Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre


GUE/
NGL
Grüne/
EFA
S&D ALDE EVP EKR EFDD ENF fʼlos Weitere
EP heute 52 52 187 68 218 74 43 34 23
Nov. 18 56 47 137 94 182 49 21* 62 10 47
Jan. 19 57 49 130 90 181 58 14* 63 11 52
dynamisch 57 50 130 95 185 91 86 11

Basisszenario,
Stand: 07.01.2019.
Wie tief können die Sozialdemokraten in den Umfragen noch fallen? Viereinhalb Monate vor der Europawahl scheint für die größte europäische Mitte-links-Partei kein Boden in Sicht: Gegenüber der letzten Projektion von Mitte November stürzen sie noch einmal ab und würden nun nur noch 130 Sitze erreichen (–7). Das ist nicht nur ein neuer Tiefststand in dieser Wahlperiode, sondern wäre auch der niedrigste Sitzanteil, den die sozialdemokratische S&D-Fraktion im Europäischen Parlament jemals erreicht hat.

Die christdemokratisch-konservative Europäische Volkspartei hält sich hingegen recht stabil (181 Sitze / –1) und kann dadurch ihren Vorsprung gegenüber den Sozialdemokraten auf über 50 Sitze ausbauen. Das sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die EVP sich auf ihr schlechtestes Europawahlergebnis seit 1989 einstellen muss.

EVP in großen Ländern schwach

Gegenüber der letzten Europawahl am deutlichsten verschlechtert hat sich die Lage der Europäischen Volkspartei in den großen Mitgliedstaaten: In den sieben einwohnerreichsten Ländern lassen die Umfragen für die EVP Verluste erwarten. Besonders stark sind diese in Frankreich (9 statt 20 Sitze) und Deutschland (28 statt 34), auch wenn die CDU/CSU seit der November-Projektion wieder etwas an Boden gutmachen konnte.

Aber auch in den kleineren Ländern ist die Lage für die EVP durchwachsen. Starke Verluste drohen etwa den Mitgliedsparteien aus Tschechien (2 statt 7), der Slowakei (2 statt 6) und Lettland (1 statt 4); aus Dänemark und Estland (je 0 statt 1) könnte es künftig überhaupt keine EVP-Europaabgeordneten mehr geben. In Griechenland (8 statt 5), Schweden (6 statt 4), Österreich (7 statt 5) und Zypern (3 statt 1) dürfen die Konservativen hingegen mit Zugewinnen rechnen.

S&D leidet europaweit

Ähnlich ist das Bild für die S&D: Im Vergleich zur aktuellen Zusammensetzung des Parlaments verlieren auch die Sozialdemokraten quer durch Europa, besonders aber in den großen Mitgliedstaaten Italien (15 statt 31), Deutschland (14 statt 27) und Frankreich (5 statt 12). Aussicht auf Verbesserung versprechen die Umfragen ihnen hingegen nur in wenigen Ländern, etwa Bulgarien (7 statt 4), Dänemark (5 statt 3) und Finnland (4 statt 2).

Trotz dieser Krise sehen die aktuellen Umfragen die Sozialdemokraten freilich noch immer in einem Drittel der Mitgliedstaaten – nämlich in Spanien, Portugal, Dänemark, Schweden, Finnland, Lettland, Rumänien, der Slowakei und Malta – als stärkste nationale Kraft. Doch auch in vielen dieser Länder ist die Unterstützung nicht stabil: Die Einbußen in den letzten acht Wochen gehen insbesondere auf schwächere Umfragewerte der Sozialdemokraten in Rumänien, Spanien und Portugal zurück, während sie sich etwa in Deutschland und Ungarn leicht verbessern konnten.

Und wenn beide großen Fraktionen leiden, dann sehen in der Summe natürlich auch die Aussichten für die von ihnen gebildete informelle Große Koalition nicht allzu gut aus: Zusammen kommen EVP und S&D in der Projektion nur noch auf 311 Sitze – und sind damit von der absoluten Mehrheit (353 der insgesamt 705 Sitze) weiter entfernt denn je.

ALDE stärker als 2014 – aber seit 2017 im Sinkflug

Der Niedergang der Großen Koalition dürfte zur Folge haben, dass die europäischen Liberalen nach der Europawahl im Europäischen Parlament an politischem Gewicht gewinnen. Die liberale Fraktion ALDE, die schon jetzt häufig von EVP und S&D in ihre Zusammenarbeit mit einbezogen wird, könnte künftig zur Bildung von Mehrheiten nahezu unverzichtbar werden. Dieser Ausbau der politischen Schlüsselstellung geht für die Liberalen zudem mit deutlichen Sitzgewinnen einher: Den Umfragen zufolge können sie künftig mit 90 statt derzeit 68 Mandaten rechnen. Besonders stark zulegen dürften sie in Frankreich (18 statt 7), Spanien (13 statt 8), Deutschland (8 statt 3), Tschechien (8 statt 4) und Irland (5 statt 1).

Gemessen an den Ambitionen von ALDE-Parteichef Hans van Baalen, der vor zwei Jahren „ungefähr hundert Sitze“ als Ziel für die Europawahl ausgab, können die europäischen Liberalen allerdings nicht ganz zufrieden sein. Tatsächlich übertraf die ALDE in der zweiten Jahreshälfte 2017, als sie ihre besten Umfragewerte erreichte, die 100-Sitze-Marke deutlich. Seitdem befindet sie sich jedoch in einem langsamen, aber recht stetigen Sinkflug, der sich auch in den vergangenen Wochen fortsetzte: Gegenüber der letzten Projektion von November 2018 verliert die ALDE in zahlreichen Mitgliedstaaten leicht, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Spanien und Rumänien (insgesamt 90 Sitze / –4).

Grüne Welle“ setzt sich fort, Linke stabil

Im Aufwind befindet sich hingegen die Fraktion der Grünen/EFA: Diese stürzte in den Umfragen nach der Europawahl 2014 erst einmal stark ab, konnte ihre Werte aber seit Mitte 2017 nahezu kontinuierlich verbessern. Auch wenn die Fraktion in den Umfragen jetzt erst wieder auf dem Niveau des vergangenen Wahlergebnisses steht, spricht die Parteispitze der europäischen Grünen deshalb bereits von einer europäischen „grünen Welle“. In den letzten Wochen setzte sich diese „Welle“ weiter fort; die Fraktion würde nun 49 Sitze erreichen (+2).

Interessant ist dabei auch, dass sich diese Zugewinne der letzten Wochen auf mehrere Länder (Frankreich, Spanien, Niederlande, Schweden und Litauen) verteilen – anders als in den Monaten zuvor, in denen die „grüne Welle“ eigentlich nur auf den Höhenflug der deutschen Grünen zurückgegangen war. Seit der November-Projektion müssen diese einen Dämpfer hinnehmen. Dennoch wird sich ihr Gewicht innerhalb der Grüne/EFA-Fraktion bei der Europawahl wohl deutlich erhöhen: Statt bisher 13 von 52 könnten künftig 19 von 49 Fraktionsmitgliedern aus Deutschland stammen.

Wenig Veränderung gibt es unterdessen bei der Linksfraktion GUE/NGL. In der Projektion kommt diese nun auf 57 Sitze (+1) – eine deutliche, aber nicht spektakuläre Verbesserung gegenüber den 52 Sitzen, die sie im aktuellen Parlament einnimmt. Besonders starke Zugewinne kann die GUE/NGL dabei in Frankreich (10 statt 5) und Kroatien (3 statt 0) erwarten. In Spanien (8 statt 10) und Italien (0 statt 3) sind linke Parteien heute hingegen schwächer als im Eurokrisen-Europawahljahr 2014.

EKR und ENF legen zu, EFDD steht vor dem Aus

Stark zulegen kann auch die rechtskonservative EKR-Fraktion. Das liegt zum einen daran, dass die italienische FdI in den letzten Umfragen wieder knapp über der nationalen Vier-Prozent-Hürde liegt. Zum anderen hat die französische Partei Debout la France angekündigt, dass sie nach der Europawahl zur EKR übertreten wird. Die EKR macht dadurch in der Projektion einen Sprung auf 58 Sitze (+9) – und erreicht fast wieder das Niveau, das sie vor der Brexit-Entscheidung (und damit dem angekündigten Abgang ihrer wichtigsten bisherigen Mitgliedspartei, der britischen Conservatives) hatte.

Gleichzeitig bedeutet der angekündigte Übertritt wohl auch das endgültige Aus für die nationalpopulistische EFDD-Fraktion, der Debout la France bis jetzt angehörte. Von allen EFDD-Mitgliedern, die bei der Europawahl voraussichtlich wieder ins Europäische Parlament einziehen werden, gibt es nur zwei, die noch nicht offiziell angekündigt haben, dass sie die Fraktion verlassen werden: die deutsche AfD und die litauische TT. Zusammen kämen sie noch auf 14 Sitze (–7) – in jeder Hinsicht zu wenige, um nach der Geschäftsordnung des Parlaments weiter eine eigene Fraktion zu bilden.

Die Rechtsaußen-Fraktion ENF schließlich konnte in den letzten Wochen ebenfalls leicht dazugewinnen, was vor allem an stärkeren Umfragewerten des französischen RN um Marine Le Pen liegt. Andere Mitgliedsparteien, etwa die italienische Lega, waren zuletzt hingegen etwas schwächer als in der November-Projektion. Insgesamt würde die ENF jetzt 63 Abgeordnete erreichen (+1).

Fraktionslose und Weitere

Wenig Neues gibt es bei den fraktionslosen Abgeordneten. Diese meist rechts- oder linksextremen Parteien, die so radikal sind, dass sie in keiner europäischen Gruppierung einen Platz gefunden haben, kämen nun gemeinsam auf 11 Sitze (+1).

Mehr Bewegung gab es hingegen bei den weiteren Parteien – also jenen Parteien, die zum ersten Mal ins Europäische Parlament einziehen werden und noch keiner europäischen Partei angehören oder deren künftige Fraktionszuordnung aus anderen Gründen unklar ist. Diese Gruppe erreicht nun einen neuen Höchstwert von 52 Sitzen (+5), was insbesondere an der spanischen Rechtspartei Vox liegt. Nach ihrem Einzug in das andalusische Regionalparlament Anfang Dezember erreicht diese nun auch in nationalen Umfragen Werte von rund zehn Prozent. Nachdem Vox in der Vergangenheit die Nähe zur ENF gesucht hatte, ging Parteichef Santiago Abascal zuletzt etwas auf Distanz und kündigte an, die Partei werde über ihre Fraktionszugehörigkeit erst nach der Europawahl entscheiden. In dieser Projektion wird Vox deshalb ab jetzt nicht mehr direkt der ENF zugerechnet, sondern als „weitere Partei“ geführt.

Kandidieren die „Gelbwesten“?

In der Projektion nicht inbegriffen sind schließlich die französischen Gilets Jaunes („Gelbwesten“). Verschiedene Vertreter der Protestbewegung, die seit Ende 2018 die französische Öffentlichkeit beherrscht, spielen inzwischen mit der Idee, mit einer eigenen Wahlliste zur Europawahl anzutreten. Einzelne Umfragen schreiben einer solchen Liste ein Potenzial von 8 bis 12 Prozent der Stimmen (ca. 10 Sitze) zu, die vor allem zu Lasten von Marine Le Pens RN sowie der Linkspartei La France Insoumise gehen würden.

Ob es dazu kommt, ist allerdings unsicher; die Idee einer eigenen Wahlliste ist in der Bewegung selbst umstritten. Und auch die inhaltliche Ausrichtung der Gilets Jaunes, die vor allem durch ihre gemeinsame Gegnerschaft zu Präsident Emmanuel Macron zusammengehalten werden, ist reichlich unklar. Welcher Fraktion sich die Gruppierung im Europäischen Parlament gegebenenfalls anschließen könnte, ist dementsprechend völlig offen; umso mehr, als wahrscheinlich in sämtlichen Fraktionen bereits irgendeine andere französische Partei vertreten sein wird.

Interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings die Solidaritätsadresse, die Luigi di Maio, der Chef des italienischen M5S, den Gilets Jaunes zuletzt zukommen ließ. Auch die künftige Fraktionszugehörigkeit des M5S (das bisher noch zur EFDD gehört, aber bereits seinen Austritt angekündigt hat) steht derzeit noch in den Sternen. Di Maio selbst würde nach der Europawahl am liebsten eine neue, eigene Fraktion gründen, ohne bislang freilich sagen zu können, wer dafür als Partner in Frage käme. Eine Allianz mit den Gilets Jaunes könnte hierfür ein erster Baustein sein – sofern diese tatsächlich kandidieren und Sitze gewinnen.

Dynamisches Szenario

Dynamisches Szenario,
Stand: 07.01.2019.
So oder so: Die Auflösung der EFDD-Fraktion und die vielen „weiteren Parteien“ bleiben ein Unsicherheitsfaktor für die Gestalt des Europäischen Parlaments nach der Europawahl. Um dem gerecht zu werden, werden die Parteien aus diesen beiden Gruppen im dynamischen Szenario jenen Fraktionen zugeordnet, die ihnen politisch jeweils am nächsten zu stehen scheinen. Im Vergleich zur Basis-Projektion ist das dynamische Szenario also spekulativer; angesichts der zu erwartenden Veränderungen im Zuschnitt der Fraktionen könnte es aber näher an der wirklichen Gestalt des Europäischen Parlaments nach der Europawahl liegen.

Da nicht nur die EFDD-Mitglieder, sondern auch viele der „weiteren Parteien“ nationalkonservativ oder rechtspopulistisch ausgerichtet sind, schneiden EKR und ENF im dynamischen Szenario deutlich besser ab als im Basisszenario. Für GUE/NGL (57 Sitze), G/EFA (50), S&D (130), ALDE (95) und EVP (185) ergeben sich nur geringe oder überhaupt keine Zuwächse. Die ENF hingegen käme – mit AfD und Vox – auf 86 Sitze, die EKR – mit dem M5S und dem niederländischen FvD – sogar auf 91.

Sowohl EKR als auch ENF haben also eine Chance, der ALDE den Platz als drittstärkste Fraktion im Parlament streitig zu machen. Zusammen würden die beiden Rechtsfraktionen sogar 177 Mandate erreichen und lägen damit nur knapp hinter der EVP als stärkster Kraft.

Rechte Einheitsfraktion?

Ist so eine rechte Einheitsfraktion denkbar? Die Spekulationen darüber haben in den letzten Tagen jedenfalls noch einmal kräftigen Auftrieb erhalten. Anlass dafür ist ein Treffen zwischen Matteo Salvini und Jarosław Kaczyński, das am morgigen Mittwoch stattfinden wird. Die Vorsitzenden der italienischen Lega und der polnischen PiS repräsentieren die jeweils größten nationalen Einzelparteien von ENF und EKR. Sollten sie sich auf einen Übertritt der PiS in die ENF-Fraktion verständigen, so dürfte dies noch zahlreiche weitere EKR-Mitglieder, etwa die skandinavischen Rechtsparteien, nach sich ziehen. Von der Sitzzahl her könnte die dadurch entstehende neue große Rechtsfraktion dann wohl mit den Sozialdemokraten mithalten – während das M5S die Chance nutzen könnte, um aus den restlichen Mitgliedern der EKR, die einen Übertritt zur ENF ablehnen, eine neue Fraktion populistischer, aber nicht dezidiert rechter Protestparteien zu formen.

Dieses Szenario ist nun allerdings tatsächlich äußerst spekulativ. Wie ich an anderer Stelle ausführlich dargestellt habe, gibt es nach wie vor zahlreiche Hindernisse, die die Lega und ihre Verbündeten von der PiS und den nordeuropäischen Rechtsparteien trennen und eine rechte Einheitsfraktion unwahrscheinlich machen. Immerhin: Falls das Treffen zwischen Salvini und Kaczyński zu konkreten Ergebnissen führt, wissen wir vielleicht in Kürze mehr.

Die Übersicht

Die folgende Tabelle schlüsselt die Projektion für die Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im nächsten Europäischen Parlament nach nationalen Einzelparteien auf. Die Tabelle folgt dabei dem Basis-Szenario. Die Veränderungen im dynamischen Szenario sind durch farbige Schrift und durch einen Hinweis im Mouseover-Text gekennzeichnet.

Da es keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basiert die Projektion auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten. Da das Vereinigte Königreich noch vor der nächsten Europawahl aus der Europäischen Union austreten wird, werden die britischen Parteien in der Projektion seit Mai 2017 nicht mehr berücksichtigt. Wie die Datengrundlage für die Länder im Einzelnen aussieht, ist im Kleingedruckten unter der Tabelle erläutert. Mehr Informationen zu den europäischen Parteien und zu den Fraktionen im Europäischen Parlament gibt es hier.


GUE/
NGL
Grüne/
EFA
S&D ALDE EVP EKR EFDD ENF fʼlos Weitere
EP heute 52 52 187 68 219 73 43 34 23
Nov. 18 56 47 137 94 182 49 21* 62 10 47
Jan. 19 57 49 130 90 181 58 21* 63 11 52
dynamisch 57 50 130 95 185 91 86 11
DE 9 Linke
1 Tier
17 Grüne
1 Piraten
1 ödp
14 SPD 8 FDP
1 FW
28 Union 1 Familie 13 AfD
1 Partei
1 NPD
FR 10 FI 7 EELV 5 PS 18 LREM 9 LR 7 DLF
23 RN

IT

15 PD
8 FI
1 SVP
3 FdI
27 Lega
22 M5S
ES 8 UP 2 ERC
1 Comp
1 ICV
14 PSOE 13 Cʼs 13 PP



1 PDeCAT
6 Vox
PL

3 SLD
17 PO
4 PSL
25 PiS


3 Kʼ15
RO

11 PSD 3 ALDE 8 PNL
2 UDMR




2 PLUS
4 USR
3 PRO
NL 3 SP
1 PvdD
4 GL 2 PvdA 6 VVD
2 D66
3 CDA 1 CU
4 PVV
3 FvD
EL 6 Syriza
1 LAE

2 KINAL
8 ND


2 XA
2 KKE

BE 1 PTB 2 Groen
1 Ecolo
1 sp.a
3 PS
2 OpenVLD
2 MR
2 CD&V
1 cdH
1 CSP
4 N-VA
1 VB

PT 1 CDU
2 BE

9 PS
9 PSD-CDS




CZ 2 KSČM 3 Piráti 1 ČSSD 8 ANO 2 KDU-ČSL 4 ODS
1 SPD

HU

3 MSZP
2 DK

13 Fidesz


3 Jobbik
SE 2 V 1 MP 6 S 2 C 4 M
2 KD
4 SD



AT 1 Grüne 5 SPÖ 1 Neos 7 ÖVP

5 FPÖ

BG

7 BSP 2 DPS 7 GERB



1 OP
DK 1 FmEU
1 SF
5 S 3 V
1 RV

3 DF



FI 1 Vas 2 Vihr 4 SDP 3 Kesk 3 Kok 1 PS



SK

3 SMER
1 M-H
1 KDH
2 OĽ-NOVA
2 SaS

2 SNS 2 ĽSNS 1 SR
IE 3 SF

5 FF 5 FG




HR 3 ŽZ
3 SDP
5 HDZ



1 Most
LT
3 LVŽS 1 LSDP
1 DP
4 TS-LKD
1 TT

1 LCP
LV

2 SDPS 1 ZZS
1 AP!
1 V 1 NA


1 KPV
1 JKP
SI

2 SD 2 LMŠ 3 SDS
1 NSi-SLS





EE

1 SDE 2 KE
2 RE





2 EKRE
CY 2 AKEL
1 DIKO
3 DISY




LU
1 Déi Gréng 1 LSAP 1 DP 3 CSV




MT

4 PL
2 PN





Verlauf


GUE/
NGL
G/EFA S&D ALDE EVP EKR EFDD ENF fʼlos Weitere
07.01.2019 57 49 130 90 181 58 14 63 11 52
13.11.2018 56 47 137 94 182 49 21 62 10 47
18.09.2018 60 42 140 95 178 50 21 59 10 50
23.07.2018 57 38 145 102 177 50 22 56 10 48
678 Sitze 55 38 137 96 173 50 21 53 10 45
29.05.2018 55 37 137 103 178 43 23 46 12 44
03.04.2018 58 33 137 104 180 41 23 44 12 46
05.02.2018 65 33 142 102 179 47 42 41 11 16
13.12.2017 56 30 142 109 196 45 37 36 9 18
16.10.2017 55 28 150 106 192 45 38 37 12 15
22.08.2017 57 24 149 108 196 42 29 44 12 17
27.06.2017 55 23 155 109 201 38 28 42 11 16
02.05.2017 46 28 170 82 198 35 27 59 12 21
mit GB 47 35 186 88 198 68 36 59 13 21
06.03.2017 50 35 182 80 191 69 48 60 14 22
16.01.2017 48 40 180 82 191 63 48 68 14 17
14.11.2016 48 38 182 91 194 65 47 61 13 12
13.09.2016 47 38 181 91 189 62 53 63 14 13
26.07.2016 48 39 185 90 192 59 54 61 13 10
25.05.2016 55 40 174 85 187 63 51 70 14 12
05.04.2016 52 37 179 85 192 72 50 53 15 16
07.02.2016 51 34 183 82 196 70 51 55 12 17
14.12.2015 52 33 185 87 192 68 52 53 12 17
17.10.2015 51 33 193 75 204 66 51 54 12 12
21.08.2015 56 35 190 74 204 70 47 49 11 15
30.06.2015 61 34 188 73 205 69 43 47 11 20
03.05.2015 60 32 193 80 205 62 44 51 15 9
10.03.2015 60 31 196 77 216 60 43 49 12 7
12.01.2015 65 40 190 70 212 59 47 43 17 8
18.11.2014 60 42 195 69 212 59 47 43 16 8
23.09.2014 53 39 196 67 223 61 47 40 15 10
28.07.2014 56 47 191 75 215 66 44 40 13 4
EP 01.07.14 52 50 191 67 221 70 48 37 15

Die Zeile „EP 01.07.14“ kennzeichnet die Sitzverteilung zum 1. Juli 2014, dem Zeitpunkt der Konstituierung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl im Mai 2014.
Bis März 2017 sind die Werte der Sitzprojektion einschließlich dem Vereinigten Königreich angegeben, ab Mai 2017 ohne das Vereinigte Königreich. Die Zeile „mit GB“ kennzeichnet die Werte für Mai 2017 mit dem Vereinigten Königreich.
Im Juni 2018 beschloss der Europäische Rat eine Umverteilung eines Teils der britischen Sitze auf andere Mitgliedstaaten, wodurch das Parlament nach der Europawahl 2019 von 678 auf 705 Sitze erweitert wird. Dies ist ab Juli 2018 in der Projektion berücksichtigt. Die Zeile „678 Sitze“ kennzeichnet die Werte für Juli 2018 ohne die zusätzlichen Sitze.
Die Spalte für die ENF-Fraktion gibt bis Mai 2015 die Werte der Europäischen Allianz für Freiheit (EAF) bzw. der Bewegung für ein Europa der Nationen und Freiheiten (BENF) und ihr nahestehender Parteien an, die bis zur Fraktionsgründung im Juni 2015 fraktionslos waren.

Die vollen Namen der Fraktionen und der nationalen Einzelparteien erscheinen als Mouseover-Text, wenn der Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Bezeichnung in der Tabelle gehalten wird. Bei den „weiteren“ Parteien ist zudem die ungefähre politische Ausrichtung angegeben, um ihre Bündnismöglichkeiten auf europäischer Ebene anzudeuten. Da die betreffenden Parteien allerdings oft erst vor kurzer Zeit gegründet wurden, befindet sich ihre Programmatik zum Teil noch im Fluss, sodass die Angabe lediglich zur groben Orientierung dienen kann.

Fraktionszuordnung

Für die Projektion werden Parteien, die bereits im Europäischen Parlament vertreten sind, jeweils ihrer derzeitigen Fraktion zugerechnet, es sei denn, sie haben ausdrücklich ihren Entschluss zu einem Fraktionswechsel nach der nächsten Wahl erklärt oder ein Fraktionswechsel erscheint aus anderen Gründen sehr wahrscheinlich. Nationale Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, aber einer europäischen Partei angehören oder ihr in der politischen Ausrichtung sehr nahe stehen, werden der Fraktion der entsprechenden europäischen Partei zugeordnet. In Fällen, bei denen sich die Mitglieder einer nationalen Liste nach der Wahl voraussichtlich auf mehrere Fraktionen aufteilen werden, wird jeweils die am plausibelsten scheinende Verteilung zugrundegelegt. Parteien, bei denen die Zuordnung zu einer bestimmten Fraktion unklar ist, werden als „Weitere Parteien“ eingeordnet. Diese Zuordnungen folgen zum Teil auch einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung der Parteien. Jeder Leserin und jedem Leser bleibt es deshalb selbst überlassen, sie nach eigenen Kriterien zu korrigieren.

Für die Bildung einer eigenständigen Fraktion sind nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments mindestens 25 Abgeordnete aus mindestens sieben Mitgliedstaaten erforderlich. Mit einem Asterisk (*) gekennzeichnete Gruppierungen würden diese Bedingungen nach der Projektion derzeit nicht erfüllen. Sie müssten deshalb gegebenenfalls nach der Europawahl zusätzliche Abgeordnete (z. B. aus der Spalte „Weitere“) für sich gewinnen, um sich als Fraktion konstituieren zu können.

Dynamisches Szenario: Nach der Europawahl 2019 wird sich die EFDD-Fraktion voraussichtlich auflösen, sodass sich deren bisherige Mitglieder auf die anderen Rechtsfraktionen verteilen werden. Außerdem werden sich voraussichtlich alle oder die meisten der „weiteren Parteien“ einer schon bestehenden Fraktion anschließen. Um das mögliche Ausmaß dieser Veränderungen deutlich zu machen, sind Parteien, die sich nach der Europawahl einer neuen Fraktion anschließen könnten, in der Tabelle mit der Farbe ihrer möglichen künftigen Fraktion gekennzeichnet; zudem erscheint der Name der möglichen künftigen Fraktion im Mouseover-Text. Diese Zuordnungen basieren allerdings auf einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung und Strategie der Parteien und sind daher recht spekulativ.

Datengrundlage

Soweit verfügbar, wird bei der Sitzberechnung für jedes Land jeweils die jüngste Umfrage zu den Wahlabsichten für das Europäische Parlament herangezogen. Wo mehr als eine Umfrage erschienen ist, wird der Durchschnitt aller Umfragen aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten Umfrage berechnet (Stichtag ist, soweit bekannt, jeweils der letzte Tag der Feldforschung, andernfalls der Tag der Veröffentlichung). Für Länder, in denen es keine spezifischen Europawahlumfragen gibt oder die letzte solche Umfrage mehr als zwei Wochen zurückliegt, wird stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament bzw. der Durchschnitt aller Umfragen für das nationale oder das Europäische Parlament aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten verfügbaren Umfrage verwendet. Für Mitgliedstaaten, für die sich überhaupt keine Umfragen finden lassen, wird auf die Ergebnisse der letzten nationalen Parlaments- oder Europawahl zurückgegriffen.
In der Regel werden die nationalen Umfragewerte der Parteien direkt auf die Gesamtzahl der Sitze des Landes umgerechnet. Für Länder, in denen die Wahl in regionalen Wahlkreisen ohne Verhältnisausgleich erfolgt (aktuell Belgien und Irland), werden regionale Umfragedaten genutzt, soweit diese verfügbar sind. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Sitzzahl für jeden Wahlkreis einzeln berechnet, dabei aber jeweils die nationalen Gesamt-Umfragewerte herangezogen. Nationale Sperrklauseln werden, soweit vorhanden, in der Projektion berücksichtigt. Für alle Länder wird die Sitzzahl angenommen, die sie entsprechend dem Beschluss des Europäischen Rates vom 29. Juni 2018 nach dem britischen EU-Austritt haben werden.
In Belgien entsprechen die Wahlkreise bei der Europawahl den Sprachgemeinschaft, während Umfragen üblicherweise auf Ebene der Regionen durchgeführt werden. Für die Projektion werden für die französischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Wallonien, für die niederländischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Flandern genutzt. Für die deutschsprachige Gemeinschaft wird das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen.
In Ländern, in denen es üblich ist, dass Parteien zu Wahlen in Listenverbindungen antreten, werden der Projektion jeweils die am plausibelsten erscheinenden Listenverbindungen zugrunde gelegt. Insbesondere werden für Spanien folgende Listenverbindungen angenommen: Unidos Podemos, Compromís und ICV (mit Compromís auf dem 3., ICV auf dem 6. Listenplatz); PDeCAT, PNV und CC (mit PNV auf dem 2., CC auf dem 4. Listenplatz).
Da es in Deutschland bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können Parteien bereits mit weniger als 1 Prozent der Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen. Mangels zuverlässiger Umfragedaten wird für diese Kleinparteien in der Projektion jeweils das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (je 1 Sitz für Tierschutzpartei, ödp, Piraten, FW, Familienpartei, PARTEI und NPD).
In Italien können Minderheitenparteien durch eine Sonderregelung auch mit nur recht wenigen Stimmen ins Parlament einziehen. In der Projektion wird die Südtiroler Volkspartei deshalb jeweils mit dem Ergebnis der letzten Europawahl (1 Sitz) geführt.

Die folgende Übersicht führt die Datengrundlage für die Mitgliedstaaten im Einzelnen auf. Die Daten beziehen sich auf den letzten Tag der Feldforschung; falls dieser nicht bekannt ist, auf den Tag der Veröffentlichung der Umfragen:
Deutschland: nationale Umfragen, 28.12.2018-5.1.2019, Quelle: Wikipedia.
Frankreich: nationale Europawahl-Umfragen, 10.-20.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Italien: nationale Umfragen, 30.12.2018-7.1.2019, Quelle: Wikipedia.
Spanien: nationale Umfragen, 21.12.2018.-2.1.2019, Quelle: Wikipedia.
Polen: nationale Umfragen, 4.1.2019, Quelle: Wikipedia.
Rumänien: nationale Umfragen, 30.11.-9.12.2018, Quelle: Poll of polls.
Niederlande: nationale Umfragen, 9.-17.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Griechenland: nationale Umfragen, 6.-18.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Belgien, niederländischsprachige Gemeinschaft: regionale Umfragen (Flandern) für die nationale Parlamentswahl, 8.-17.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Belgien, französischsprachige Gemeinschaft: regionale Umfragen (Wallonien) für die nationale Parlamentswahl, 3.-8.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Belgien, deutschsprachige Gemeinschaft: Ergebnisse der Europawahl, 25.5.2014.
Portugal: nationale Umfragen, 11.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Tschechien: nationale Umfragen, 13.-26.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Ungarn: nationale Umfragen, 11.-20.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Schweden: nationale Umfragen, 13.-26.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Österreich: nationale Umfragen und nationale Europawahl-Umfragen, 7.-14.12.2018, Quelle: Wikipedia/Wikipedia.
Bulgarien: nationale Umfragen, 17.12.2018, Quelle: Poll of polls.
Dänemark: nationale Umfragen, 8.-20.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Finnland: nationale Umfragen, 12.-18.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Slowakei: nationale Umfragen, 9.12.2018, Quelle: Focus Research.
Irland: nationale Umfragen, 13.-18.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Kroatien: nationale Umfragen, 24.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Litauen: nationale Umfragen, 9.12.2018, Quelle: Vilmorus.
Lettland: nationale Umfragen, 12.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Slowenien: nationale Umfragen, 7.-13.12.2018, Quelle: Poll of polls.
Estland: nationale Umfragen, 10.-19.12.2018, Quelle: Wikipedia.
Zypern: nationale Umfragen, 3.10.2018, Quelle: Poll of polls.
Luxemburg: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 14.10.2018.
Malta: nationale Umfragen, 14.12.2018, Quelle: Wikipedia.

Bilder: Eigene Grafiken.

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