. Für Mitgliedstaaten, für die sich überhaupt keine Umfragen finden lassen, wurde auf die Ergebnisse der letzten nationalen Parlaments- oder Europawahl zurückgegriffen.
In der Regel wurden die nationalen Umfragewerte der Parteien direkt auf die Gesamtzahl der Sitze des Landes umgerechnet. In Ländern, wo die Wahl in regionalen Wahlkreisen ohne Verhältnisausgleich erfolgt (Frankreich, Vereinigtes Königreich, Belgien, Irland), werden regionale Umfragedaten genutzt, soweit diese verfügbar sind. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Sitzzahl für jeden Wahlkreis einzeln berechnet, dabei aber jeweils die nationalen Gesamt-Umfragewerte herangezogen.
Nationale Sperrklauseln, soweit vorhanden, werden in der Projektion berücksichtigt. In Ländern, in denen es üblich ist, dass Parteien zu Wahlen in Listenverbindungen antreten, werden der Projektion jeweils die am plausibelsten erscheinenden Listenverbindungen zugrunde gelegt.
Da es in Deutschland bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können Parteien bereits mit weniger als 1 Prozent der Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen. Mangels zuverlässiger Umfragedaten wird für diese Kleinparteien in der Projektion jeweils das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (je 1 Sitz für Tierschutzpartei, ödp, Piraten, FW, Familienpartei, PARTEI und NPD). In Großbritannien haben wegen der Unterschiede im Wahlrecht einige Parteien nur bei Europawahlen echte Chancen, Mandate zu gewinnen. In Umfragen zu nationalen Wahlen schneiden diese Parteien deshalb strukturell deutlich schlechter ab als bei der Europawahl. Dies gilt vor allem für UKIP und Greens. Um dies zu kompensieren, wird in der Projektion für die Greens stets das Ergebnis der Europawahl herangezogen (3 Sitze). Für UKIP und LibDem werden die aktuellen Umfragewerte für nationale Wahlen verwendet, aber für die Projektion mit dem Faktor 3 (UKIP) bzw. 1,33 (LibDem) multipliziert. In Italien können Minderheitenparteien durch eine Sonderregelung auch mit nur recht wenigen Stimmen ins Parlament einziehen. In der Projektion wird die Südtiroler Volkspartei deshalb jeweils mit dem Ergebnis der letzten Europawahl (1 Sitz) geführt.
Die folgende Übersicht führt die Datengrundlage für die Mitgliedstaaten im Einzelnen auf:
Deutschland: nationale Umfragen, 30.11.-12.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Frankreich: nationale Regionalwahl-Umfragen, 23.11.-3.12.2015 (29.3.2015 für LR, MD-UDI), Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, England: nationale Umfragen, 1.-11.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, Wales: regionale Umfragen für die nationale Parlamentswahl, 4.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, Schottland: Regionalwahl-Umfragen, 4.-16.11.2015, Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, Nordirland: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 7.5.2015.
Italien: nationale Umfragen, 29.11.-9.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Spanien: nationale Umfragen, 27.11.-12.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Polen: nationale Umfragen, 3.-13.12.2015, Quelle: Ewybory.eu.
Rumänien: nationale Umfragen, 6.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Niederlande: nationale Umfragen, 3.-13.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Griechenland: nationale Umfragen, 26.11.-4.12., Quelle: Wikipedia.
Belgien, Flandern: regionale Umfragen für die nationale Parlamentswahl, 2.10.2015, Quelle: Wikipedia.
Belgien, Wallonien: regionale Umfragen für die nationale Parlamentswahl, 18.5.2015, Quelle: Wikipedia.
Belgien, deutschsprachige Gemeinschaft: Ergebnisse der Europawahl, 25.5.2014.
Portugal: nationale Umfragen, 2.-9.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Tschechien: nationale Umfragen, 18.-27.11.2015, Quelle: Wikipedia. 
Ungarn: nationale Umfragen, 19.11.2015, Quelle: Wikipedia.
Schweden: nationale Umfragen, 19.11.-2.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Österreich: nationale Umfragen, 6.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Bulgarien: nationale Umfragen, 13.7.2015, Quelle: News7.
Dänemark: nationale Umfragen, 29.11.-10.12.2015, Quelle: Berlinske Barometer.
Finnland: nationale Umfragen, 1.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Slowakei: nationale Umfragen, 21.11.-1.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Irland: nationale Umfragen, 2.-13.12.2015, Quelle: Wikipedia.
Kroatien: nationale Umfragen, 25.11.-4.12..2015, Quelle: Wikipedia.
Litauen: nationale Umfragen, 14.11. 2015, Quelle: Vilmorus.
Lettland: nationale Umfragen, August 2015, Quelle: Latvian Facts.
Slowenien: nationale Umfragen, Oktober/November 2015, Quelle: Episcenter, Ninamedia.
Estland: nationale Umfragen, November 2015, Quelle: Wikipedia.
Zypern: Ergebnisse der Europawahl, 25.5.2014.
Luxemburg: Ergebnisse der Europawahl, 25.5.2014.
Malta: nationale Umfragen, Oktober 2015, Quelle: Malta Today.

Bilder: Eigene Grafiken.

Kommentare:

  1. Super Arbeit. Wünschenswert wäre noch eine Legende für die nationalen Parteien.
    Weiter so!

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    1. Die vollen Namen der nationalen Einzelparteien erscheinen jetzt als Mouseover-Text (Tooltip), wenn man den Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Parteibezeichnung in der Tabelle hält.

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  2. I don't know German but I have one doubt about one committee from Poland. Europe+(Eur+) is coalition of parties and organisations which two of them are members of ALDE and EDP so their candidates will nor be in S&D after succeeding in elections. Also senior party of that coalition (Your Movement) have not declared their allegiance.

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    1. I have now corrected the affiliation of Europa Plus, as well as some other national parties (ANO, PMP) which are not represented in the European Parliament currently, but have close connections to a European party.

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  3. The predictions for Germany are taking in account the recent decision of the Constitutional Court about 3% clause?

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    1. No, they don't (as specified in the small print). German pollsters usually don't publish the results for very small parties, but give only an aggregate percentage for "other parties". In recent polls, these "other parties" are at about 6-7% (see here: http://www.wahlrecht.de/umfragen/europawahl.htm), but it is impossible to translate this into a precise number of seats.

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  4. Danke für deine tolle Arbeit! Weiß man schon was über mögliche Koalitionsabsichten der Fraktionen zur Wahl von Schulz oder Juncker? Gab es hierzu schon Äußerungen?

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  5. hervorragend! Kaum keine Fehler.
    1) N-VA ist ein mitglied von der "European Free Alliance", sie gehen mit die Grünen.
    2) 'To Potami' wird warscheinlich die ADLE oder S&D eintreten.

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  6. hervorragend! Kaum keine Fehler.
    1) N-VA ist ein mitglied von der "European Free Alliance", sie gehen mit die Grünen.
    2) 'To Potami' wird warscheinlich die ADLE oder S&D eintreten.

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    1. In der TAt, die N-VA ist derzeit (noch) Mitglied der EFA. Allerdings gab es in den letzten Monaten immer wieder Spannungen zwischen ihr und dem Rest der Fraktion, sodass inzwischen auch der aktuelle N-VA-Europaabgeordnete erklärt hat, es sei unklar, welcher Fraktion sich die Partei nach der Europawahl anschließt (siehe hier). Eine weitere Mitgliedschaft in der G/EFA erscheint nicht wahrscheinlicher als in irgendeiner anderen Fraktion, sodass ich sie vorerst in die Gruppe der "Sonstigen" einsortiert habe.

      Darüber, welcher Fraktion sich To Potami anschließen will, habe ich keine Informationen. Für Hinweise (am besten mit Link) bin ich dankbar.

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    2. 1) über N-VA . . . Sie sind besser informiert!
      2) über To Potami, sie können das übersetzen:
      http://topotami.gr/dhmosieumata/xenos-typos/el-periodico-ena-politiko-start/
      Πριν από την αναμενόμενη κατάρρευση του σοσιαλδημοκρατικού ΠΑΣΟΚ, οι Ευρωπαίοι σοσιαλιστές ξεκίνησαν να φλερτάρουν με το Ποτάμι ώστε να ενταχθούν στην πολιτική του ομάδα στο Ευρωπαϊκό Κοινοβούλιο, αλλά ακόμα δεν έχουν αποφασίσει αν θα ενσωματωθούν εκεί, στο ALDE ή στους Πράσινους.

      ADLE oder Grünen (Prasinous). Sie haben jetzt nicht beschließt.

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    3. Vielen Dank für den Link. Solange es noch unklar ist, welcher Fraktion To Potami sich anschließen wird, werde ich sie vorläufig in der Spalte "Sonstige" belassen. Mal sehen, ob sie sich vor der Europawahl noch für eine bestimmte Fraktion entscheiden.

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  7. vielen dank für die arbeit und die sehr übersichtliche tabelle!
    einige details sehe ich aber etwas anders:
    1.) deutschland: es ist vermutlich halbwegs fix mit jeweils mindestens 1 mandat zumindest für piraten (GUE/NGL oder G/EFA), FW (ALDE?) und NPD (f’los) zu rechnen. und AfD wird sich wohl ECR oder EFD anschließen.
    2.) großbritannien: aufgrund des wahlsystems, bei dem das verhältniswahlrecht jeweils nur pro wahlkreis gilt und es keinen gesamtstaatlichen ausgleich gibt, halte ich LibDem und grüne hier mandatsmäßig für überbewertet.
    3.) italien: es würde mich nicht wundern, wenn sich zumindest ein teil von M5S einer fraktion (GUE/NGL?) anschließen würde.

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    1. Danke für die Hinweise. Zu 1: Wie ich oben schon in einem Kommentar angemerkt habe, veröffentlichen deutsche Umfrageinstitute in der Regel die Ergebnisse für die ganz kleinen Parteien nicht, da die Fehlermargen der Umfragen keine zuverlässigen Aussagen über sie zulassen. Stattdessen geben sie nur einen Prozentsatz für "Sonstige" an (derzeit ca. 6-8%, siehe http://www.wahlrecht.de/umfragen/europawahl.htm). Man kann zwar Spekulationen darüber anstellen, wie sich diese 6-8% in Mandate für einzelne Parteien umsetzen werden (und die von Ihnen genannte scheint mir nicht unplausibel), aber da es dazu keine zuverlässigen Zahlen, habe ich sie in der Tabelle ignoriert. Zu den möglichen Partnern der AfD siehe hier.

      Zu 2: Die Besonderheiten des britischen Wahlsystems sind in der Tabelle bereits berücksichtigt. Wie im Kleingedruckten erklärt, wurden für Schottland, Wales und Nordirland jeweils regionale Umfragen genutzt. Für England wurden die Sitze für jeden Regionalwahlkreis einzeln berechnet, wobei jeweils die gesamtbritischen Umfragewerte herangezogen wurden. Mit ca. 7-8 Prozent würde es für Liberale und Grüne in mehreren Wahlkreisen für ein Mandat reichen (wenn auch oft nur knapp).

      Zu 3: Über die mögliche Fraktionszugehörigkeit des M5S wird derzeit viel spekuliert - wenig überraschend, schließlich handelt es sich dabei um die größte nationale Einzelpartei, die noch keiner Fraktion zuzuordnen ist. Außer GUE/NGL und G/EFA wird vor allem die EFD zuletzt häufig genannt. Da das aber bislang alles nur Vermutungen sind, steht die Partei in der Tabelle vorläufig weiterhin unter "Sonstige".

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  8. Probably the belgian PTB (an ex-Maoist party who runs in a semi-official coalition with a orthodox Communist party and a Trotskyist party) will sit in the GUE/NGL group. At least has the typical profile of the parties who sit in these group.

    I only found an article saying that they will sit in that group, and even that is not clear if it is an official position of the party or an interpretation of the newspaper; however, going to their sites or even to the twitter account of their leading candidate, seems to be an implicit association with the GUE/NGL (interviewing MEPs of the GUE/NGL; stating that some of their candidates are lawyers for the GUE/NGL; picturing the nº 1 of the list with the GUE/NGL logo behind; etc.).

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    1. Thanks for the links, that looks quite clear! I'll change them to the GUE/NGL column.

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  9. I denke ABV wird S+D beitreten. Sie sind eine sozialdemokratische Partei und haben bereits ein MdEP in dieser Fraktion. Die N-VA könnte sich der EVP anschließen. Die Niederländische PvdD (Tierschutzpartei) wird sich wahrscheinlich den Grünen anschließen.

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  10. ABV gehört zu S+D, SMC zu ALDE und ZZS zu fraktionslos.

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  11. SMC ist Beobachter bei der ALDE Partei, sie gehört also in die ALDE Spalte. ABV als sozialdemokratische Partei gehört in die S+D Spalte, die haben glaub ich auch Kontakte zur SPE.

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    1. Was SMC und ALDE betrifft, bin ich etwas unschlüssig. Natürlich aht die ALDE bei den Anhörungen Violeta Bulc massiv unterstützt und führt sie auch in der Liste der ALDE-Mitglieder in der Kommission. Andererseits sind die SMC-Mitglieder in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats fraktionslos. Auch auf der ALDE-Homepage wird die SMC unter den Mitgliedsparteien nicht genannt. (Allerdings werden bloße Beobachter dort ohnehin nicht genannt.) Insgesamt bin ich deshalb geneigt, SMC künftig in die ALDE-Spalte zu übernehmen; ich würde mich aber sehr über Hinweise auf offizielle Quellen freuen, aus denen die Beziehungen zwischen SMC und ALDE etwas eindeutiger hervorgehen.

      Was ABV betrifft, so ist sie ja gerade als Abspaltung von den bulgarischen Sozialdemokraten entstanden. Auch wenn sie sich inhaltlich anscheinend recht nahe stehen, scheinen da einige persönliche Verwerfungen im Spiel gewesen zu sein, die einem SPE/S&D-Beitritt im Weg stehen könnten. Auf der SPE-Homepage jedenfalls kommt die ABV nicht vor, auch nicht als assoziiertes Mitglied. Auch hier würde ich mich über nähere Informationen freuen; einstweilen werde ich die ABV aber weiter in der Spalte der "Sonstigen" belassen.

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    2. Zu ABV: Die ABV hatte vor der Europawahl 2014 schon einen Europaparlamentarier. Dieser saß in der S+D Fraktion, auch wenn er und seine Partei nicht der SPE angehörte(n).
      Zu SMC: Dass die SMC in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats fraktionslos ist tut nichts zur Sache, da die Fraktionszugehörigkeiten dort etwas veraltet sind, die rumänische PNL gehört dort noch immer zur ALDE. In der ALDE Fraktion dort ist auch die Rechtskonservative/populistische Schweizer Volkspartei Mitglied, das gefällt mir nicht wirklich, die gehören in die ECR.

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    3. Der ABV-Abgeordnete, der vor der Europawahl im Parlament saß, ist Ivajlo Kalfin. Er war vorher Mitglied der bulgarischen SPE-Mitgliedspartei BSP, war von 2005 bis 2009 Vizepremierminister in der Regierung Stanishev und wurde 2009 für die BSP ins Europäische Parlament gewählt (wo er natürlich der S&D-Fraktion angehörte). 2014 überwarf er sich aber mit der BSP und trat stattdessen als Spitzenkandidat für die ABV an, die dann aber bei der Wahl an der Sperrklausel scheiterte. Gerade diese Konstellation lässt mich etwas daran zweifeln, dass sich die ABV nach der nächsten Europawahl wirklich so ohne Weiteres in die S&D-Fraktion integrieren würde.

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    4. Trotzdem, saß er eine gewisse Zeitlang, als ABV Abgeordneter in der S&D. Wenn dies ein so großes Problem wäre, dann hätte er nach seinem Übertritt zur ABV dann auch gleich die Fraktion verlassen. Vor der Europawahl hat auch niemand der ABV erwähnt, dass die ABV im Falle des Parlamentseinzug, die S&D verlassen würde. Somit ist es für mich recht eindeutig, dass die ABV der S&D beitreten würde. Aber als Unabhängige, denn einen SPE Beitritt halte auch ich für unwahrscheinlich.

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  12. Ich würde mich über ein paar Infos zu Siet' freuen, man findet kaum was im Internet.

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  13. ZZS gehört nicht mehr zur EFDD, sondern ist jetzt Fraktionslos. Das Mandat der EFDD wurde dabei durch einen KNP Abgeordneten ersetzt. Wird langsam Zeit für die nächste Umfrage.

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  14. Die ALDE hat jetzt die SMC als Vollmitglied aufgenommen, steht auf ihrer Homepage. Sie hat außerdem noch weitere Parteien aufgenommen, darunter auch die portugiesische Partido da Terra. Herr, Müller sie sagten noch im Juli die Partido da Terra wäre "konservativ-euroskeptisch" und hätte "kaum programmatische Gemeinsamkeiten mit den Liberalen". Mir will erschliesst sich nicht sorecht warum die MPT dann auch noch in der ALDE Partei aufgenommen wurde. Genau wie die Mitgliedschaft von Fianna Fail und der (zwar Liberalen aber euroskeptischen) SaS, sowie die Migliedschaft der Schweizer Volkspartei in der Europarats Fraktion der ALDE. Ich mache mir Sorgen über die Liberalität und den proeuropäischen Kurs der ALDE. Auch mag ich nicht, dass die Sozialliberalen aus Griechenland und Frankreich statt in der ALDE in der S&D Fraktion Sitzen.

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  15. Wie kommt es, dass auf der Seite der Spinnelli Gruppe, den Namen Barbara Spinellis nicht bei den Unterzeichnern des Manifestes finde und auch keine Podemos und Syriza Abgeordneten, welche doch angeblich Barbara Spinnellis föderalistische Ideen unterstützten?

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