Linke | G/EFA | S&D | RE | EVP | EKR | ID | fʼlos | Sonst. | |
EP heute | 38 | 72 | 145 | 103 | 177 | 63 | 65 | 42 | – |
August 22 | 52 | 47 | 134 | 98 | 170 | 75 | 63 | 27 | 39 |
Oktober 22 | 52 | 42 | 127 | 100 | 169 | 79 | 63 | 35 | 38 |
dynamisch | 54 | 48 | 130 | 108 | 174 | 84 | 80 | 27 | – |
Der europäische Wahlherbst 2022 hat intensiv begonnen: Zwischen dem 11. September und dem 2. Oktober wurden in gleich vier EU-Mitgliedstaaten die nationalen Parlamente neu gewählt. Europaweit am stärksten diskutiert wurden sicher die Wahlen in Schweden und Italien, aus denen jeweils Rechtsaußenparteien deutlich gestärkt hervorgingen. Besonders drastische Verschiebungen im nationalen Parteiensystem gab es in Lettland, wo die vier bis dahin stärksten Parteien allesamt aus dem Parlament flogen. In Bulgarien wiederum war es die vierte Wahl innerhalb von nur zwei Jahren, und sie endete wiederum mit einem politischen Patt, sodass schon jetzt über die nächsten Neuwahlen spekuliert wird. Und dann kündigte Anfang Oktober auch noch die dänische Regierung eine vorgezogene Parlamentswahl an, die am 1. November stattfinden wird.
EVP baut Vorsprung aus
All die Aufregung wirkte sich natürlich auch auf die Sitzprojektion auf europäischer Ebene aus. Ins Gewicht schlagen hier vor allem die Wahlerfolge der Rechtsparteien sowie das recht schwache Ergebnis des italienischen PD (S&D). Im Vergleich zur letzten Projektion von August 2022 schneidet die rechte EKR-Fraktion deshalb besser ab, während die sozialdemokratische S&D deutlich verliert.
Da sich zugleich die christdemokratisch-konservative Europäische Volkspartei (EVP) recht stabil hält, wächst der Rückstand der S&D auf über 40 Sitze – deutlich höher als im aktuellen Parlament (32). Während sich für die Europawahl 2024 noch vor wenigen Monaten ein spannendes Rennen zwischen den beiden größten Fraktionen abgezeichnet hatte, hat die EVP nun gute Aussichten, erneut den ersten Platz zu erreichen. Dadurch wird auch eine mögliche zweite Amtszeit von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wahrscheinlicher. Aber natürlich sind es bis zur Europawahl 2024 mehr als anderthalb Jahre, in denen noch sehr viel passieren kann.
S&D verliert deutlich
Betrachtet man die Umfragen im Einzelnen, so brachten die letzten Wochen auch für die EVP keine allzu guten Entwicklungen. Zulegen kann sie vor allem in Portugal, wo sie das Umfragetief nach der verlorenen Parlamentswahl Anfang des Jahres inzwischen überwunden hat. Zudem liegt in Polen die kleine KP nun wieder etwas über der nationalen Fünfprozenthürde. In mehreren anderen Ländern stagnieren die Umfragewerte der EVP jedoch oder sind leicht rückläufig, sodass die Fraktion insgesamt 169 Sitze erreicht (–1 gegenüber der August-Projektion).
Deutlich düsterer sieht die Situation jedoch für die S&D aus. Der italienische PD hatte während des nationalen Wahlkampfs zunächst etwas zulegen können, verlor dann aber in den letzten Umfragen vor und den ersten Umfragen nach der Wahl deutlich an Zustimmung. Auch in Portugal und Polen erfahren die Sozialdemokrat:innen leichte Einbußen. In Lettland zerstritt sich die S&D-Mitgliedspartei SDPS, die traditionell von vielen Angehörigen der russischen Minderheit unterstützt wurde, über ihren Kurs gegenüber der Ukraine, verlor bei der nationalen Wahl Anfang Oktober mehr als drei Viertel ihrer Wähler:innen und schied aus dem Parlament aus. Leicht zulegen kann die S&D nur in Spanien und Malta. Insgesamt würde die Fraktion nun noch 127 Sitze erreichen (–7).
Liberale durchwachsen
Durchwachsen waren die Entwicklungen zuletzt auch bei den europäischen Liberalen, die mit Renew Europe (RE) die drittstärkste Fraktion im Europäischen Parlament stellen. Zwar schnitt das liberal-zentristische Bündnis A/IV bei der italienischen Wahl etwas besser ab als erwartet. Doch in Lettland scheiterte die AP!, bisher Teil der nationalen Regierungskoalition, bei der Wahl knapp an der Fünfprozenthürde, und auch in Portugal und Dänemark verschlechterten sich die Umfragen zuletzt.
Dass die RE dennoch leicht zulegen kann (100 Sitze/+2), liegt an der slowenischen Regierungspartei GS, die – nach der Fusion mit dem RE-Mitglied LMŠ – nun auch in der Basisprojektion als Teil der RE erscheint.
Grüne mit Einbußen
Deutlich schlechter als in der August-Projektion schneidet die Fraktion der Grünen/EFA ab. Hatte diese im Sommer in Deutschland und Tschechien noch deutlich zulegen können, so fällt sie nun in genau diesen Ländern wieder in den Umfragen zurück. Unter dem Strich kommen die Grünen noch auf 42 Sitze (–5) und büßen einen großen Teil ihrer Zugewinne des letzten halben Jahres wieder ein.
Wie üblich nur minimale Veränderungen gibt es bei der Linksfraktion. Leichten Zugewinnen in Deutschland steht hier ein etwas schwächeres Abschneiden als erwartet in Schweden gegenüber. Insgesamt verharrt die Linke damit bei 52 Sitzen (±0).
EKR gewinnt mit Meloni
Auf der rechten Seite des politischen Spektrums können vor allem die Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) dazugewinnen. Sowohl die italienischen FdI als auch die schwedischen SD schnitten bei den nationalen Wahlen stärker ab als erwartet, und auch die rumänische AUR konnte zuletzt in den Umfragen zulegen. Weniger gut verliefen die letzten Wochen für die spanische Vox. Dennoch erreichen die EKR insgesamt ein neues Rekordhoch von 79 Sitzen (+4), der beste Wert, den sie in der Basisvariante der Sitzprojektion jemals erreicht haben.
Mit ihren erneuten Zugewinnen würden die FdI nun auch deutlich die polnische PiS als stärkste nationale Partei innerhalb der EKR-Fraktion überholen. Die voraussichtliche nächste italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dürfte auch dadurch ihre neue Stellung als Führungsfigur der europäischen Rechten ausbauen.
ID: Lega verliert, andere legen zu
Die Erfolge der FdI gehen vor allem auf Kosten der zweiten italienischen Rechtspartei: Die Lega um Matteo Salvini blieb bei der nationalen Wahl deutlich unter den Erwartungen und fiel in den ersten Umfragen nach der Wahl noch weiter zurück. Innerhalb der ID-Fraktion wäre die Lega damit nur noch drittstärkste Kraft hinter dem französischen RN um Marine Le Pen und der deutschen AfD, die ihrerseits in den letzten Wochen dazugewinnen konnte.
Auch die niederländische PVV, die österreichische FPÖ und die estnische EKRE konnten ihre Umfragewerte in den letzten Wochen verbessern. Das alles gleicht die Verluste der Lega jedoch nur so weit aus, dass die ID-Fraktion insgesamt bei 63 Sitzen (±0) verharrt.
Fraktionslose: M5S macht Boden gut
Zu den Gewinnern der letzten Wochen gehört schließlich auch das italienische M5S. Dieses erlitt bei der nationalen Parlamentswahl zwar starke Verluste, konnte jedoch während der Endphase des Wahlkampfs noch einigen Boden gut machen. Im Vergleich zu der August-Projektion schneidet das M5S deshalb nun deutlich besser ab.
Auch die ungarische Regierungspartei Fidesz – die im Europäischen Parlament ebenso wie das M5S keiner Fraktion angehört – kann leicht zulegen. Insgesamt kommen die fraktionslosen Parteien damit auf 35 Sitze (+8).
Sonstige Parteien: Newcomer aus Dänemark, Lettland und Bulgarien
Einige Neuigkeiten gibt es schließlich auch unter den „sonstigen“ Parteien, die bislang nicht im Europäischen Parlament vertreten sind und keiner Fraktion klar zugerechnet werden können.
- Zum ersten Mal in der Sitzprojektion vertreten sind die dänischen Moderaterne (M), die erst vor wenigen Monaten von dem früheren Premierminister Lars Løkke Rasmussen gegründet wurden. Rasmussen war bis 2019 Chef der rechtsliberalen Partei Venstre (RE), verließ diese jedoch 2021, da sie seinem Vorschlag einer sozialdemokratisch-liberalen Großen Koalition nicht folgen wollte. Die Moderaterne wollen nun eine zentristische Scharnierpartei sein, um nach der anstehenden Wahl im November doch noch eine solche Große Koalition zu erzwingen. Auf europäischer Ebene haben sie die größten Affinitäten zur RE.
- Ebenfalls neu ist die 2021 gegründete lettische populistische Partei Stabilitātei! (S!), zu deren Programm unter anderem die Abschaffung aller Corona-Restriktionen und der Austritt aus der EU gehören. Mit der Forderung nach russischsprachigem Schulunterricht wendet sie sich zudem an die russische Minderheit im Land und konnte viele ehemalige Wähler:innen der S&D-Mitgliedspartei SDPS erreichen. Sollte S! 2024 ins Europäische Parlament einziehen, dürfte sie mit dieser Verbindung aus Russlandnähe und Europaskepsis am ehesten in der ID-Fraktion unterkommen, falls sie nicht ganz fraktionslos bleibt.
- In Bulgarien wiederum konnte bei der nationalen Wahl Anfang Oktober die erst im Mai gegründete nationalpopulistische Partei BV ins Parlament einziehen. BV vertritt politisch wenig klare Positionen (und trat zur nationalen Wahl in einem heterogenen Bündnis mit nationalistischen, sozialdemokratischen und grünen Parteien an), präsentiert sich aber ebenfalls europaskeptisch und Putin-freundlich. Im Europäischen Parlament dürfte sie damit, wenn überhaupt, am ehesten in der ID-Fraktion willkommen sein.
Nicht mehr in der Gruppe der „sonstigen“ Parteien vertreten ist die slowenische GS, die in der Projektion jetzt der RE zugerechnet wird. Insgesamt sinkt die Sitzzahl der „Sonstigen“ deshalb leicht auf 38 (–1).
Die Übersicht
Die folgende Tabelle schlüsselt die Sitzverteilung der Projektion nach nationalen Einzelparteien auf. Die Tabelle folgt dem Basisszenario, in dem nationale Parteien jeweils ihrer aktuellen Fraktion (bzw. der Fraktion ihrer europäischen Dachpartei) zugeordnet sind.
Demgegenüber ordnet das dynamische Szenario der Sitzprojektion alle „sonstigen Parteien“ jeweils den Fraktionen zu, denen diese plausiblerweise am nächsten stehen, und bezieht zudem auch mögliche künftige Fraktionswechsel einzelner nationaler Parteien ein. In der Tabelle sind die Veränderungen im dynamischen Szenario gegenüber dem Basisszenario durch farbige Schrift und durch Hinweise im Mouseover-Text gekennzeichnet.
Da es keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basiert die Projektion auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten. Wie die Datengrundlage für die Länder im Einzelnen aussieht, ist im Kleingedruckten unter den Tabellen erläutert. Mehr Informationen zu den europäischen Parteien und zu den Fraktionen im Europäischen Parlament gibt es hier.
Linke | G/EFA | S&D | RE | EVP | EKR | ID | fʼlos | Sonst. | |
EP heute | 38 | 72 | 145 | 103 | 177 | 63 | 65 | 42 | – |
August 22 | 52 | 47 | 134 | 98 | 170 | 75 | 63 | 27 | 39 |
Oktober 22 | 52 | 42 | 127 | 100 | 169 | 79 | 63 | 35 | 38 |
dynamisch | 54 | 48 | 130 | 108 | 174 | 84 | 80 | 27 | – |
Linke | G/EFA | S&D | RE | EVP | EKR | ID | fʼlos | Sonst. | |
DE | 5 Linke | 19 Grüne 1 Piraten 1 ÖDP 1 Volt |
17 SPD | 7 FDP 2 FW |
26 Union 1 Familie |
13 AfD | 2 Partei | 1 Tier | |
FR | 15 LFI | 5 EELV | 27 Ens | 12 LR | 20 RN | ||||
IT | 16 PD | 7 Az-IV | 7 FI 1 SVP |
23 FdI | 7 Lega | 15 M5S | |||
ES | 7 UP 1 Bildu |
1 ERC | 16 PSOE | 1 Cʼs 1 PNV |
20 PP | 10 Vox | 1 JxC | 1 MP | |
PL | 4 Lewica | 6 PL2050 |
16 KO 3 KP |
20 PiS | 3 Konf | ||||
RO | 14 PSD | 3 USR | 8 PNL 2 UDMR |
6 AUR | |||||
NL | 2 PvdD 1 SP |
2 GL |
3 PvdA | 5 VVD 3 D66 |
1 CDA 1 CU |
2 JA21 1 SGP |
4 PVV | 4 BBB | |
EL | 6 Syriza | 3 PASOK | 8 ND | 1 EL | 2 KKE | 1 MeRA25 | |||
BE | 3 PTB | 1 Groen 1 Ecolo |
2 Vooruit 2 PS |
1 O-VLD 2 MR |
1 CD&V 1 LE 1 CSP |
3 N-VA | 3 VB | ||
PT | 1 BE |
9 PS | 1 IL | 8 PSD | 2 CH | ||||
CZ | 2 Piráti |
8 ANO | 2 STAN 1 KDU-ČSL |
5 ODS | 3 SPD | ||||
HU | 4 DK |
1 MM | 1 KDNP | 12 Fidesz |
2 MHM |
||||
SE | 1 V | 1 MP | 7 S | 1 C 1 L |
4 M 1 KD |
5 SD | |||
AT | 2 Grüne | 6 SPÖ | 2 Neos | 4 ÖVP | 5 FPÖ | ||||
BG | 2 BSP | 2 DPS | 5 GERB 1 DSB |
4 PP 2 V 1 BV |
|||||
DK | 1 Enhl. | 1 SF | 5 S | 2 V |
2 K | 2 DD 1 M |
|||
FI | 1 Vas | 1 Vihreät | 3 SDP | 2 Kesk | 4 Kok | 3 PS | |||
SK | 3 Smer-SSD | 1 PS | 1 OĽANO 1 Spolu 1 KDH |
2 SaS | 1 SR | 1 REP | 3 Hlas-SD | ||
IE | 6 SF | 3 FF | 4 FG | ||||||
HR | 3 SDP | 5 HDZ | 2 Možemo 1 Most 1 DP |
||||||
LT | 1 LVŽS | 2 LSDP | 1 LRLS 1 LP |
2 TS-LKD | 1 DP | 2 DSVL 1 LT |
|||
LV | 2 JV |
1 NA | 2 ZZS 1 Prog 1 LRA 1 S! |
||||||
SI | 4 GS | 3 SDS 1 N.Si |
|||||||
EE | 3 RE 1 KE |
2 EKRE | 1 E200 | ||||||
CY | 2 AKEL | 1 EDEK | 3 DISY | ||||||
LU | 1 Gréng 1 PPLU |
1 LSAP | 1 DP | 2 CSV | |||||
MT | 4 PL | 2 PN |
Linke | G/EFA | S&D | RE | EVP | EKR | ID | fʼlos | Sonst. | |
12.10.2022 | 52 | 42 | 127 | 100 | 169 | 79 | 63 | 35 | 38 |
20.08.2022 | 52 | 47 | 134 | 98 | 170 | 75 | 63 | 27 | 39 |
22.06.2022 | 54 | 44 | 133 | 101 | 165 | 77 | 64 | 31 | 36 |
25.04.2022 | 59 | 39 | 139 | 97 | 157 | 78 | 64 | 38 | 34 |
01.03.2022 | 53 | 36 | 139 | 98 | 158 | 78 | 62 | 45 | 36 |
04.01.2022 | 51 | 39 | 142 | 99 | 165 | 73 | 62 | 34 | 40 |
08.11.2021 | 50 | 42 | 144 | 96 | 155 | 75 | 72 | 36 | 35 |
13.09.2021 | 54 | 42 | 141 | 98 | 160 | 70 | 75 | 33 | 32 |
21.07.2021 | 52 | 45 | 133 | 97 | 167 | 71 | 74 | 31 | 35 |
24.05.2021 | 50 | 50 | 125 | 95 | 167 | 74 | 73 | 33 | 38 |
29.03.2021 | 52 | 46 | 136 | 96 | 164 | 71 | 73 | 34 | 33 |
02.02.2021 | 52 | 45 | 135 | 94 | 184 | 70 | 71 | 21 | 33 |
09.12.2020 | 52 | 47 | 136 | 93 | 188 | 67 | 73 | 20 | 29 |
12.10.2020 | 51 | 49 | 127 | 96 | 193 | 67 | 71 | 21 | 30 |
14.08.2020 | 50 | 53 | 145 | 88 | 196 | 65 | 64 | 20 | 24 |
25.06.2020 | 48 | 55 | 143 | 91 | 203 | 64 | 63 | 20 | 18 |
26.04.2020 | 47 | 53 | 151 | 88 | 202 | 66 | 66 | 19 | 13 |
10.03.2020 | 51 | 58 | 138 | 88 | 188 | 67 | 82 | 21 | 12 |
09.01.2020 | 49 | 58 | 135 | 93 | 186 | 65 | 82 | 24 | 13 |
23.11.2019 | 48 | 57 | 138 | 99 | 181 | 62 | 82 | 22 | 16 |
23.09.2019 | 49 | 61 | 139 | 108 | 175 | 56 | 82 | 24 | 11 |
30.07.2019 | 47 | 64 | 138 | 108 | 180 | 57 | 82 | 22 | 7 |
Wahl 2019 | 40 | 68 | 148 | 97 | 187 | 62 | 76 | 27 | – |
Die Zeile „Wahl 2019“ kennzeichnet die Sitzverteilung zum 2. Juli 2019, dem Zeitpunkt der Konstituierung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl im Mai 2019.
Angegeben sind jeweils die Werte im Basisszenario ohne das Vereinigte Königreich. Eine Übersicht der Werte mit dem Vereinigten Königreich für die Zeit bis Januar 2020 ist hier zu finden. Eine Übersicht älterer Projektionen aus der Wahlperiode 2014-2019 gibt es hier.
Die vollen Namen der Fraktionen und der nationalen Einzelparteien erscheinen als Mouseover-Text, wenn der Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Bezeichnung in der Tabelle gehalten wird. Sofern eine Partei im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet ist als im Basisszenario, ist dies ebenfalls im Mouseover-Text gekennzeichnet.
Für die Bildung einer eigenständigen Fraktion sind nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments mindestens 23 Abgeordnete aus mindestens einem Viertel der Mitgliedstaaten erforderlich. Mit einem Asterisk (*) gekennzeichnete Gruppierungen würden diese Bedingungen nach der Projektion derzeit nicht erfüllen. Sie müssten deshalb gegebenenfalls nach der Europawahl zusätzliche Abgeordnete für sich gewinnen, um sich als Fraktion konstituieren zu können.
Dynamisches Szenario: Im dynamischen Szenario werden alle „sonstigen“ Parteien einer schon bestehenden Fraktion (oder der Gruppe der Fraktionslosen) zugeordnet. Außerdem werden gegebenenfalls Fraktionsübertritte von bereits im Parlament vertretenen Parteien berücksichtigt, die politisch plausibel erscheinen, auch wenn sie noch nicht öffentlich angekündigt wurden. Um diese Veränderungen gegenüber dem Basisszenario deutlich zu machen, sind Parteien, die im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet werden, in der Tabelle mit der Farbe dieser Fraktion gekennzeichnet; zudem erscheint der Name der möglichen künftigen Fraktion im Mouseover-Text. Die Zuordnungen im dynamischen Szenario basieren auf einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung und Strategie der Parteien und können daher im Einzelnen recht unsicher sein. In der Gesamtschau kann das dynamische Szenario jedoch näher an der wirklichen Sitzverteilung nach der nächsten Europawahl liegen als das Basisszenario.
Für Länder, in denen es keine spezifischen Europawahlumfragen gibt oder die letzte solche Umfrage mehr als zwei Wochen zurückliegt, wird stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament bzw. der Durchschnitt aller Umfragen für das nationale oder das Europäische Parlament aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten verfügbaren Umfrage verwendet. Für Länder, in denen es keine aktuellen Umfragen für Parlamentswahlen gibt, wird stattdessen gegebenenfalls auf Umfragen zu Präsidentschaftswahlen zurückgegriffen, wobei die Umfragewerte der Präsidentschaftskandidat:innen jeweils den Parteien der Kandidat:innen zugeordnet werden (dies kann insbesondere Frankreich betreffen). Für Mitgliedstaaten, für die sich überhaupt keine Umfragen finden lassen, wird auf die Ergebnisse der letzten nationalen Parlaments- oder Europawahl zurückgegriffen.
In der Regel werden die nationalen Umfragewerte der Parteien direkt auf die Gesamtzahl der Sitze des Landes umgerechnet. Für Länder, in denen die Wahl in regionalen Wahlkreisen ohne Verhältnisausgleich erfolgt (aktuell Belgien und Irland), werden regionale Umfragedaten genutzt, soweit diese verfügbar sind. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Sitzzahl für jeden Wahlkreis einzeln berechnet, dabei aber jeweils die nationalen Gesamt-Umfragewerte herangezogen. Nationale Sperrklauseln werden, soweit vorhanden, in der Projektion berücksichtigt.
In Belgien entsprechen die Wahlkreise bei der Europawahl den Sprachgemeinschaft, während Umfragen üblicherweise auf Ebene der Regionen durchgeführt werden. Für die Projektion werden für die französischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Wallonien, für die niederländischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Flandern genutzt. Für die deutschsprachige Gemeinschaft wird das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (1 Sitz für CSP).
In Ländern, in denen es üblich ist, dass mehrere Parteien als Wahlbündnis auf einer gemeinsamen Liste antreten, werden der Projektion plausibel erscheinende Listengemeinschaften zugrunde gelegt. In der Tabelle sind diese in der Regel unter der Bezeichnung des Wahlbündnisses zusammengefasst. Manchmal gehören die Parteien eines Wahlbündnisses im Europäischen Parlament jedoch unterschiedlichen Fraktionen an. In diesem Fall werden die Parteien einzeln aufgeführt und eine Plausibilitätsannahme über die Verteilung der Sitze auf der gemeinsamen Liste getroffen. Dies betrifft folgende Parteien: Italien: SI (1., 3. Listenplatz) und EV (2., 4.); Spanien: Más País (1.-2.), Compromís (3.) und Equo (4.); ERC (1., 3.-4.), Bildu (2.) und BNG (5.); PNV (1.) und CC (2.); Niederlande: CU (1., 3.-4.) und SGP (2., 5.); Ungarn: Fidesz (1.-6., ab 8.) und KDNP (7.); Bulgarien: DSB (1.-2.) und ZD (3.); Slowakei: PS (1.) und Spolu (2.).
In Frankreich hatten sich für die nationale Parlamentswahl 2022 mehrere Mitte-links-Parteien (LFI, PS, EELV, PCF) zu dem Wahlbündnis NUPES zusammengeschlossen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dieses Bündnis auch bei der nächsten Europawahl Bestand hat. In der Projektion werden deshalb die Umfragewerte bzw. Wahlergebnisse des Bündnisses jeweils auf die einzelnen Parteien aufgeteilt, und zwar entsprechend dem Verhältnis der durchschnittlichen Umfragewerte der Parteien in den letzten Umfragen, die diese einzeln ausweisen.
Da es in Deutschland bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können Parteien bereits mit weniger als 1 Prozent der Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen. Da deutsche Umfrageinstitute für Kleinparteien jedoch in der Regel keine Werte ausweisen, wird in der Projektion jeweils das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (je 2 Sitze für PARTEI und FW, je 1 Sitz für Tierschutzpartei, ödp, Piraten, Volt und Familienpartei). Nur falls eine Kleinpartei in aktuellen Umfragen einen besseren Wert erreicht als bei der letzten Europawahl, wird stattdessen dieser Umfragewert genutzt.
In Italien können Minderheitenparteien durch eine Sonderregelung auch mit nur recht wenigen Stimmen ins Parlament einziehen. In der Projektion wird die Südtiroler Volkspartei deshalb stets mit dem Ergebnis der letzten Europawahl (1 Sitz) geführt.
Die folgende Übersicht führt die Datengrundlage für die Mitgliedstaaten im Einzelnen auf. Die Daten beziehen sich auf den letzten Tag der Durchführung; falls dieser nicht bekannt ist, auf den Tag der Veröffentlichung der Umfragen:
Deutschland: nationale Umfragen, 30.9.-12.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Frankreich: Ergebnis der nationalen Parlamentswahl, erste Runde, 19.6.2022, Quelle: Wikipedia; für die Verteilung zwischen den Mitgliedsparteien des Wahlbündnisses NUPES: nationale Umfragen, 16.5.2022, Quelle: Wikipedia.
Italien: nationale Umfragen, 29.9.-10.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Spanien: nationale Umfragen, 26.9.-8.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Polen: nationale Umfragen, 3.-9.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Rumänien: nationale Umfragen, 22.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Niederlande: nationale Umfragen, 25.-26.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Griechenland: nationale Umfragen, 20.-28.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Belgien, französischsprachige Gemeinschaft: regionale Umfragen (Wallonien) für die nationale Parlamentswahl, 13.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Belgien, niederländischsprachige Gemeinschaft: regionale Umfragen (Flandern) für die nationale Parlamentswahl, 13.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Belgien, deutschsprachige Gemeinschaft: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Portugal: nationale Umfragen, 15.-24.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Tschechien: nationale Umfragen, 30.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Ungarn: nationale Umfragen, 9.-22.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Schweden: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 11.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Österreich: nationale Umfragen, 30.9.-6.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Bulgarien: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 2.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Dänemark: nationale Umfragen, 5.-11.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Finnland: nationale Umfragen, 4.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Slowakei: nationale Umfragen, 14.-27.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Irland: nationale Umfragen, 1.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Kroatien: nationale Umfragen, 20.-26.9.2022, Quelle: Wikipedia.
Lettland: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 1.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Slowenien: nationale Umfragen, 6.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Estland: nationale Umfragen, 10.10.2022, Quelle: Wikipedia.
Zypern: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 30.5.2021, Quelle: Wikipedia.
Luxemburg: nationale Umfragen, 7.6.2021, Quelle: Europe Elects.
Malta: nationale Umfragen, 10.10.2022, Quelle: Malta Today.
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