Mittwoch, 31. Juli 2019

Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre (Juli 2019): Sommerpause nach der Wahl


GUE/
NGL
Grüne/
EFA
S&D RE EVP EKR ID fʼlos Weitere
Wahl 2019 41 75 154 108 182 62 73 56
ohne UK 40 68 148 97 187 62 76 27
Juli 19,
Basis
48 73 149 113 174 77 79 31 7
ohne UK 47 64 138 108 180 57 82 22 7
Juli 19,
dynamisch
48 74 149 113 175 80 81 31
ohne UK 47 65 138 108 181 60 84 22

Basis-Szenario (mit UK),
Stand: 30.07.2019.


Basis-Szenario (ohne UK),
Stand: 30.07.2019.


Dynamisches Szenario (mit UK),
Stand: 30.07.2019.


Dynamisches Szenario (ohne UK),
Stand: 30.07.2019.
Es ist der Sommer nach der Europawahl, und während die frisch gewählte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU/EVP) und die europäischen Regierungen dabei sind, an der Zusammensetzung der neuen Europäischen Kommission zu feilen, in Spanien und Belgien die Regierungsbildung nicht vorankommt und Großbritannien unter Boris Johnson (Cons./EKR) Kurs auf einen No-Deal-Brexit nimmt, sind viele europäische Wähler schlicht im Urlaub. Das wiederum bedeutet, dass ein guter Teil der Bevölkerung für Umfrageinstitute nicht zu erreichen ist – nicht der beste Zeitpunkt also, um mithilfe von Meinungsumfragen die politische Stimmung zu erfassen oder gar neue demoskopische Trends zu erfassen.

Entsprechend sollte man auch die Ergebnisse dieser ersten Projektion nach der Europawahl 2019 nicht überbewerten. Wenn die Werte der Parteien in der Projektion vom Ergebnis der Europawahl abweichen, so kann das darauf zurückzuführen sein, dass sich die öffentliche Meinung in den letzten zwei Monaten gewandelt hat. Es kann aber auch schlicht an der Qualität der Umfragen liegen, wobei nicht nur das Sommerloch ein Problem darstellt: Die letzte Projektion vor der Wahl, die im Mai auf diesem Blog erschien, basierte vor allem auf Umfragen, in denen spezifisch nach der Wahlabsicht bei der Europawahl gefragt worden war. Jetzt nach der Europawahl fragen die meisten Umfragen hingegen wieder nach der Wahlabsicht bei nationalen Wahlen – die mit dem Europawahlverhalten inzwischen zwar recht gut, aber eben nicht vollständig übereinstimmt.

Unterschiedliche Muster

Betrachtet man die Entwicklung der Parteien im Einzelnen, so lassen sich deshalb unterschiedliche Muster identifizieren: In einigen Fällen schnitten Parteien bei der Europawahl überraschend gut ab und begannen daraufhin auch in den nationalen Umfragen zu klettern – etwa die deutschen Grünen (G/EFA) oder die rumänische USR-PLUS (RE). Für diese Parteien könnte die Europawahl ein Sprungbrett gewesen sein, um ihre Position auch auf nationaler Ebene zu verbessern.

Andere Parteien hingegen schnitten bei der Wahl schlechter ab, als die Umfragen erwarten ließen, kommen in den Umfragen nach der Wahl jedoch wieder auf ähnliche Werte wie vorher. Dies gilt etwa für FDP (RE) und Linke (GUE/NGL) aus Deutschland, für Vox (EKR) und UP (GUE/NGL) aus Spanien sowie für die ALDE (–) aus Rumänien. Offenbar gelang es diesen Parteien nicht, ihr in Umfragen ermitteltes Wählerpotenzial für die Wahl zu mobilisieren.

Umgekehrt erzielten die irische Green Party (EGP) und I4C (GUE/NGL) sowie die niederländische PvdA (S&D) bei der Europawahl Überraschungserfolge, die sich jedoch nicht in den Nachwahlumfragen niederschlagen. Insbesondere im Fall der PvdA dürfte dies mit dem „Timmermans-Effekt“ zu tun haben: Als Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten verhalf der Niederländer Frans Timmermans seiner nationalen Partei bei der Europawahl zu einem guten Ergebnis – das sich aber nicht auf Umfragen zur nationalen Wahlabsicht auswirkt.

Und dann gibt es natürlich auch die große Zahl der Fälle, in denen die die nationalen Umfragewerten der Parteien in etwa auf einer Linie mit den Ergebnissen der Europawahl liegen. Drastische Veränderungen gegenüber der Wahl vom 23. bis 26. Mai bringt diese erste Projektion jedenfalls nicht.

EVP, S&D verlieren, RE gewinnt

Die wichtigsten Verlierer der letzten Monate sind dabei die beiden großen Fraktionen EVP und S&D. Beide schnitten bei der Europawahl im Mai geringfügig besser ab, als die Projektion zuvor hatte erwarten lassen, und fallen in den Umfragen nun wieder auf ihr vorheriges Niveau zurück. Die christdemokratisch-konservative EVP erreicht nun 174 Sitze (–8 im Vergleich zum Wahlergebnis), die sozialdemokratische S&D 149 (–5). (Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich alle Werte jeweils auf die Basisprojektion mit dem Vereinigten Königreich.)

Dabei liegen die Werte der EVP vor allem in Deutschland und Rumänien, die der S&D in Deutschland, Polen und, wie bereits erwähnt, den Niederlanden deutlich unterhalb ihrem Europawahl-Ergebnis. Klar verbessern kann sich bei der EVP nur die polnische PO, bei den Sozialdemokraten nur die britische Labour Party. Wenn es wie erwartet Ende Oktober zum Brexit kommt, dürfte Letztere für die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments allerdings bald ohnehin nicht mehr relevant sein. In der Basisprojektion ohne das Vereinigte Königreich fällt die S&D deshalb noch tiefer, nämlich auf 138 Sitze (–10).

Hingegen kann sich die liberale Fraktion Renew Europe (ehemals ALDE) vor allem dank der rumänischen USR-PLUS und der deutschen FDP gegenüber ihrem Europawahlergebnis noch einmal verbessern und käme nun auf 113 Sitze (+5). Lässt man das Vereinigte Königreich außer Acht, fällt dieser Zuwachs sogar noch deutlicher aus: Im Post-Brexit-Szenario ohne würde die RE-Fraktion jetzt 108 Sitze (+11) erreichen.

Grüne und Linke stabil

Die grüne Fraktion G/EFA, die bei der Europawahl die Umfragen weit übertroffen hatte, bleibt in der neuen Projektion weitgehend stabil (73 Sitze/–2). Während einzelne Parteien – besonders die deutschen Grünen und die tschechischen Piráti – ihren Höhenflug seit der Europawahl fortsetzen konnten, fallen die Fraktionsmitglieder aus Irland, Schweden, Dänemark und Lettland in den Umfragen wieder hinter ihr Wahlergebnis zurück.

Umgekehrt schnitt die Linksfraktion GUE/NGL bei der Europawahl deutlich schwächer ab, als die Umfragen hatten erwarten lassen. In der neuen Projektion stabilisiert sich die Fraktion hingegen wieder – wie erwähnt, erreichen sowohl die deutsche Linke als auch die spanische UP wieder das Niveau in den Umfragen vor der Wahl. Insgesamt käme die GUE/NGL nun auf 48 Sitze (+7).

Rechte legen zu

Zulegen können schließlich auch die Fraktionen auf der rechten Seite des politischen Spektrums: In der Rechtsaußenfraktion ID (bisher ENF) schneiden mehrere Mitgliedsparteien in den Umfragen jetzt etwas stärker ab als bei der Europawahl. Zudem könnten sowohl die niederländische PVV als auch die slowakische SR, die bei der Wahl überraschend den Einzug ins Parlament verpassten, nach den Umfragen wieder mit einem Sitz rechnen. Insgesamt käme die ID damit auf 79 Sitze (+6).

Etwas durchwachsener sind die Werte der rechtskonservativen EKR-Fraktion: Diese profitiert in der Projektion zwar davon, dass sich das überraschend schwache Wahlergebnis der spanischen Partei Vox nicht in den nationalen Umfragen nach der Wahl niederschlug. In mehreren mittleren und kleineren Mitgliedstaaten (Slowakei, Kroatien, Lettland, Litauen) schneiden die EKR-Mitgliedsparteien jetzt jedoch etwas schlechter ab als zur Europawahl, teils wären sie gar nicht mehr im Parlament vertreten.

Deutliche Zugewinne konnten in der EKR-Fraktion in den letzten zwei Monaten nur die britischen Tories verbuchen. Diese hatten bei der Europawahl ein verheerend schlechtes Ergebnis erzielt, da zahlreiche von den Brexit-Verhandlungen enttäuschte Wähler zu Nigel Farages Brexit Party übergelaufen waren. Seit dem Rücktritt von Theresa May und der Ernennung von Boris Johnson zum Premierminister ist die Conservative Party in den Umfragen hingegen wieder die stärkste Kraft in Großbritannien. Allerdings dürfte das vor allem an Johnsons Versprechen liegen, das Vereinigte Königreich auf jeden Fall am 31. Oktober 2019 aus der EU zu führen – und damit auch die Tories aus der EKR-Fraktion. Dass die EKR mit den Tories in der aktuellen Projektion deutlich zulegen kann (77 Sitze/+15), dürfte deshalb kaum von Bedeutung sein. Im Post-Brexit-Szenario ohne das Vereinigte Königreich erreicht die EKR hingegen nur noch 57 Sitze (–5).

Fraktionslose: Niedergang der Brexit Party

Den Gegenpart zu den Umfragezugewinnen der Tories bildet der Niedergang der Brexit Party, die in den aktuellen Umfragen auf die Hälfte ihres Europawahlergebnisses zurückgefallen ist und nach der Projektion nur noch auf rund ein Drittel ihrer derzeitigen Europaabgeordneten kommen würde. Entsprechend sinkt auch die Zahl der fraktionslosen Abgeordneten (zu denen die Brexit Party zählt) in der Projektion stark ab (31 Sitze/–25). Auch dieser Effekt dürfte für das Europäische Parlament allerdings kaum von praktischer Bedeutung sein: Sollte Großbritannien den Brexit – aus welchem Grund auch immer – noch absagen und tatsächlich an der nächsten Europawahl 2024 teilnehmen, dürfte das der Brexit Party jedenfalls wieder massiven Auftrieb verleihen.

Lässt man die Brexit Party außer acht fallen die Verluste der fraktionslosen Parteien deutlich geringer aus. Doch auch die katalanisch-separatistische PDeCAT sowie die neofaschistische XA und die altkommunistische KKE aus Griechenland schnitten zuletzt schlechter ab als bei der Europawahl, sodass die Fraktionslosen auch in der Projektion ohne das Vereinigte Königreich nur noch auf 22 Sitze kämen (–5).

Weitere Parteien ohne klare Fraktionszuordnung

Und so kurz die Europawahl zurückliegt: Auch in dieser Projektion würden schon wieder einige „weitere“ Parteien Sitze gewinnen, die derzeit nicht im Parlament vertreten sind und sich auch keiner Fraktion klar zuordnen lassen. Das betrifft besonders die rumänische ALDE, die kurz vor der Wahl aus der liberalen Fraktion des Europäischen Parlaments ausgeschlossen worden war, bei der Europawahl weit hinter den Umfragewerten zurückblieb und überraschend den Wiedereinzug ins Parlament verpasste, in jüngeren Umfragen aber weiterhin auf demselben Niveau wie vor der Wahl steht. Auch die Rechtsparteien SNS aus der Slowakei und TT aus Litauen wären nach den Umfragen nun wieder im Parlament – beide gehörten in der Vergangenheit der EFDD-Fraktion an, die es seit der Europawahl jedoch nicht mehr gibt.

Ebenfalls neu im Parlament wäre MeRA25. Der griechische Ableger der transnationalen Partei DiEM25 scheiterte bei der Europawahl noch um wenige hundert Stimmen an der nationalen Drei-Prozent-Hürde, konnte diese bei der griechischen Parlamentswahl Anfang Juli jedoch deutlich überwinden und kommt deshalb auch in der Projektion auf einen Sitz. Erst nach der Europawahl, nämlich im Juni 2019 wurde schließlich die liberalkonservative slowakische Partei Za ľudí gegründet, die in Umfragen ebenfalls Chancen hätte, einen Sitz zu gewinnen. Insgesamt kämen die weiteren Parteien damit auf 7 Sitze (+7).

Die Übersicht

Die folgende Tabelle schlüsselt die Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im nächsten Europäischen Parlament nach nationalen Einzelparteien auf. Die Tabelle folgt dem Szenario mit dem Vereinigten Königreich. Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs wird sich die Sitzzahl einiger Mitgliedstaaten erhöhen, sodass auch einzelne Parteien durch den Brexit zusätzliche Mandate gewinnen würden. Deren Anzahl (+1, +2) ist jeweils hochgestellt angegeben.

Die Tabelle folgt dabei dem Basisszenario, in dem nationale Parteien im Wesentlichen jeweils ihrer aktuellen Fraktion (bzw. der Fraktion ihrer europäischen Dachpartei) zugeordnet und Parteien ohne klare Zuordnung als „weitere Parteien“ ausgewiesen werden. Demgegenüber geht das dynamische Szenario von stärkeren Annahmen aus und ordnet insbesondere die „weiteren Parteien“ der Fraktion zu, der diese plausiblerweise am nächsten stehen. Die Veränderungen im dynamischen Szenario sind in der Tabelle durch farbige Schrift und durch einen Hinweis im Mouseover-Text gekennzeichnet.

Da es keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basiert die Projektion auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten. Wie die Datengrundlage für die Länder im Einzelnen aussieht, ist im Kleingedruckten unter den Tabellen erläutert. Mehr Informationen zu den europäischen Parteien und zu den Fraktionen im Europäischen Parlament gibt es hier.


GUE/
NGL
Grüne/
EFA
S&D RE EVP EKR ID fʼlos Weitere
Wahl 2019 41 75 154 108 182 62 73 56
ohne UK 40 68 148 97 187 62 76 27
Juli 19,
Basis
48 73 149 113 174 77 79 31 7
ohne UK 47 64 138 108 180 57 82 22 7
Juli 19,
dynamisch
48 74 149 113 175 80 81 31
ohne UK 47 65 138 108 181 60 84 22
DE 7 Linke
1 Tier
23 Grüne
1 Piraten
1 ÖDP
1 Volt
1 Partei
12 SPD 8 FDP
2 FW
25 Union 1 Familie 12 AfD 1 Partei
FR 6 FI 12+1 EELV 5+1 PS 21+2 LREM 8 LR
22+1 RN

UK 1 SF 7 Greens
3 SNP
1 PC
17 Labour 11 LD
1 All

22 Cons
9 Brexit
1 DUP

IT

17+1 PD
6 FI
1 SVP
5 FdI 29+1 Lega 15+1 M5S
ES 8 UP
1 Bildu
2 ERC 19+2 PSOE 8+1 Cʼs
1 PNV
11+1 PP 5 Vox


PL

5 SLD-W
21 PO 25+1 PiS


RO

6 PSD
3 PRO
10 USR-PLUS 9+1 PNL
1 PMP



3 ALDE
NL 1 PvdD
1 SP
3+1 GL 3 PvdA 6 VVD
2 D66
3 CDA
1 50plus
1 CU
4+1 FvD
1 SGP
1+1 PVV

EL 7 Syriza
2 KINAL
9 ND 1 EL
1 KKE 1 MeRA25
BE 1 PTB 1 Groen
2 Ecolo
1 sp.a
2 PS
2 OpenVLD
2 MR
2 CD&V
1 cdH
1 CSP
3 N-VA 3 VB

PT 1 CDU
2 BE
1 PAN 10 PS
6 PSD
1 CDS-PP




CZ 1 KSČM 4 Piráti 1 ČSSD 7 ANO 2 TOP09
1 KDU-ČSL
3 ODS 2 SPD

HU

4 DK
2 MSZP
1 MM 13 Fidesz

1 Jobbik
SE 2 V 1 MP 5 S 2 C
1 L
4 M
1+1 KD
4 SD


AT 2 Grüne 4 SPÖ 1 Neos 7+1 ÖVP
4 FPÖ

BG

5 BSP 3 DPS 6 GERB
1 DB
2 WMRO


DK 1 Enhl. 1 SF 4+1 S 4 V
1 RV
1 K
1 DF

FI 1 Vas 2 Vihr 2+1 SDP 2 Kesk 3 Kok
3 PS

SK

3 SMER 1+1 PS 1 Spolu
1 KDH
1 OĽANO
1 SaS 1 SR 2 ĽSNS 1 Za ľudí
1 SNS
IE 3 SF

4+1 FF 4+1 FG



HR

4+1 SDP 1 IDS 5 HDZ

1 NLMK
LT
3 LVŽS 2 LSDP
1 DP
4 TS-LKD


1 TT
LV

2 SDPS 1 AP!
1 ZZS
2 V
1 JKP
1 NA


SI 1 Levica
1 SD 3 LMŠ 2 SDS-SLS
1 NSi




EE

1 SDE 1 KE
3+1 RE


1 EKRE

CY 2 AKEL
1 DIKO
1 EDEK

2 DISY



LU
1 Déi Gréng 1 LSAP 2 DP 2 CSV



MT

4 PL
2 PN





Verlauf (Basisszenario mit UK)


GUE/
NGL
G/EFA S&D RE EVP EKR ID fʼlos Weitere
30.07.2019 48 73 149 113 174 77 79 31 7
Wahl 2019 41 75 154 108 182 62 73 56

Verlauf (Basisszenario ohne UK)


GUE/
NGL
G/EFA S&D RE EVP EKR ID fʼlos Weitere
30.07.2019 47 64 138 108 180 57 82 22 7
Wahl 2019 40 68 148 97 187 62 76 27

Die Zeile „Wahl 2019“ kennzeichnet die Sitzverteilung zum 2. Juli 2019, dem Zeitpunkt der Konstituierung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl im Mai 2019.
Eine Übersicht der Projektionen aus der Wahlperiode 2014-2019 ist hier zu finden.

Die vollen Namen der Fraktionen und der nationalen Einzelparteien erscheinen als Mouseover-Text, wenn der Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Bezeichnung in der Tabelle gehalten wird. Sofern eine Partei im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet ist als im Basisszenario, ist dies ebenfalls im Mouseover-Text gekennzeichnet..

Fraktionszuordnung

Dynamisches Szenario: Für die Projektion werden Parteien, die bereits im Europäischen Parlament vertreten sind, jeweils ihrer derzeitigen Fraktion zugerechnet, es sei denn, sie haben ausdrücklich ihren Entschluss zu einem Fraktionswechsel nach der nächsten Europawahl erklärt. Nationale Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, aber einer europäischen Partei angehören, werden der Fraktion der entsprechenden europäischen Partei zugeordnet. In Fällen, bei denen sich die Mitglieder einer nationalen Liste nach der Wahl voraussichtlich auf mehrere Fraktionen aufteilen werden, wird jeweils die am plausibelsten scheinende Verteilung zugrundegelegt. Parteien, bei denen die Zuordnung zu einer bestimmten Fraktion unklar ist, werden im Basisszenario als „Weitere Parteien“ eingeordnet. Jeder Leserin und jedem Leser bleibt es deshalb selbst überlassen, sie nach eigenen Kriterien zu korrigieren.

Für die Bildung einer eigenständigen Fraktion sind nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments mindestens 25 Abgeordnete aus mindestens sieben Mitgliedstaaten erforderlich. Mit einem Asterisk (*) gekennzeichnete Gruppierungen würden diese Bedingungen nach der Projektion derzeit nicht erfüllen. Sie müssten deshalb gegebenenfalls nach der Europawahl zusätzliche Abgeordnete (z. B. aus der Spalte „Weitere“) für sich gewinnen, um sich als Fraktion konstituieren zu können.

Dynamisches Szenario: Im Basisszenario werden alle „weiteren Parteien“ einer schon bestehenden Fraktion (oder der Gruppe der Fraktionslosen) zugeordnet. Außerdem werden gegebenenfalls Fraktionsübertritte von bereits im Parlament vertretenen Parteien berücksichtigt, die politisch plausibel erscheinen, auch wenn sie noch nicht öffentlich angekündigt wurden. Um diese Veränderungen gegenüber dem Basisszenario deutlich zu machen, sind Parteien, die im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet werden, in der Tabelle mit der Farbe dieser Fraktion gekennzeichnet; zudem erscheint der Name der möglichen künftigen Fraktion im Mouseover-Text. Die Zuordnungen im dynamischen Szenario basieren auf einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung und Strategie der Parteien und sind daher im Einzelnen oft recht unsicher; in der Gesamtschau kann das dynamische Szenario jedoch näher an der wirklichen Sitzverteilung nach der nächsten Europawahl liegen als das Basisszenario.

Datengrundlage

Soweit verfügbar, wird bei der Sitzberechnung für jedes Land jeweils die jüngste Umfrage zu den Wahlabsichten für das Europäische Parlament herangezogen. Wo mehr als eine Umfrage erschienen ist, wird der Durchschnitt aller Umfragen aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten Umfrage berechnet, wobei jedoch von jedem einzelnen Umfrageinstitut nur die jeweils letzte Umfrage berücksichtigt wird. Stichtag für die Berücksichtigung einer Umfrage ist, soweit bekannt, jeweils der letzte Tag der Feldforschung, andernfalls der Tag der Veröffentlichung.
Für Länder, in denen es keine spezifischen Europawahlumfragen gibt oder die letzte solche Umfrage mehr als zwei Wochen zurückliegt, wird stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament bzw. der Durchschnitt aller Umfragen für das nationale oder das Europäische Parlament aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten verfügbaren Umfrage verwendet. Für Mitgliedstaaten, für die sich überhaupt keine Umfragen finden lassen, wird auf die Ergebnisse der letzten nationalen Parlaments- oder Europawahl zurückgegriffen.
In der Regel werden die nationalen Umfragewerte der Parteien direkt auf die Gesamtzahl der Sitze des Landes umgerechnet. Für Länder, in denen die Wahl in regionalen Wahlkreisen ohne Verhältnisausgleich erfolgt (aktuell Belgien, Irland und das Vereinigte Königreich), werden regionale Umfragedaten genutzt, soweit diese verfügbar sind. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Sitzzahl für jeden Wahlkreis einzeln berechnet, dabei aber jeweils die nationalen Gesamt-Umfragewerte herangezogen. Nationale Sperrklauseln werden, soweit vorhanden, in der Projektion berücksichtigt. In der Projektion ohne das Vereinigte Königreich wird für alle Länder die Sitzzahl angenommen, die sie entsprechend dem Beschluss des Europäischen Rates vom 29. Juni 2018 nach dem britischen EU-Austritt haben werden.
In Belgien entsprechen die Wahlkreise bei der Europawahl den Sprachgemeinschaft, während Umfragen üblicherweise auf Ebene der Regionen durchgeführt werden. Für die Projektion werden für die französischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Wallonien, für die niederländischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Flandern genutzt. Für die deutschsprachige Gemeinschaft wird das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen.
In Ländern, in denen es üblich ist, dass mehrere Parteien als Wahlbündnis auf einer gemeinsamen Liste antreten, werden der Projektion bereits bekannt gegebene oder plausibel erscheinende Listengemeinschaften zugrunde gelegt. Dies betrifft folgende Parteien: Spanien: ERC (1., 3.-4. Listenplatz), Bildu (2.) und BNG (5.); PNV (1.) und CC (2.); Niederlande: CU (1., 3.-4.) und SGP (2., 5.); Slowakei: PS (1.) und Spolu (2.); Kroatien: IDS (1.), GLAS (2.), HSS (3.) und HSU (4.).
Da es in Deutschland bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können Parteien bereits mit weniger als 1 Prozent der Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen. Mangels zuverlässiger Umfragedaten wird für diese Kleinparteien in der Projektion jeweils das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (je 2 Sitze für PARTEI und FW, je 1 Sitz für Tierschutzpartei, ödp, Piraten, Volt und Familienpartei).
In Italien können Minderheitenparteien durch eine Sonderregelung auch mit nur recht wenigen Stimmen ins Parlament einziehen. In der Projektion wird die Südtiroler Volkspartei deshalb jeweils mit dem Ergebnis der letzten Europawahl (1 Sitz) geführt.
In Großbritannien haben wegen der Unterschiede im Wahlrecht einige Parteien, insbesondere die Greens, bei Europawahlen deutlich bessere Chancen, Mandate zu gewinnen. In Umfragen zu nationalen Wahlen schneiden diese deshalb strukturell schlechter ab als bei der Europawahl. Um dies zu kompensieren, wird in der Projektion für die Greens stets das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (7 Sitze).

Die folgende Übersicht führt die Datengrundlage für die Mitgliedstaaten im Einzelnen auf. Die Daten beziehen sich auf den letzten Tag der Feldforschung; falls dieser nicht bekannt ist, auf den Tag der Veröffentlichung der Umfragen:
Deutschland: nationale Umfragen, 19.-29.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Frankreich: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Vereinigtes Königreich, England: nationale Umfragen für Großbritannien, 16.-27.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, Schottland: Regionalwahl-Umfragen, 20.6.2019, Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, Wales: Regionalwahl-Umfragen, 26.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Vereinigtes Königreich, Nordirland: Ergebnis der Europawahl, 23.5.2019.
Italien: nationale Umfragen, 18.-29.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Spanien: nationale Umfragen, 19.-26.7.2019, Parteien mit weniger als 5 Sitzen: 7.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Polen: nationale Umfragen, 11.-24.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Rumänien: nationale Umfragen, 26.6.2019, Quelle: Wikipedia.
Niederlande: nationale Umfragen, 7.-10.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Griechenland: Ergebnis der nationalen Parlamentswahl, 7.7.2019.
Belgien, niederländischsprachige Gemeinschaft: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Belgien, französischsprachige Gemeinschaft: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Belgien, deutschsprachige Gemeinschaft: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Portugal: nationale Umfragen, 11.-15.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Tschechien: nationale Umfragen, 17.-30.6.2019, Quelle: Wikipedia.
Ungarn: nationale Umfragen, 2.-14.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Schweden: nationale Umfragen, 18.6.-1.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Österreich: nationale Umfragen, 12.-24.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Bulgarien: nationale Umfragen, Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Dänemark: nationale Umfragen, 30.6.2019, Quelle: Wikipedia.
Finnland: nationale Umfragen, 27.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Slowakei: nationale Umfragen, 18.-25.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Irland: nationale Umfragen, 16.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Kroatien: nationale Umfragen, 15.-25.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Litauen: nationale Umfragen, 13.7.2019, Quelle: Vilmorus.
Lettland: nationale Umfragen, 17.-30.6.2019, Quelle: Wikipedia.
Slowenien: nationale Umfragen, 11.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Estland: nationale Umfragen, 22.-24.7.2019, Quelle: Wikipedia.
Zypern: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Luxemburg: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Malta: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.

Bilder: Eigene Grafiken.

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