16 Januar 2026

EU to go – Zwischen Abhängigkeit und Resilienz: Europa im Rohstoffdilemma

In der Podcastserie „EU to go – Der Podcast für Europapolitik“ präsentiert das Jacques Delors Centre kompakte Hintergründe zur Europapolitik. Einmal im Monat analysieren Moderatorin Thu Nguyen und ihre Gäste in 20 bis 30 Minuten ein aktuelles Thema.

„EU to go – Der Podcast für Europapolitik“ erscheint hier im Rahmen einer Kooperation mit dem Jacques Delors Centre. Er ist auch auf der Homepage des Jacques Delors Centre selbst sowie auf allen bekannten Podcast-Kanälen zu finden.

Kritische Rohstoffe stehen zunehmend im Zentrum europäischer Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Seltene Erden, Lithium, Graphit oder Nickel entscheiden darüber, ob Batterien gebaut, Windräder betrieben oder Verteidigungssysteme einsatzfähig bleiben. Doch entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist Europa stark abhängig – vor allem von China, das zentrale Verarbeitungsschritte und Schlüsseltechnologien dominiert.

In dieser Folge von EU to go spricht Thu Nguyen mit Arthur Leichthammer, Policy Fellow und Experte für Geoökonomie, über Europas strategische Verwundbarkeit im Rohstoffbereich. Ausgangspunkt ist die geopolitische Zuspitzung rund um Chinas jüngste Exportkontrollen – und die wachsende Erkenntnis, dass wirtschaftliche Abhängigkeiten längst als politisches Machtinstrument genutzt werden.

Gemeinsam analysieren sie, wo Europas größte Schwachstellen liegen, warum die Weiterverarbeitung der eigentliche Engpass ist und weshalb der Critical Raw Materials Act bislang hinter seinen Ambitionen zurückbleibt. Im Fokus steht zudem die neue EU-Initiative ReSourceEU: Kann sie den Schritt von Zielrhetorik zur praktischen Umsetzung schaffen? Reichen Koordination und De-Risking aus, um Investitionen in Verarbeitung, Recycling und resilientere Lieferketten auszulösen?

Die Folge beleuchtet außerdem den globalen Wettbewerb mit den USA und China, die Rolle Afrikas als strategischer Partner – und die sicherheitspolitischen Folgen für Europas Verteidigungsfähigkeit. Klar wird: Europas Rohstoffabhängigkeit ist kein langfristiges Zukunftsrisiko, sondern eine akute strategische Herausforderung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare sind hier herzlich willkommen und werden nach der Sichtung freigeschaltet. Auch wenn anonyme Kommentare technisch möglich sind, ist es für eine offene Diskussion hilfreich, wenn Sie Ihre Beiträge mit Ihrem Namen kennzeichnen. Um einen interessanten Gedankenaustausch zu ermöglichen, sollten sich Kommentare außerdem unmittelbar auf den Artikel beziehen und möglichst auf dessen Argumentation eingehen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Meinungsäußerungen ohne einen klaren inhaltlichen Bezug zum Artikel hier in der Regel nicht veröffentlicht werden.