
- António Guterres blickt dem Ende seiner Amtszeit als UN-Generalsekretär entgegen. Wer wird ihm nachfolgen?
Es sind keine einfachen Zeiten für die Vereinten Nationen. Die Idee, durch Völkerrecht und globale Zusammenarbeit Frieden, Menschenrechte und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, ist zwar so gut wie eh und je. Doch die zentralen weltpolitischen Akteure haben sich zuletzt immer weiter von diesen Idealen entfernt: Drei der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats – Russland, China und die USA – verfolgen offen imperiale Strategien, deren Ziel nur die Ausweitung der eigenen Machtsphäre ist. Selbst in der EU, der mehr als jeder anderen Großmacht an der Verteidigung der liberalen Weltordnung liegt, halten manche in globalen Fragen Stärke für wichtiger als Recht.
Zugleich befindet sich die Demokratie weltweit in der Krise. In den USA kontrolliert seit 2025 eine autoritäre Rechtsaußen-Partei die Regierung, in Frankreich und Großbritannien – den beiden anderen ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats – droht bei den nationalen Wahlen 2027 bzw. 2029 Ähnliches. Derweil beschleunigt sich der Klimawandel; die weltweite Entwicklungshilfe erfährt drastische Kürzungen; das Ausmaß an Zwangsmigration befindet sich auf einem globalen Rekordhoch; die Vereinten Nationen selbst durchleben eine existenzielle Finanzkrise, weil reiche Mitgliedstaaten ihre Beiträge nicht bezahlen. Und 2030 laufen auch noch die Sustainable Development Goals aus und müssen durch einen neuen entwicklungspolitischen Handlungsrahmen ersetzt werden.
Genau der richtige Moment also, um den „unmöglichsten Job der Welt“ neu zu besetzen: Im Herbst 2026 wählen die Vereinten Nationen eine neue Generalsekretär:in.
Die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle
Der Chefposten der globalen Exekutive ist das höchstrangige Amt, das die Weltgemeinschaft zu vergeben hat. Doch die Generalsekretär:in hat zwar großen Einfluss, aber nur wenig formale Macht. Ihr Erfolg ist deshalb stark von anderen Akteur:innen, speziell den Regierungen der großen Mitgliedstaaten, abhängig. Zugleich spielt auch die Persönlichkeit der Amtsträger:in selbst eine wichtige Rolle. Während einige frühere Generalsekretäre wie Dag Hammarskjöld (Schweden, parteilos, 1953-61) oder Kofi Annan (Ghana, parteilos, 1997-2006) wichtige weltpolitische Veränderungen anstießen, blieben andere farblos wie Ban Ki-moon (Südkorea, parteilos, 2007-16) oder scheiterten mit ihren Ambitionen am Unwillen der Mitgliedstaaten wie Boutros Boutros-Ghali (Ägypten, NDP/SI, 1992-96) .
Der derzeitige Generalsekretär António Guterres (Portugal, PS/SI-PA, seit 2017) war der erste ehemalige nationale Regierungschef auf dieser Position. Während seiner Amtszeit setzte er einige wichtige Impulse für Reformen des UN-Systems, insbesondere die 2025 verabschiedete UN80-Initiative. Angesichts der globalen Herausforderungen bemühte er sich zunächst, durch „stille Diplomatie“ Konsens zu bilden, was ihm Kritik von Menschenrechtsorganisationen einbrachte. Erst angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine und der israelischen Kriegführung in Gaza fand er auch in der Öffentlichkeit deutlichere Worte.
Wirklich verhindern konnte Guterres die Eskalation der weltpolitischen Lage und die zunehmende Marginalisierung der Vereinten Nationen nicht. Aber natürlich ist es schwer zu sagen, um wie viel schlimmer es ohne ihn noch hätte kommen können. Kann seine Nachfolger:in erfolgreicher sein? Und wie findet man überhaupt eine Person, die dafür geeignet ist?
Das Wahlverfahren
Das Wahlverfahren für die UN-Generalsekretär:in war lange Zeit kaum geregelt. Art. 97 UN-Charta legt lediglich fest, dass sie „auf Empfehlung des Sicherheitsrats von der Generalversammlung ernannt“ wird. In der Praxis lag die eigentliche Auswahl dabei stets beim Sicherheitsrat, in dem eine Mehrheit von 9 der 15 Mitglieder nötig ist. Die zehn nicht-ständigen Mitglieder (derzeit Dänemark, Griechenland, Lettland, Pakistan, Bahrain, die Demokratische Republik Kongo, Somalia, Liberia, Kolumbien und Panama) haben dabei nur eine einfache Stimme, die fünf ständigen Mitglieder hingegen ein Vetorecht. Entscheidend ist deshalb vor allem, ob sich die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich auf einen gemeinsamen Namen einigen können.
Um das Bewerberfeld auszudünnen, führt der Sicherheitsrat traditionell zunächst Probeabstimmungen durch. Diese straw polls sind anonym (und offiziell nicht-öffentlich, wobei die Ergebnisse in der Praxis stets geleakt werden) und werden so lange wiederholt, bis sich ein ausreichender Konsens für einen Namen abzeichnet. Erst dann findet eine offene Abstimmung statt. Die Generalversammlung nickt die auf diese Weise gefundene Kompromisskandidat:in dann traditionell nur noch ab – schon um eine institutionelle Blockade zu verhindern.
Die Reforminitiative von 2016
Mit ihrer Konsensorientierung, ihrer Geheimniskrämerei, ihrer Exklusivität und ihrer Neigung zu langwierigen Blockaden ist diese Prozedur immer wieder mit dem Konklave zur Papstwahl verglichen worden. Vor der Generalsekretärswahl 2016 gab es deshalb eine Initiative, um das Verfahren zu reformieren. Wenn schon nicht so demokratisch wie das zwei Jahre zuvor eingeführte Spitzenkandidatensystem zur Wahl der EU-Kommissionspräsident:in, so sollte die Wahl der UN-Generalsekretär:in doch wenigstens etwas transparenter und inklusiver werden.
Der wichtigste Träger jener Initiative – die damals auch auf diesem Blog mehrfach Thema war – war die Kampagne 1for7billion, die unter anderem das World Federalist Movement und die United Nations Association UK vereinigte. Unterstützung erfuhr sie auch in der UN-Generalversammlung selbst, insbesondere von der reformorientierten ACT-Gruppe sowie den Blockfreien Staaten.
Debatten in die Öffentlichkeit ziehen
Zentrales Ziel der Kampagne war, dass die Mitgliedstaaten Kandidat:innen für den Generalsekretärsposten bereits vorab nominieren sollten. In öffentlichen Anhörungen sollten diese dann ihre Ideen und Ziele vorstellen. Das sollte die Diskussion über die geeignetste Kandidat:in aus den diplomatischen Hinterzimmern in die Öffentlichkeit ziehen – und indirekt Druck auf die Sicherheitsratsmitglieder ausüben, sich nicht nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen.
Als noch weitergehende Vorschläge forderte die Kampagne zudem, dass der Sicherheitsrat nicht nur eine, sondern mehrere Kandidat:innen vorschlagen sollte, sodass die eigentliche Entscheidung zwischen ihnen erst in der Generalversammlung fallen würde. Um die Generalsekretär:in von den Mitgliedstaaten unabhängiger zu machen, sollte außerdem die Amtszeit von fünf auf sieben Jahre verlängert werden und die Möglichkeit einer Wiederwahl entfallen.
Lässt sich der 2016 erreichte Standard verstetigen?
In der Praxis wurde 2016 nur der erste Teil dieser Forderungen – die Vorabnominierung von Kandidat:innen und eine Art öffentlicher Wahlkampf zwischen ihnen – umgesetzt. Die Hoffnungen auf eine breite Debatte in der Generalversammlung blieben hingegen unerfüllt. Die entscheidende Rolle spielten weiterhin die straw polls im UN-Sicherheitsrat. Immerhin aber war das Verfahren, das 2016 zur Ernennung von António Guterres führte, jedenfalls strukturierter und transparenter als je zuvor.
Guterres’ Wiederwahl 2021 erfolgte ohne offizielle Gegenkandidat:innen und damit nahezu ohne öffentliche Aufmerksamkeit. Die jetzt anstehende Wahl ist hingegen wieder ein offenes Rennen – und damit ein neuer Testlauf für das reformierte Verfahren. Hoffnungen, dass es große weitere Fortschritte zu mehr Transparenz und Inklusivität gibt, macht sich angesichts der Weltlage wohl kaum jemand. Immerhin aber gibt es Hoffnung, den 2016 erreichten Standard zu verstetigen und damit zur neuen Norm zu machen.
Das Verfahren 2026
Das stärkste institutionelle Interesse daran hat die UN-Generalversammlung, die auch tatsächlich bereits das Heft des Handelns an sich gezogen hat. In ihrer im September 2025 verabschiedeten Resolution 79/327 (Nr. 42) legte sie einen detaillierten Verfahrensvorschlag vor:
- Offiziell eröffnet wurde das Verfahren im November 2025 durch ein gemeinsames Schreiben der Präsident:innen der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock (Deutschland, Grüne/GG), und des UN-Sicherheitsrats, Imran Kanu (Sierra Leone, parteilos).
- Im zweiten Schritt können nun alle UN-Mitgliedstaaten Kandidat:innen nominieren. Jede Regierung kann dabei maximal eine Kandidat:in ins Rennen schicken, wobei es sich nicht notwendigerweise um eine Staatsbürger:in des eigenen Landes handeln muss. Es ist auch möglich, dass mehrere Länder eine gemeinsame Kandidat:in nominieren. Während des gesamten Verfahrens können Regierungen ihre Nominierung jederzeit wieder zurückziehen. Die Kandidat:in scheidet dadurch automatisch aus – außer natürlich, sie hat noch die Unterstützung eines anderen Landes.
- Bei der Nominierung müssen die Kandidat:innen einen Lebenslauf, ein vision statement sowie eine Übersicht ihrer Finanzierungsquellen einreichen, die auf der UN-Website veröffentlicht werden.
- Ab April 2026 wird die Generalversammlung „informelle Anhörungen“ der bis dahin nominierten Kandidat:innen durchführen, bei denen voraussichtlich auch zivilgesellschaftliche Organisationen werden Fragen stellen können. Die Teilnahme der Kandidat:innen ist freiwillig.
- Ab Juli wird dann der UN-Sicherheitsrat mit seinen straw polls beginnen. Er ist dabei rechtlich nicht an das Verfahren der Generalversammlung gebunden – theoretisch könnte er auch einen vollkommen neuen Namen ins Spiel bringen. Praktisch dürfte das aber allenfalls dann passieren, wenn sämtliche Kandidat:innen, die sich in der Generalversammlung vorgestellt haben, dauerhaft am Veto eines der ständigen Mitglieder scheitern.
- Gibt es keine größeren Blockaden, wird das Verfahren wohl im Herbst 2026 mit dem offiziellen Vorschlag des Sicherheitsrats und der Wahl in der Generalversammlung abgeschlossen. Die Amtszeit der neuen Generalsekretär:in beginnt dann am 1. Januar 2027.
Gesucht: eine lateinamerikanische Frau mit UN-Erfahrung
Wie sähe die ideale Generalsekretär:in aus? Formale Anforderungen an eine Kandidatur gibt es zwar nicht, doch von verschiedenen Seiten werden Wünsche und Forderungen an das Profil der nächsten Amtsträger:in geäußert.
Unverzichtbar ist natürlich internationale Erfahrung. Die bisherigen Generalsekretäre waren in der Regel ehemalige nationale Spitzendiplomaten, häufig Außenminister. Kofi Annan war langjähriger UN-Beamter, António Guterres war der erste ehemalige nationale Regierungschef. Auch sein:e Nachfolger:in sollte vergleichbares politisches Gewicht besitzen. Gleichzeitig darf sie aber natürlich in ihrer früheren Karriere keine der UN-Vetomächte dauerhaft verärgert haben.
Ein wichtiges Kriterium ist zudem die regionale Herkunft. Nach den informellen Gepflogenheiten rotiert der UN-Spitzenposten zwischen den Kontinenten; genaue Regeln gibt es dafür aber nicht. Da Osteuropa als einzige regionale Gruppe der UN noch niemals eine Generalsekretär:in gestellt hat, gab es 2016 besonders viele osteuropäische Kandidat:innen – letztlich einigte man sich aber auf den Westeuropäer Guterres. Für 2026 wird nun erwartet, dass nach Afrika (Annan), Asien (Ban) und Europa (Guterres) wieder Lateinamerika an der Reihe ist, das zuletzt 1982-91 mit Javier Pérez de Cuéllar (Peru, parteilos) einen UN-Generalsekretär gestellt hat.
Und schließlich spielt auch das Geschlecht eine Rolle: Nach neun männlichen Generalsekretären ist für viele nun endlich die Zeit für die erste Frau im Amt gekommen. Eine weibliche Generalsekretärin ist etwa eine zentrale Forderung der Kampagne 1for8billion, der Nachfolgerin der Reforminitiative von 2016. Auch Annalena Baerbock als Präsidentin der Generalversammlung hat sich deutlich für die Nominierung weiblicher Kandidatinnen ausgesprochen. Und auch viele Regierungen unterstützen diese Forderung – neben den EU-Ländern beispielsweise auch Brasilien, Mexiko, Namibia, die Mitglieder der ACT-Gruppe sowie die Blockfreien Staaten. Hingegen hat sich allerdings die russische Regierung explizit dagegen ausgesprochen, das Geschlecht der Generalsekretär:in zu einem „entscheidenden Kriterium“ zu machen.
Die Kandidat:innen
Und wer wird es nun? Die Website von 1for8billion bietet eine laufend aktualisierte Übersicht über die bereits offiziell nominierten Kandidat:innen und andere mögliche Bewerber:innen. Formell im Rennen sind bislang:
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Michelle Bachelet (*1951, Chile, PS/SI-PA) hat als frühere chilenische Staatspräsidentin (2006-10, 2014-18), Gründungsdirektorin von UN Women (2010-13) und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte (2018-22) das größte politische Gewicht unter den bisherigen Kandidat:innen. Zudem genießt sie die Unterstützung von gleich drei Mitgliedstaaten: Außer von ihrem Herkunftsland Chile wurde sie auch von Brasilien und Mexiko nominiert. Womöglich ist ihr Profil allerdings zu progressiv für die Vetomächte im Sicherheitsrat – immerhin hat sie in den letzten Jahren offene Kritik an Russland, China und US-Präsident Donald Trump (Rep./IDU) geübt. | |
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Rebeca Grynspan (*1955, Costa Rica, PLN/SI) war Vizepräsidentin von Costa Rica (1994-98) und hatte danach Leitungspositionen in verschiedenen internationalen Organisationen, zuletzt seit 2021 als Generalsekretärin der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation UNCTAD. Unter anderem spielte sie 2022 eine wichtige Rolle bei der Aushandlung des russisch-ukrainischen Getreideabkommens, die den Export ukrainischer Agrarprodukte ermöglichte, um eine globale Nahrungsmittelkrise zu verhindern. Nominiert wurde sie von ihrem Herkunftsland Costa Rica. | |
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Rafael Grossi (*1961, Argentinien, parteilos) ist argentinischer Diplomat und seit 2019 Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA – eine Rolle, in der er sich bei den großen politischen Konflikten der Gegenwart schon jetzt immer wieder um eine Vermittlungsrolle bemüht. Er wurde von der Regierung seines Herkunftslands Argentinien nominiert. | |
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Virginia Gamba (*1954, Argentinien, parteilos) blickt auf eine lange Karriere als UN-Beamtin zurück, zuletzt als UN-Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte (2017-25). Nominiert wurde sie von den Malediven; damit hat sie als einzige Kandidatin die Unterstützung einer Regierung von einem anderen Kontinent. | |
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Macky Sall (*1961, Senegal, APR/LI) war senegalesischer Premierminister (2004-07) und Präsident (2012-24), dürfte als Mann aus einem nicht-lateinamerikanischen aber ein Außenseiter-Kandidat sein. Nominiert wurde er von Burundi, das aktuell den Vorsitz in der Afrikanischen Union (AU) innehat. Offiziell unterstützt wird Sall von der AU jedoch nicht. |
Neben diesen bereits nominierten Kandidat:innen werden immer wieder noch weitere prominente Namen gehandelt. Dazu zählen zum Beispiel:
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Jacinda Ardern (*1980, Neuseeland, NZLP/PA) war 2017-23 Premierministerin ihres Landes. Als seinerzeit jüngste Regierungschefin der Welt galt sie als eine Art globale progressive Ikone, und schon bei ihrem Rücktritt 2023 spekulierten viele mit einer UN-Karriere als nächstem Schritt. Dass sie während ihrer Regierungszeit auch als „anti-Trump“ bekannt war, dürfte ihr im UN-Sicherheitsrat allerdings kaum helfen. | |
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Amina Mohammed (*1961, Nigeria/Großbritannien, parteilos) ist seit 2017 stellvertretende UN-Generalsekretärin und genießt als eine erfahrene Akteur:in im UN-System breite Anerkennung. Allerdings kritisierte sie zuletzt ausdrücklich die US-Völkerrechtsverletzungen („Gestern war es Venezuela, morgen könnte es Grönland sein“). | |
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Vuk Jeremić (*1975, Serbien, Narodna/–) war nationaler Außenminister (2007-12), Präsident der UN-Generalversammlung (2012-13) sowie Chef der serbischen Kleinpartei Narodna (2017-23). Jeremić war bereits Kandidat bei der Generalsekretärswahl 2016 und erzielte in den straw polls die zweithöchsten Werte hinter Guterres. Insbesondere galt er damals als Kandidat, der sowohl für den Westen als auch für Russland akzeptabel sein könnte. Später vertrat Jeremić allerdings zunehmend rechtspopulistische und EU-skeptische Positionen; nach dem russischen Überfalls auf die die Ukraine lehnte er Sanktionen explizit ab. Ob er für Frankreich oder Großbritannien damit immer noch als mögliche Kompromisslösung in Frage käme, ist fraglich. | |
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Kristalina Georgieva (*1953, Bulgarien, GERB/IDU-nah) war Mitglied der EU-Kommission (2010-16), Präsidentin der Weltbank (2017-19) sowie Direktorin des Internationalen Währungsfonds (seit 2019). Schon bei der UN-Generalsekretärswahl 2016 galt sie als mögliche Kandidatin, wurde von der bulgarischen Regierung allerdings erst kurz vor dem letzten straw poll nachnominiert, als sich bereits ein Konsens für Guterres abzeichnete. In ihrer aktuellen Funktion hat sie Sympathien für die Ukraine gezeigt und die Trump-Regierung kritisiert – allerdings jeweils eher aus einer ökonomisch-technokratischen als einer politischen Warte. |
Eine Chance für die Debatte über die Zukunft der UN
Wer von diesen Kandidat:innen – oder ob vielleicht doch jemand ganz anderes – am Ende wirklich UN-Generalsekretär:in wird, werden die nächsten Monate zeigen. Erst einmal aber werden im April die Anhörungen beginnen, bei denen sie ihre Ideen für die Vereinten Nationen darlegen können.
Diese Anhörungen sind auch eine Chance für die breitere öffentliche Debatte über die Zukunft der UN. Gerade angesichts der Herausforderungen, vor denen die Welt gerade steht, sollten wir sie uns nicht entgehen lassen.
Manuel Müller ist Europawissenschaftler und Herausgeber des Blogs „Der (europäische) Föderalist“. |










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