03 Juni 2024

Wenn an diesem Sonntag Europawahl ist (Mai 2024): Die letzte Sitzprojektion – und die wichtigsten offenen Fragen

Von Manuel Müller


Linke G/EFA S&D RE EVP EKR ID fʼlos Sonst.
EP heute 3772139102176694961
April 24 35511328617381833544
Mai 24 37571368117279665042
dynamisch 405813785186807856
Basis-Szenario,
Stand: 29.5.2024.

 
Dynamisches Szenario,
Stand: 29.5.2024.

Europawahlen führen für gewöhnlich nicht zu plötzlichen politischen Umbrüchen. Anders als in nationalen Parlamenten gibt es im Europäischen Parlament keinen klaren Gegensatz zwischen Regierungs- und Oppositionsparteien und keine stabilen Koalitionen; Mehrheiten werden flexibel je nach Thema gebildet, sind meist sehr breit und basieren seit jeher in aller Regel auf einer Zusammenarbeit der „informellen Großen Koalition der Mitte“.

In diesem Jahr jedoch wird die Frage, wie stark die verschiedenen Fraktionen abschneiden und welche Mehrheiten im Parlament nach der Wahl möglich sein werden, sehr viel stärker diskutiert als sonst. Dafür gibt es gute Gründe, denn tatsächlich steht diesmal einiges auf dem Spiel. Diese letzte Sitzprojektion vor der Europawahl bietet eine Übersicht über die jüngsten Umfragewerte – und über die Schlüsselfragen dieser Wahl, die sich teils erst am Wahlabend selbst und in den Wochen danach werden beantworten lassen.

Wer wird stärkste Kraft?

Spätestens seit der Einführung des Spitzenkandidatenverfahrens hat die Rolle als stärkste Fraktion im Parlament eine besondere Bedeutung gewonnen. Mit ihr ist der Anspruch verbunden, die nächste Kommissionspräsident:in zu stellen – oder wenigstens als Erste einen Versuch zur Bildung einer entsprechenden Parlamentsmehrheit zu machen.

Allzu spannend ist diese Frage nach der stärksten Kraft in diesem Jahr allerdings nicht. In den Sitzprojektionen der letzten Jahre konnte die christdemokratische EVP durchgehend einen Vorsprung gegenüber der zweitplatzierten sozialdemokratischen S&D aufrechterhalten. Ende 2021, zur Hälfte der Legislaturperiode, war dieser zwar einmal auf weniger als ein Dutzend Sitze zusammengeschmolzen. Aktuell aber kommt die EVP wieder auf 172 Sitze, die S&D auf 136. Damit wäre der Abstand ähnlich hoch wie im heutigen Parlament (EVP 176, S&D 139).

Im dynamischen Szenario der Sitzprojektion, das auch mögliche Fraktionswechsel und -⁠neuzugänge nach der Europawahl berücksichtigt, fällt der Vorsprung sogar noch etwas höher aus (EVP 186, S&D 137). Wird nun also Ursula von der Leyen automatisch wieder Kommissionspräsidentin? Dazu weiter unten mehr.

Wie sehr wächst Rechtsaußen?

Das große Thema, das europaweit den Wahlkampf dominiert hat, ist der Aufschwung der Rechtsaußenparteien. Schon seit 2009 konnten die Fraktionen rechts der EVP bei jeder Europawahl dazugewinnen. Nach der Sitzprojektion würden sie nun ihre bisherige Höchstmarke von 1984 übertreffen, als sie knapp 22 Prozent der Sitze erreichten (wobei zwei der drei Rechtsfraktionen von damals deutlich gemäßigter waren als EKR und ID heute).

In der Sitzprojektion kommt die EKR auf 79 Abgeordnete (dynamisch: 80), die ID auf 66 (dynamisch: 78). Beide Fraktionen wären damit deutlich stärker als im heutigen Parlament (EKR 69, ID 49). Hinzu kommen außerdem noch zahlreiche fraktionslose Rechtsaußenparteien: die jüngst aus der ID ausgeschlossene deutsche AfD, die polnische Konfederacja sowie weitere kleinere Parteien. Diese fraktionslosen Rechtsaußen-Abgeordneten machen in der Sitzprojektion noch einmal etwa 25 Sitze aus, gegenüber 36 im heutigen Parlament.

Alles in allem kämen Rechtsaußenparteien damit auf gut ein Viertel der Sitze im gesamten Parlament. Das ist viel – aber es ist noch immer weit entfernt von einer eigenen Mehrheit.

Wird es neue Fraktionen geben?

Auch wenn alle Stimmen ausgezählt sind, wird die genaue Sitzverteilung zwischen den Fraktionen noch nicht feststehen. Denn viele nationale Parteien entscheiden erst in den Tagen und Wochen nach der Wahl, welcher europäischen Parteienfamilie sie sich anschließen. Vor allem um die vielen kleinen Newcomer-Parteien, die zum ersten Mal ins Parlament einziehen, entwickelt sich regelmäßig eine Art „Basar“, auf dem sie mit den verschiedenen Fraktionen um die Bedingungen eines Beitritts verhandeln.

Darüber hinaus wird es voraussichtlich zwei Versuche zur Gründung ganz neuer Fraktionen geben. Zum einen will das deutsche BSW, das zum ersten Mal ins Parlament einzieht, links-konservative Parteien um sich versammeln. Zum anderen könnte die deutsche AfD, die in den letzten Jahren erst aus der EKR und dann aus der ID ausgeschlossen wurde, versuchen, eine neue, dritte Rechtsaußenfraktion aufzubauen. Nötig für die Gründung einer neuen Fraktion sind mindestens 23 Abgeordnete aus mindestens sieben Mitgliedstaaten. Sowohl für das BSW als auch für die AfD dürfte es schwierig werden, diese Schwelle zu erreichen.

Auch sonst könnte sich nach der Wahl noch einiges im Parlament bewegen. Das italienische M5S will einer Fraktion im Mitte-links-Spektrum beitreten. Marine Le Pens RN sucht eine Annäherung an Giorgia Melonis FdI – womöglich in Form einer gemeinsamen Fraktion, was auch Viktor Orbáns Fidesz gefallen würde. Allerdings ist die Bildung einer solchen rechten Großfraktion in der Vergangenheit schon oft gescheitert und auch diesmal unwahrscheinlich. Wer letztlich in welcher Fraktion genau landet, wird sich erst in den Wochen nach der Wahl zeigen.

Das dynamische Szenario der Sitzprojektion berücksichtigt einige recht plausibel erscheinende Fraktionswechsel. Es kann aber natürlich nur ein mögliches Szenario darstellen. Je nach den Entwicklungen nach der Wahl könnte die endgültige Zusammensetzung des Parlaments davon auch deutlich abweichen. Eine Übersicht mit einem größeren Spektrum denkbarer Entwicklungen ist hier zu finden.

Wie tief fallen Grüne und Liberale?

Während die Rechtsaußenparteien den Umfragen zufolge stark zulegen werden, zeichnen sich im Mitte-links-Lager deutliche Verluste ab. Das betrifft vor allem die liberale RE-Fraktion und die grüne G/EFA, die beide bei der Europawahl 2019 stark dazugewinnen konnten und jeweils einen neuen Sitzrekord im Europäischen Parlament erzielten. Bei den Liberalen lag das vor allem am Auftreten des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der mit einer dezidiert kosmopolitischen Agenda erfolgreich war. Die Grünen wiederum profitierten von der Fridays-for-Future-Bewegung, die in den Monaten vor der Europawahl 2019 den Klimawandel in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte brachte.

Auch wenn beide Parteien in diesem Jahr an die damaligen Erfolge anzuknüpfen versuchten – Macron hielt eine neue große Europa-Rede, und die Grünen bemühten sich ebenso wie Fridays for Future, die Klimapolitik zum Thema zu machen –, könnten sie einen Großteil ihrer Zugewinne nun wieder verlieren. Die RE-Fraktion würde nach der Projektion von derzeit 102 auf 81 Sitze fallen (dynamisch: 85). Den Grünen/EFA droht ein Sturz von 72 auf 57 Sitze (dynamisch: 58), obwohl sie im Wahlkampf in den letzten Wochen noch einmal e Boden wettgemacht haben.

Unter einer Langzeit-Perspektive lägen allerdings auch diese Ergebnisse noch im oberen Bereich. Für die Grünen wäre es nach 2019 das zweitbeste, für die Liberalen nach 2019 und 2004 das drittbeste Europawahl-Resultat aller Zeiten. Problematischer sieht es aus dieser Sicht für die beiden größten Fraktionen EVP und S&D aus: Beide hatten 2019 sehr schwach abgeschnitten und können sich dieses Jahr nicht nennenswert verbessern. Den Sozialdemokrat:innen steht sogar ein neuer Negativrekord bevor – sie könnten erstmals weniger als ein Fünftel der Sitze im Parlament erreichen.

Behält die Große Koalition eine Mehrheit?

Der Niedergang von EVP und S&D begann bereits um die Jahrtausendwende. Seit der ersten Europawahl 1979 hatten sie als „informelle Große Koalition“ die allermeisten Entscheidungen im Parlament gemeinsam verantwortet. Seit der Europawahl 2019 verfügen sie zu zweit jedoch über keine Mehrheit mehr.

Die heutige „Von-der-Leyen-Koalition“ umfasst deshalb nicht nur EVP und S&D, sondern auch die liberale RE. Zu dritt erreicht dieses Bündnis eine solide Mehrheit, was trotz der Verluste der Liberalen wohl auch nach der Wahl so bleiben wird. Im dynamischen Szenario der Projektion kommen die drei Fraktionen zusammen auf 408 von 720 Sitzen (57 Prozent), gegenüber 417 von 705 Sitzen (59 Prozent) im bisherigen Parlament.

Alternativ können EVP und S&D auch mit der Fraktion der Grünen/EFA eine knappe Mehrheit bilden. Ein solches Bündnis erreicht aktuell 387 Sitze (55 Prozent), im dynamischen Szenario der Sitzprojektion wären es noch 381 (53 Prozent). Oft finden sich aber ohnehin alle vier Parteien der Mitte zusammen. Ein solches breites Bündnis hat bislang 489 Sitze (69 Prozent), künftig könnten es 466 sein (66 Prozent). Wenn die Parteien der Mitte zusammenstehen, werden sie den Rechtsaußen-Block im Parlament also weiterhin überstimmen können.

Was passiert mit der Mitte-links-Mehrheit?

Wichtiger als der Aufstieg der Rechten dürfte für die Mehrheitsverhältnisse etwas ganz anderes sein – nämlich die Frage, wie stark die vier Fraktionen links der EVP gemeinsam abschneiden. Dazu gehört neben S&D, RE und den Grünen/EFA noch die Linksfraktion, die der Sitzprojektion zufolge in etwa so stark würde wie im derzeitigen Parlament (37 Sitze / dynamisch: 40 / heute: 37). In den letzten Jahren kam dieses Mitte-links-Bündnis sehr nahe an eine Mehrheit im Parlament (350 von 705 Sitzen, 49,6 Prozent). Mit Unterstützung einiger fraktionsloser Parteien, etwa des italienischen M5S, bildete es immer wieder eine Alternative zur Großen Koalition.

In Zukunft hingegen könnte das Mitte-links-Bündnis durch die Verluste der Liberalen und Grünen so weit von einer Mehrheit entfernt sein wie noch nie zuvor in der Geschichte des Europäischen Parlaments (320 Sitze / 44 Prozent). Das bedeutet vor allem eine starke Machtverschiebung hin zur EVP, ohne die nach der Wahl womöglich weder auf der linken noch auf der rechten Seite des Parlaments eine plausible Mehrheit möglich ist. Das dürfte sich etwa in der Klima- oder in der Sozial- und Beschäftigungspolitik bemerkbar machen, in denen das Mitte-links-Mehrheit zuletzt besonders häufig zum Tragen kam.

Kommt es zum Bündnis zwischen EVP und Rechten?

Doch nicht nur das: Um ihre neue zentrale Position optimal auszunutzen, hat die EVP ein strategisches Interesse daran, sich auch nach rechts hin Kooperationsmöglichkeiten zu eröffnen. Rechnerisch sind dafür zwei Optionen denkbar: ein Mitte-rechts-Bündnis aus EVP, RE und EKR oder ein Rechtsaußen-Bündnis aus EVP, EKR und ID.

Beide wären für eine Mehrheit allerdings wohl auf die Unterstützung von fraktionslosen Abgeordneten oder Abweichler:innen anderer Fraktionen angewiesen. Und auch aus politischen Gründen ist ein stabiles Rechtsbündnis nach der Wahl sehr unwahrscheinlich. Die RE hat eine systematische Zusammenarbeit mit der EKR ausgeschlossen, und bis zur ID will sich auch die EVP selbst nicht öffnen. Zudem sind einige EVP- und EKR-Mitgliedsparteien – speziell PO und PiS in Polen – auf nationaler Ebene tief verfeindet.

Der EVP wird also wohl nichts anderes übrig bleiben, als auch künftig mit Sozialdemokrat:innen und Liberalen zusammenzuarbeiten. Wenigstens einige EKR-Parteien mit in die Mehrheitsbildung einzubeziehen, könnte es ihr aber erlauben, bei der Kompromisssuche auf die Grünen und auf den linken Flügel von S&D und RE zu verzichten. Genau dies scheint auch die aktuelle Strategie der EVP zu sein, wenn sie mit den drei Kriterien „pro-EU, pro-Ukraine, pro-Rechtsstaat“ eine – in der Praxis freilich nicht besonders trennscharfe – Unterscheidung zwischen akzeptablen und inakzeptablen Rechtsaußenparteien zu etablieren versucht. (Eine Alternative könnte darin bestehen, einige derzeitige EKR-Parteien wie Melonis FdI einfach direkt in die EVP aufzunehmen; aber es ist zweifelhaft, ob Meloni selbst das will.)

S&D, RE und Grüne hingegen versuchen derzeit, die EVP dazu zu bringen, dass sie eine Zusammenarbeit mit Rechtsaußen-Parteien in möglichst verbindlicher Form ausschließt. Die EVP ging einer solchen Selbstverpflichtung im Wahlkampf allerdings regelmäßig aus dem Weg.

Bleibt Ursula von der Leyen Kommissionspräsidentin?

Doch ganz ohne S&D und RE wird die EVP eben auch keine Mehrheiten bilden können, und das könnte schon kurz nach der Wahl wichtig werden, wenn Ursula von der Leyen sich um eine Wiederwahl als Kommissionspräsidentin bemüht. Eigentlich sollte sie nun bessere Voraussetzungen haben als 2019, als etliche Abgeordnete sie schon allein deshalb ablehnten, weil sie zuvor nicht als Europawahl-Spitzenkandidatin angetreten war. Inzwischen dürfte es bei S&D, RE und Grünen nur noch wenige geben, die unter gar keinen Umständen für von der Leyen zu stimmen bereit sind.

Allerdings haben die drei Fraktionen in den letzten Wochen wiederholt deutlich gemacht, dass sie von der Leyens Wiederwahl davon abhängig machen wollen, ob diese zuvor eine Zusammenarbeit mit EKR und ID ausschließt. Hier steht kurz nach der Wahl also ein Kräftemessen innerhalb der „informellen Großen Koalition“ an. Tatsächlich ist es für S&D, RE und Grüne wohl die beste Gelegenheit, um sich Zugeständnisse der EVP für die Kooperation in den kommenden Jahren zu sichern. Am Ende könnte dies womöglich erstmals zu einem echten Koalitionsvertrag auf europäischer Ebene führen.

Steigt die Wahlbeteiligung?

Aber noch ist all das Zukunftsmusik, denn erst einmal steht Ende dieser Woche die Europawahl selbst an. Selten waren die Mehrheitsverhältnisse im neuen Europäischen Parlament so umkämpft, selten war die politische Tragweite der Wahl so deutlich wie in diesem Jahr.

Das macht Hoffnung, dass auch die Wahlbeteiligung wieder steigen wird. In Umfragen sagen diesmal weitaus mehr Menschen als früher, dass sie an der Europawahl interessiert sind und daran teilnehmen wollen. Am Sonntag wissen wir mehr.

Die Übersicht

Die folgende Tabelle schlüsselt die Sitzverteilung der Projektion nach nationalen Einzelparteien auf. Die Tabelle folgt dem Basisszenario, in dem die nationalen Parteien jeweils ihrer aktuellen Fraktion (bzw. der Fraktion ihrer europäischen Dachpartei) zugeordnet sind. Parteien, die weder im Parlament vertreten sind noch einer europäischen Partei angehören, verbleiben in der Spalte „Sonstige“.

Das dynamische Szenario der Sitzprojektion baut auf dem Basisszenario auf, ordnet jedoch auch alle „sonstigen Parteien“ jeweils den Fraktionen zu, denen diese plausiblerweise am nächsten stehen. Zudem bezieht das dynamische Szenario auch mögliche künftige Fraktionswechsel einzelner nationaler Parteien ein, die schon jetzt im Parlament vertreten sind. In der Tabelle sind die Veränderungen im dynamischen Szenario gegenüber dem Basisszenario durch farbige Schrift und durch Hinweise im Mouseover-Text gekennzeichnet.

Da es keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basiert die Projektion auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten. Wie die Datengrundlage für die Länder im Einzelnen aussieht, ist im Kleingedruckten unter den Tabellen erläutert. Mehr Informationen zu den europäischen Parteien und zu den Fraktionen im Europäischen Parlament gibt es hier.


Linke G/EFA S&D RE EVP EKR ID fʼlos Sonst.
EP heute 3772139102176694961
April 24 35511328617381833544
Mai 24 37571368117279665042
dynamisch 405813785186807856

Linke G/EFA S&D RE EVP EKR ID fʼlos Sonst.
DE 4 Linke 14 Grüne
1 Piraten
1 ÖDP
1 Volt
14 SPD 4 FDP
2 FW
30 Union
1 Familie


17 AfD
2 Partei
6 BSW
1 Tier
FR 7 LFI
5 EELV 13 PS 15 Ens 6 LR 5 Rec 30 RN

IT 2 SI 2 EV 18 PD 4 SUE 6 FI
1 SVP
23 FdI 7 Lega 13 M5S
ES 2 Pod
1 IU
1 Bildu
1 ERC
1 BNG
1 CatComù
1 Comp
20 PSOE 1 PNV
23 PP 6 Vox
1 Junts
1 Sumar
1 SALF
PL

4 Lewica 4 PL2050
18 KO
3 KP
18 PiS

6 Konf
RO

7 PSD
1 PUSL
5 USR 7 PNL
2 UDMR
1 PMP
9 AUR

1 FD
NL 1 SP
4 GL
2 Volt
4 PvdA 5 VVD
2 D66
2 CDA
9 PVV
1 NSC
1 BBB
BE 2 PTB 1 Groen
1 Ecolo
2 Vooruit
2 PS
1 O-VLD
2 MR
1 CD&V
2 LE
1 CSP
3 N-VA 4 VB

CZ 3 Stačilo
3 Piráti

7 ANO 3 STAN
1 TOP09
1 KDU-ČSL
3 ODS 2 SPD

EL 4 Syriza
3 PASOK
8 ND 2 EL
2 KKE 1 PE
1 NIKI
HU

4 DK

1 KDNP

10 Fidesz 5 TISZA
1 MKKP
PT 1 BE
1 Livre

7 PS 2 IL 7 PSD
3 CH

SE 2 V 2 MP 7 S 1 C
4 M
5 SD


AT
2 Grüne 5 SPÖ 2 Neos 5 ÖVP
6 FPÖ

BG

2 BSP 3 DPS 5 GERB

3 V
4 PP-DB
DK 1 Enhl. 3 SF 3 S 2 V
1 M
1 K
1 DF
2 LA
1 DD
SK


4 PS 1 OĽANO
1 KDH
1 SASKA
4 Smer
2 REP
2 Hlas
FI 2 Vas 2 Vihreät 3 SDP 2 Kesk 4 Kok
2 PS


IE 4 SF 1 GP 1 Labour 4 FF 4 FG



HR
2 Možemo 3 SDP
5 HDZ


1 Most
1 DP
LT
2 DSVL
1 LVŽS
3 LSDP 1 LRLS
2 TS-LKD

1 DP 1 LRP
LV
1 Prog 1 SDPS 1 LA 1 JV
2 NA

1 LRA
1 LPV
1 ST!
SI
1 Vesna 1 SD 2 GS 4 SDS
1 NSi




EE

2 SDE 2 RE
1 KE
1 Isamaa
1 EKRE

CY 2 AKEL
1 DIKO

2 DISY


1 ELAM
LU

2 LSAP 1 DP 3 CSV



MT

3 PL
3 PN




Verlauf (Basisszenario)


Linke G/EFA S&D RE EVP EKR ID fʼlos Sonst.
29.05.2024 37 57 136 81 172 79 66 50 42
22.04.2024 35 51 132 86 173 81 83 35 44
26.02.2024 35 48 135 85 176 78 85 36 42
08.01.2024 33 45 141 86 169 75 89 43 39
06.11.2023 43 43 137 90 170 78 76 38 45
11.09.2023 42+1 46 144+3 90+1 157+5 77 72+2 36+1 41+2
17.07.2023 41 48 136 94 160 79 70 36 41
22.05.2023 49 50 137 92 162 79 67 33 36
27.03.2023 44 42 137 94 162 78 68 38 42
01.02.2023 50 42 135 96 168 78 65 37 34
06.12.2022 51 44 136 93 166 79 64 37 35
12.10.2022 52 42 127 100 169 79 63 35 38
20.08.2022 52 47 134 98 170 75 63 27 39
22.06.2022 54 44 133 101 165 77 64 31 36
25.04.2022 59 39 139 97 157 78 64 38 34
01.03.2022 53 36 139 98 158 78 62 45 36
04.01.2022 51 39 142 99 165 73 62 34 40
08.11.2021 50 42 144 96 155 75 72 36 35
13.09.2021 54 42 141 98 160 70 75 33 32
21.07.2021 52 45 133 97 167 71 74 31 35
24.05.2021 50 50 125 95 167 74 73 33 38
29.03.2021 52 46 136 96 164 71 73 34 33
02.02.2021 52 45 135 94 184 70 71 21 33
09.12.2020 52 47 136 93 188 67 73 20 29
12.10.2020 51 49 127 96 193 67 71 21 30
14.08.2020 50 53 145 88 196 65 64 20 24
25.06.2020 48 55 143 91 203 64 63 20 18
26.04.2020 47 53 151 88 202 66 66 19 13
10.03.2020 51 58 138 88 188 67 82 21 12
09.01.2020 49 58 135 93 186 65 82 24 13
23.11.2019 48 57 138 99 181 62 82 22 16
23.09.2019 49 61 139 108 175 56 82 24 11
30.07.2019 47 64 138 108 180 57 82 22 7
Wahl 2019 40 68 148 97 187 62 76 27

Die Zeile „Wahl 2019“ kennzeichnet die Sitzverteilung zum 2. Juli 2019, dem Zeitpunkt der Konstituierung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl im Mai 2019.
Angegeben sind jeweils die Werte im Basisszenario ohne das Vereinigte Königreich. Bis September 2023 basiert die Sitzprojektion auf 705 Sitzen, danach auf 720 Sitzen. Bei den Angaben für September 2023 ist der Übergang durch hochgestellte Zahlen markiert.
Eine Übersicht der Werte mit dem Vereinigten Königreich für die Zeit bis Januar 2020 ist hier zu finden. Eine Übersicht älterer Projektionen aus der Wahlperiode 2014-2019 gibt es hier.

Die vollen Namen der Fraktionen und der nationalen Einzelparteien erscheinen als Mouseover-Text, wenn der Mauszeiger eine kurze Zeit regungslos auf der Bezeichnung in der Tabelle gehalten wird. Sofern eine Partei im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet ist als im Basisszenario, ist dies ebenfalls im Mouseover-Text gekennzeichnet.

Fraktionszuordnung

Basisszenario: Für die Projektion werden Parteien, die bereits im Europäischen Parlament vertreten sind, jeweils ihrer derzeitigen Fraktion zugerechnet, es sei denn, sie haben ausdrücklich ihren Entschluss zu einem Fraktionswechsel nach der nächsten Europawahl erklärt. Nationale Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, aber einer europäischen Partei angehören, werden der Fraktion der entsprechenden europäischen Partei zugeordnet. In Fällen, bei denen sich die Mitglieder einer nationalen Liste nach der Wahl voraussichtlich auf mehrere Fraktionen aufteilen werden, wird jeweils die am plausibelsten scheinende Verteilung zugrundegelegt. Parteien, bei denen die Zuordnung zu einer bestimmten Fraktion unklar ist, werden im Basisszenario als „Sonstige“ eingeordnet.

Für die Bildung einer eigenständigen Fraktion sind nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments mindestens 23 Abgeordnete aus mindestens einem Viertel der Mitgliedstaaten erforderlich. Gruppierungen, die diese Bedingungen nach der Projektion derzeit nicht erfüllen würden, müssten gegebenenfalls nach der Europawahl zusätzliche Abgeordnete für sich gewinnen, um sich als Fraktion konstituieren zu können.

Dynamisches Szenario: Im dynamischen Szenario werden alle „sonstigen“ Parteien einer schon bestehenden Fraktion (oder der Gruppe der Fraktionslosen) zugeordnet. Außerdem werden gegebenenfalls Fraktionsübertritte von bereits im Parlament vertretenen Parteien berücksichtigt, die politisch plausibel erscheinen, auch wenn sie noch nicht öffentlich angekündigt wurden. Um diese Veränderungen gegenüber dem Basisszenario deutlich zu machen, sind Parteien, die im dynamischen Szenario einer anderen Fraktion zugeordnet werden, in der Tabelle mit der Farbe dieser Fraktion gekennzeichnet; zudem erscheint der Name der möglichen künftigen Fraktion im Mouseover-Text. Die Zuordnungen im dynamischen Szenario basieren teils auf einer subjektiven Einschätzung der politischen Ausrichtung und Strategie der Parteien und können daher im Einzelnen recht unsicher sein. In der Gesamtschau kann das dynamische Szenario jedoch näher an der wirklichen Sitzverteilung nach der nächsten Europawahl liegen als das Basisszenario. Eine detailliertere Übersicht über mögliche Fraktionswechsel nach der Europawahl ist hier zu finden.

Datengrundlage

Soweit verfügbar, wird bei der Sitzberechnung für jedes Land jeweils die jüngste Umfrage zu den Wahlabsichten für das Europäische Parlament herangezogen. Wo mehr als eine Umfrage erschienen ist, wird der Durchschnitt aller Umfragen aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten Umfrage berechnet, wobei jedoch von jedem einzelnen Umfrageinstitut nur die jeweils letzte Umfrage berücksichtigt wird. Stichtag für die Berücksichtigung einer Umfrage ist, soweit bekannt, jeweils der letzte Tag der Durchführung, andernfalls der Tag der Veröffentlichung.
Für Länder, in denen die letzte spezifische Europawahlumfrage mehr als zwei Wochen zurückliegt oder in den letzten zwei Wochen deutlich weniger Umfragen zur Europawahl als zur Wahl zum nationalen Parlament veröffentlicht wurden, wird stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament bzw. der Durchschnitt aller Umfragen für das nationale oder das Europäische Parlament aus den letzten zwei Wochen vor der jüngsten verfügbaren Umfrage verwendet. Für Länder, in denen es keine aktuellen Umfragen für Parlamentswahlen gibt, wird stattdessen gegebenenfalls auf Umfragen zu Präsidentschaftswahlen zurückgegriffen, wobei die Umfragewerte der Präsidentschaftskandidat:innen jeweils den Parteien der Kandidat:innen zugeordnet werden (dies kann insbesondere Frankreich und Zypern betreffen). Für Mitgliedstaaten, für die sich überhaupt keine Umfragen finden lassen, wird auf die Ergebnisse der letzten nationalen Parlaments- oder Europawahl zurückgegriffen.
In der Regel werden die nationalen Umfragewerte der Parteien direkt auf die Gesamtzahl der Sitze des Landes umgerechnet. Für Länder, in denen die Wahl in regionalen Wahlkreisen ohne Verhältnisausgleich erfolgt (aktuell Belgien und Irland), werden regionale Umfragedaten genutzt, soweit diese verfügbar sind. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Sitzzahl für jeden Wahlkreis einzeln berechnet, dabei aber jeweils die nationalen Gesamt-Umfragewerte herangezogen. Nationale Sperrklauseln werden, soweit vorhanden, in der Projektion berücksichtigt.
In Belgien entsprechen die Wahlkreise bei der Europawahl den Sprachgemeinschaft, während Umfragen üblicherweise auf Ebene der Regionen durchgeführt werden. Für die Projektion werden für die französischsprachige Gemeinschaft gegebenenfalls die Umfragedaten aus Wallonien, für die niederländischsprachige Gemeinschaft die Umfragedaten aus Flandern genutzt. Für die deutschsprachige Gemeinschaft wird das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (1 Sitz für CSP).
In Ländern, in denen es üblich ist, dass mehrere Parteien als Wahlbündnis auf einer gemeinsamen Liste antreten, werden der Projektion plausibel erscheinende Listengemeinschaften zugrunde gelegt. In der Tabelle sind diese in der Regel unter der Bezeichnung des Wahlbündnisses oder der größten dazugehörigen Partei zusammengefasst. Manchmal gehören die Parteien eines Wahlbündnisses im Europäischen Parlament jedoch unterschiedlichen Fraktionen an. In diesem Fall werden die Parteien einzeln aufgeführt. Bereits bestätigt wurden folgende gemeinsame Listen: Spanien: Sumar: Sumar (1., 6. Listenplatz), CatComù (2.), Compromís (3.), IU (4.) und Más País (5.); Ahora Repúblicas: ERC (1., 4.), Bildu (2.) und BNG (3.); PNV: PNV (1.) und CC (2.); Rumänien: CNR: PSD (1., 3., 5., 7., 9., 12., 14., 17.), PNL (2., 4., 6., 8., 11., 13., 15., 16., 18.) und PUSL (10.); ADU: USR (1.-2., 4.-5., 7.-9.), PMP (3.) und FD (6.); Niederlande: GL-PvdA: GL (1., 4., 5., 8., 10., 12., 14. etc.) und PvdA (2., 3., 6., 7., 9., 11., 13. etc.); Tschechien: Spolu: ODS (1.-2., 5., 8., 11., 14., 17., 20.), TOP09 (3., 6., 10., 12., 16., 18.) und KDU-ČSL (4., 7., 9., 13., 15., 19.); Ungarn: Fidesz: Fidesz (1.-4., 6.-15., ab 17.) und KDNP (5., 16.); DK: DK (1.-4., 6., 8.), MSZP (5.), PM (7.). In manchen Ländern ist die genaue Verteilung der Sitze unter den Parteien eines Wahlbündnisses von regionalen Wahlkreisergebnissen abhängig, sodass sich im Voraus nur eine Plausibilitätsannahme darüber treffen lässt. Dies betrifft folgende Fälle: Italien: AVS: SI (1., 3.) und EV (2., 4.); Polen: TD: PL2050 (1., 3., 5. etc.), KP (2., 4., 6. etc.). In Italien können Minderheitenparteien durch eine Sonderregelung auch mit nur recht wenigen Stimmen ins Parlament einziehen, sofern sie mit einer größeren Partei kooperieren. Dies ist der Fall bei der SVP im Bündnis mit FI.
Da es in Deutschland bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können Parteien bereits mit weniger als 1 Prozent der Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament gewinnen. Da deutsche Umfrageinstitute für Kleinparteien jedoch in der Regel keine Werte ausweisen, wird in der Projektion jeweils das Ergebnis der letzten Europawahl herangezogen (je 2 Sitze für PARTEI und FW, je 1 Sitz für Tierschutzpartei, ödp, Piraten, Volt und Familienpartei). Falls eine Kleinpartei in aktuellen Umfragen einen besseren Wert erreicht als bei der letzten Europawahl, wird stattdessen dieser Umfragewert genutzt.

Die folgende Übersicht führt die Datengrundlage für die Mitgliedstaaten im Einzelnen auf. Die Daten beziehen sich auf den letzten Tag der Durchführung; falls dieser nicht bekannt ist, auf den Tag der Veröffentlichung der Umfragen:
Deutschland: Europawahl-Umfragen, 24.-29.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Frankreich: Europawahl-Umfragen, 16.-28.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Italien: Europawahl-Umfragen, 21.-24.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Spanien: Europawahl-Umfragen, 13.-26.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Polen: Europawahl-Umfragen, 14.-26.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Rumänien: Europawahl-Umfragen, 15.-25.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Niederlande: Europawahl-Umfragen, 18.-27.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Belgien, niederländischsprachige Gemeinschaft: regionale Umfragen (Flandern) für die nationale Parlamentswahl, 20.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Belgien, französischsprachige Gemeinschaft: regionale Umfragen (Wallonien) für die nationale Parlamentswahl, 20.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Belgien, deutschsprachige Gemeinschaft: Ergebnis der Europawahl, 26.5.2019.
Tschechien: Europawahl-Umfragen, 7.-13.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Griechenland: Europawahl-Umfragen, 13.-15.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Ungarn: Europawahl-Umfragen, 29.4.-10.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Portugal: Europawahl-Umfragen, 13.-20.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Schweden: Europawahl-Umfragen, 19.-20.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Österreich: Europawahl-Umfragen, 17.-24.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Bulgarien: Europawahl-Umfragen, 5.-18.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Dänemark: Europawahl-Umfragen, 14.-24.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Slowakei: Europawahl-Umfragen, 14.-21.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Finnland: Europawahl-Umfragen, 29.4.2024, Quelle: Wikipedia.
Irland: Europawahl-Umfragen, 15.-22.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Kroatien: Europawahl-Umfragen, 25.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Litauen: Europawahl-Umfragen, 21.4.2024, Quelle: Wikipedia.
Lettland: Europawahl-Umfragen, 7.3.2024, Quelle: Wikipedia.
Slowenien: Europawahl-Umfragen, 16.-24.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Estland: Europawahl-Umfragen, 15.-20.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Zypern: Europawahl-Umfragen, 14.-25.5.2024, Quelle: Wikipedia.
Luxemburg: Ergebnisse der nationalen Parlamentswahl, 8.10.2023, Quelle: Wikipedia.
Malta: Europawahl-Umfragen, 10.5.2024, Quelle: Wikipedia.

Bilder: alle Grafiken: Manuel Müller.

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